Beitrag zum Maler Fritz von Wille
Ein Gruß zu Pfingsten oder „Frühling in der Eifel“
Adenau. „Ich weiß mit der Feder nicht zu sagen, was nicht Wille mit dem Pinsel ausgedrückt hat“, so die Dichterin und Zeitgenössin Clara Fiebig (geboren 1860, gestorben 1952) über Professor Fritz von Wille (geboren 1860, gestorben 1941), bekannt als der „Eifelmaler“.
Geboren 1860 in Weimar als Sohn des Hofmalers August von Wille und der Tiermalerin Clara von Wille, studierte Fritz von Wille von 1879 bis 1882 an der Düsseldorfer Kunstakademie. Auf der Suche nach seinen Motiven – auch an verschiedenen ausländischen Orten – fand von Wille sein Arkadien in dem zu diesem Zeitpunkt noch als dem preußischen Sibirien bekannten Teil Deutschlands – der Eifel.
1892 heiratete er die Neuwieder Fabrikantentochter Gustl Schneider. Diese Heirat machte den Künstler finanziell unabhängig. In den Jahren 1900 bis 1911 lebte er und seine Familie in Reifferscheid (Kreis Schleiden), im Jahr 1911 erwarb von Wille die Burg Kerpen (Kreis Daun), wo er bis zu seinem Tod lebte.
Bedingt durch sein hervorragendes malerisches Können und den Kauf seines Gemäldes „Die blaue Blume“ durch Kaiser Wilhelm II. erlangten seine Gemälde schnell großen Ruhm. Es folgten Ausstellungen in London, München und Salzburg, wo er die verschiedensten Auszeichnungen erhielt. „In den Stuben der Eifeler hängen Drucke seiner Gemälde“, mit diesem Zitat aus dem Jahr 1979 erschienenen Buch (Fritz von Wille, Maler der Eifel – von Dr. Dr. Otto Baur) wird deutlich, dass diese Gemälde schon in der damaligen Zeit nicht für Jedermann erschwinglich waren.
Auf dem Bild „Pfingsten auf der Nürburg“ hält von Wille ein Wunder der Natur mit dem Pinsel fest. Ein idyllischer Ort, das friedliche Kirchlein umringt von Blütenbäumen und blühendem Ginster. Hoch über der Nürburg jedoch liegen große, schwarze Wolken. Wollte von Wille mit diesen Gegensätzen auf die vergängliche und bedrohte Natur aufmerksam machen? Was Gott geschaffen hat, soll und darf der Mensch nicht zerstören.
Die Gemälde der Vergangenheit – ein Mahnmal für die Zukunft? Jetzt, fast 80 Jahre nach seinem Tod, kann jeder die größte Kunstsammlung seiner Werke in der Dr.-Hanns-Simon Stiftung – Haus Beda – in Bitburg betrachten. Dieter Klünder aus Düren veröffentlichte einen Film über von Wille. Kunstkarten des ehemaligen Kunstkartenverlags J. Alex Klein in Adenau sind noch an diversen Sammelbörsen im Internet zu erwerben.
