Motorsportjournalist Klaus Ridder feiert seinen 75. Geburtstag
Ein Herz für den Motorsport
Region. Klaus Ridder besuchte 1956 erstmals den Nürburgring. Damals fuhr er aus der Lüneburger Heide mit dem Fahrrad zur 430 km entfernten Eifelrennstrecke. In den Folgejahren fuhr er per Anhalter, mit dem Moped, Motorrad und später mit dem Auto immer wieder in die Eifel.
Nürburgring „zweite Heimat“
Für Klaus Ridder ist der Nürburgring zur zweiten Heimat geworden. Er studierte von 1962 bis 1965 in Köln und war in der Saison fast wöchentlich am Nürburgring. Zeitweise arbeitete er als Rennmonteur beim Bonner Rennfahrer Theo Harzheim. Auch nach dem Studium, als er in Köln wohnte, fuhr er mit der Familie (vier Töchter) immer wieder zum Nürburgring. Um Kosten zu sparen, wurde damals gezeltet. Die Familie hatte Spaß daran und die vier Töchter freuten sich insbesondere darüber, dass sie durch Einsammeln von Pfandflaschen zusätzliches Taschengeld verdienen konnten.
Klaus Ridder hat am Nürburgring Legenden aus der Rennfahrerszene im Laufe von 60 Jahren kennengelernt: Graf Berghe v. Trips verschaffte ihm 1957 Zugang zum Fahrerlager. Von Juan Manuel Fangio, dem fünfachen Formel 1-Weltmeister, hat er drei Autogramme. Der deutsch-österreichische Rennfahrer Jochen Rindt schraubte in seiner Zeit als Jungrennfahrer in der Box nebenan von Theo Harzheim. Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft (die ihm posthum verliehen wurde) verunglückte er tödlich – das war auch ein Drama für Klaus Ridder. Die Karriere von ‚Altmeister‘ Hans-Joachim Stuck verfolgte Klaus Ridder seit 1971. Er traf sich mit Hans-Joachim Stuck und seinen Söhnen Ferdinand und Johannes anlässlich von Veranstaltungen des TÜV Rheinland. Erstmals erlebte Klaus Ridder Michael Schumacher 1989 bei einem Formel 3-Rennen am Nürburgring. Auch die damaligen Jungstars Sebastian Vettel, Lewis Hamilton und Adrian Sutil wurden verfolgt.
Über Motorsporterlebnisse am Nürburgring hat Klaus Ridder zwei Bücher geschrieben: Helden des Nürburgrings und Nürburgring – 50 Jahre live erlebt. Ein weiteres Buch „90 Jahre Nürburgring – 60 Jahre live dabei“ soll 2017 im Jubiläumsjahr des Nürburgrings erscheinen.
Klaus Ridder hält Vorträge über den Nürburgring, beispielsweise auf dem Kreuzfahrtschiff „Albatros“ oder auch im Museum des Nürburgrings.
60 Jahre Motorsportfotografie
2004 hatte Klaus Ridder eine Ausstellung „50 Jahre Motorsportfotografie“ im Museum des Nürburgrings. Die Ausstellung dauerte mehrere Monate und kam sehr gut an. Im August 2016 werden die Bilder und andere Exponate in Remagen im dortigen Caracciola-Club gezeigt werden (Vernissage am 11. August 2016).
Klaus Ridder wollte selbst einmal Rennfahrer werden. Er lernte zu dem Zweck Kraftfahrzeugmechaniker bei Mercedes Benz. Mercedes Benz war bekanntlich 1954 und 1955 mit Juan Manuel Fangio Automobil-Weltmeister geworden und das alles hatte bei den jungen Menschen eine unwahrscheinliche Begeisterung entfacht. Aus dem Rennfahrer wurde nichts, weil der Vater (er war Sparkassendirektor und sehr konservativ) 1959 einen Antrag auf eine Rennfahrerlizenz nicht unterschrieb (damals war man ja erst mit 21 volljährig).
Klaus Ridder ist aber der Rennfahrerszene erhalten geblieben. Er hat Auto- und Motorradrennen in aller Welt besucht. Er verfügt über ein sehr großes Archiv von Motorsportaufnahmen, Plakaten, Programmheften und sonstigen Erinnerungsstücken.
Gefahrgutexperte
Hauptberuflich war Klaus Ridder im Bundesverkehrsministerium für Gefahrgutransporte zuständig (u.a, für CASTOR-Transporte und Binnentankschiffe auf dem Rhein) und hat im Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring die Gefahrgutsicherheits-Tage moderiert.
75 Jahre jung
Am 4. August feiert Klaus Ridder seinen 75. Geburtstag. Vorgesehen ist nachmittags eine Fahrt zum Nürburgring mit seiner Frau Geschi. Er wird sich dann daran erinnern, dass er dort vor 60 Jahren seinen 15. Geburtstag begangen hat.
