Brillante „Schlachtplatte - die Jahresendabrechnung“ im KreaForum Swisttal-Morenhoven
Ein Höhenfeuerwerk der Satire
Swisttal-Morenhoven. „Wer heilige Kühe verehrt, ist fromm. Wer heilige Kühe schlachtet, wird satt!“, lautet das Motto von Robert Griess, Jens Neutag, Onkel Fisch und Matthias Reuter. Die fünf Solo-Kabarettisten, ja fünf, denn „Onkel Fisch“ ist das Duo Adrian Engels und Markus Riedinger, schließen sich seit 2008 jedes Jahr zu der „Jahresendabrechnung“ zusammen. Hier präsentieren sie aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Zustände, Entwicklungen, Komisches, Tragisches, Heiteres oder auch Trauriges. Wer sich gar öffentlich entblödet, und laut der Kabarettisten sind dies gar nicht so wenige, wird verbal an den Pranger gestellt. Da wird niemand geschont, vom sarkastischen Stand-up Monolog bis zum satirischen Zusammenspiel aller fünf. Gepaart mit einer herausragenden Schauspielkunst ist der Übergang zwischen einer Kabarettvorstellung und einem Theaterstück schon fließend. Während im Osten der Kalte Krieg wieder aufzieht, gibt es aber auch im Westen was Neues: Man sieht ein Meer alter Menschen! Und was bewegt die Menschen im Westen?
Chlorhühnchen und Genprodukte
Das TTIP, das von EU und USA anvisierte Freihandelsabkommen. „Da kann doch niemand gegen Chlorhühnchen und Genprodukte polemisieren, wenn das Abkommen 160.000 Arbeitsplätze bringt, oder?“ Und überhaupt, TTIP hört sich so harmlos an wie Q-Tipps. Die bittere Pille wird von Onkel Fisch gleich nachgeschoben. Gemeint sind 160.000 Arbeitsplätze in 15 Jahren, und TTIP wird sich zum Rammbock der unternehmerischen Freiheit entwickeln.
Aus der aktuellen Politik
Aus der aktuellen Politik standen zudem die Themen Pediga und auch die AfD im Mittelpunkt. Die große Teilnehmerzahl an den Pediga-Kundgebungen insbesondere in Dresden macht die Kabarettisten fassungslos. „Sie wollen dort das Abendland verteidigen? Seit wann gehört Sachsen zum Abendland?“, fragten sie. Und die deutsche Kanzlerin? Auch sie wurde - selbstverständlich - nicht ausgespart. Seit neun Jahren im Amt, in Italien ist im Schnitt ein Wechsel alle 22 Monate fällig. „Die Deutschen mögen keinen Wechsel, eine Ausnahme ist da allerdings Lothar Matthäus!“ Wenn der Deutsche sich mal was Besonderes gönnen möchte dann fährt er in die Waschstraße. Die Mordanschläge von Paris auf die Redakteure der Zeitung Charlie Hebdo und den jüdischen Supermarkt kommentierte das KreaForum wie Millionen Menschen weltweit: Rechts und Links der Bühne hingen die Plakate mit „NOUS SOMMES TOUS CHARLIE“.
Onkel Fisch: mal lieb, mal bitterböse.
