Irmgard Knechtges-Obrecht liest aus ihrer Biografie in Meckenheim
Ein Leben für die Musik
Meckenheim. Sie war nicht nur eine international gefeierte Pianistin und Komponistin, sondern auch eine für ihre Zeit sehr unkonventionelle Frau: Clara Schumann stand im Mittelpunkt einer Lesung, zu der die Katholische Öffentliche Bücherei, die Frauen Union Meckenheim und das Katholische Familienbildungswerk eingeladen hatten. Die Musikwissenschaftlerin Irmgard Knechtges-Obrecht las aus ihrer locker erzählten, inhaltlich fundierten Biografie.
Vor 200 Jahren in Leipzig geboren, war Clara Wieck – so ihr Geburtsname – schon früh vom ehrgeizigen Vater gefördert worden und galt bald als Wunderkind. Als sie aber ihre große Liebe Robert Schumann heiratete, erboste diese Wahl den Vater dermaßen, dass er das Paar künftig mit Hass verfolgte. Nach dem frühen Tod ihres Ehemanns Robert, der in einer psychiatrischen Klinik in Endenich starb, stand die Witwe mit sieben Kindern allein da. Um sie ernähren zu können, ging sie fast ununterbrochen auf Tournee und brachte die Kinder in Pensionaten unter. Sie sah sie selten, aber die Bildung der Söhne und auch Töchter lag ihr sehr am Herzen. In Frankfurt wurde sie – damals eine Sensation – Musikprofessorin an einem Konservatorium und handelte sehr selbstbewusst ein Spitzengehalt und viel Urlaub aus, den sie für ihre Tourneen nutzte.
In Bonn hat Clara Schumann nie gelebt; Stationen ihres Lebens waren Dresden, Düsseldorf, Berlin, Frankfurt und Baden-Baden. Aber sie ist neben ihrem Mann, den sie um vierzig Jahre überlebte, auf dem Alten Friedhof begraben.
Die Autorin, die Büchereileiter Helmut Kalkes begrüßt hatte, bekam viel Beifall von den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer und – inzwischen eine Tradition – zum Abschied Meckenheimer Äpfel, überreicht von der FU-Vorsitzenden Sabrina Gutsche.
Fachfrau und Autorin: Musikwissenschaftlerin Irmgard Knechtges-Obrecht las aus ihrer Biografie Clara Schumanns. Foto: privat
