Allgemeine Berichte | 07.12.2016

Neue Bistro-Runde des Partnerschaftsvereins Wachtberg

Ein Juwel pflegen

Neue Initiative startete mit dem Thema „Deutsch-französische Freundschaft in schwierigen Zeiten - was ist draus geworden?“

Dr. Ulrich Junker, Bernadette Conraths, Vorsitzende Partnerschaftsverein, Michael Mertes, Friedrich Oettler, stellv. Vorsitzender Partnerschaftsverein (v.l.n.r.).privat

Wachtberg-Berkum. Mit einer „Bistro-Runde“ hat der Partnerschaftsverein die Wachtberger Kulturszene um eine neue Initiative bereichert: Bei Wein und Käse wird zum Gespräch über aktuelle europäische Themen geladen. Der Auftakt fand im Wein Cabinet Briem in Berkum statt zum Thema „Deutsch-französische Freundschaft in schwierigen Zeiten - was ist draus geworden?“, inspiriert von den einschlägig profilierten Referenten, Dr. Ulrich Junker und Michael Mertes. Rund um den stimmungsvoll gestalteten Tisch im Wein Cabinet gaben beide Redner kurze, sehr prägnante und persönliche Impulse, die die Gäste der Runde dann zu lebhafter Diskussion animierten. Dr. Junker, langjähriger Gesandter in Paris und den Wachtbergern überdies als vielseitiger Dozent und Freizeit-Gartenautor bekannt, ließ mit seinen ganz persönlichen Erinnerungen die Zeit lebendig werden, in der Konrad Adenauer und Charles de Gaulle die Grundsteine für die deutsch-französische Freundschaft und den weiteren Ausbau der Europäischen Gemeinschaft legten. Von der ersten Begegnung der beiden so unterschiedlichen Persönlichkeiten auf dem privaten Sitz de Gaulles in Colombey-des-Deux-Eglises bis zum späteren Elysée-Vertrag 1963 verband sie trotz unterschiedlicher Interessenlagen und Perspektiven der gemeinsame Wille, ein starkes Tandems im zu gestaltenden europäischen Kontext zu schaffen. „Diese gewachsene deutsch-französische Freundschaft“, so Dr. Junker, „ist ein Juwel, dass es zu pflegen galt und mehr denn je gilt.“ Michael Mertes, zu Wiedervereinigungszeiten Chefredenschreiber von Kanzler Helmut Kohl und später NRW-Staatssekretär für Bundes - und Europaangelegenheiten, schlug eloquent den Bogen in die Gegenwart, in dem er ebenso bündig wie eindrucksvoll die zahlreichen Herausforderungen der so unterschiedlichen „Tandems“ schilderte: von Valéry Giscard d’Estaing und Helmut Schmidt über Helmut Kohl und Mitterrand zu „Merkozy“. Die größte sicherlich die deutsche Wiedervereinigung, die seinerzeit keinem europäischen Staatschef gefiel. Auch die insbesondere von Deutschland nachdrücklich betriebene große Osterweiterung der EU wäre von Frankreich wohl mit größerer Vorsicht angegangen worden. Doch trotz der unterschiedlichen politischen Systeme (dort zentralistisches Präsidialsystem, hier parlamentarische und föderale Demokratie), trotz historisch und geographisch bedingter verschiedener Sichtweisen gelang es den handelnden Politikern gleich welcher Couleur doch, so Michael Mertes, daraus immer wieder sich ergänzende Stärken und verantwortungsvolles Handeln für Europa zu entwickeln. Aus der Runde kamen Zweifel und Sorge, ob diese gemeinsame Aktionsrichtung denn noch existiere und angesichts der im gesamten Westen fortschreitenden populistischen Reaktionen wieder zu erreichen sei. Auch sei trotz der so erfolgreichen Arbeit auf Graswurzelebene wie die des Partnerschaftsvereins zwischen Gemeinden, Familien und Jugendlichen doch erkennbar, dass die jeweiligen Sprachen heute weniger gelernt würden, das Wissen um den Nachbarn immer noch relativ gering sei und die Medien nach wie vor gerne mit alten Klischees hausierten. Für Michael Mertes - den Wachtberger übrigens ebenfalls als vielseitigen Autor und als Übersetzer der Shakespeare Sonette kennen - ist völlig klar, und er unterstreicht es mit europäischem Herzblut: „Wenn Europa nicht im globalen Wettbewerb abgehängt werden soll, dann müssen wir mehr denn je zusammenarbeiten, und hier kommt der starken deutsch-französischen Verbindung eine entscheidende Rolle zu.“ Das neue Format des angeregten Gesprächs in kleinerer Runde und im schönen Ambiente kam sehr gut an bei den Bistro-Gästen. Für Partnerschaftsvereinsvorsitzende Bernadette Conraths ein Ansporn, im neuen Jahr zu einer weiteren Bistro-Runde einzuladen.

Kontakt: bernadette.conraths@t-online.de.

Pressemitteilung

Gemeinde Wachtberg

Stimmungsvolle Bistrorunde.

Stimmungsvolle Bistrorunde.

Dr. Ulrich Junker, Bernadette Conraths, Vorsitzende Partnerschaftsverein, Michael Mertes, Friedrich Oettler, stellv. Vorsitzender Partnerschaftsverein (v.l.n.r.).Fotos: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Monatliche Anzeige
Dienstleistungen
Wir helfen im Trauerfall
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Ostergruß
Stellenanzeige
Anzeige Lange Samstage
Stellenausschreibung Hausmeister/in
Aushilfskraft (w/m/d)
Empfohlene Artikel
Vom 6. bis 8. April 2026 machte das Infomobil des Deutschen Bundestages Station auf dem Himmeroder Wall in Rheinbach. Foto: Stadt Rheinbach
14

Rheinbach. Vom 6. bis 8. April 2026 machte das Infomobil des Deutschen Bundestages Station auf dem Himmeroder Wall in Rheinbach. Der 17 Meter lange und 26 Tonnen schwere Promotion-Truck tourt jährlich durch rund 60 Städte in ganz Deutschland. Ziel ist es, die Arbeit des Parlaments anschaulich zu vermitteln. Im Laufe von zwei Wahlperioden sollen so alle 299 Wahlkreise besucht werden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf.
45

Im Foyer des Rathauses in der Rosengasse liegt ein Kondolenzbuch aus, in das sich Bürgerinnen und Bürger eintragen können

Stadt Mayen trauert um Mario Adorf

Mayen. Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf, der am 8. April 2026 im Alter von 95 Jahren verstorben ist.

Weiterlesen

Pfarrer Jörg Meyrer. Foto: privat
10

Sie ist gerade nicht besonders verlässlich. Kriege, Krisen, harte Worte in der Politik. Vieles ist in Bewegung, manches gerät aus den Fugen. Für uns Erwachsene ist es schon nicht einfach, alles zu verfolgen – und erst recht nicht, alles zu verstehen. Und zu begreifen, warum die Mächtigen ihre Gewalt- und Kriegsspiele treiben. Wie machen Kinder das?

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Daueranzeige
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Tag der offenen Tür
Rund ums Haus
First Friday Anzeige März
Ostergrußanzeige
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Stellenanzeige
125-jähriges Jubiläum der Rosenkranzkirche Bad Neuenahr und offizielle Wiedereröffnung am 12.04.26
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
Titelanzeige Nissan  114/1407895/2454617/4746681
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Anzeige Tag der offenen Tür am Zeiberberg