Sozialkaufhaus LISA feierte zehnjähriges Bestehen mit Kunden und Ehrengästen
Ein Leuchtturmprojekt mit großer Erfolgsgeschichte
Für das erfolgreiche LISA-Team um Leiter Christof Hüging und Einrichtungsleiter Frank Zenzen gab es die Ehrenurkunde des Kreises
Remagen. Wohl kaum ein Geschäft in Remagen, abgesehen von den Lebensmittelläden, wird so gut besucht wie LISA, der Laden für Integration und soziales Engagement gegen Armut. Bis zu 200 Kunden besuchen täglich LISA und pro Tag gibt es 400 bis 600 Kassenbewegungen. Vor zehn Jahren wurde LISA in Remagen eröffnet und wurde in jeder Hinsicht zu einem Erfolgsprojekt. Ob Möbel oder Elektrogeräte, ob Kleidung oder Leuchten, ob Spielzeug oder Bücher, ob Kleinmöbel oder ganze Küchen, das Gemeinschaftsprojekt der Caritas Werkstätten Sinzig des Caritasverbandes Rhein-Mosel-Ahr ist rundum gelungen. Zudem bietet es Langzeitarbeitslosen und Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz. Dies galt es am Samstag im und um LISA zu feiern.
Feier mit vielen Ehrengästen
In einem kurzen offiziellen Teil hieß der Einrichtungsleiter der Caritas Werkstätten Sinzig Frank Zenzen die Mitarbeiter und Gäste willkommen. Sein besonderer Gruß galt Bürgermeister Herbert Georgi, Kreisbeigeordnetem MdL Horst Gies, der Vorsitzenden des Werkschaftsrates Maria Schönhoff, dem Geschäftsführer des Caritasverbandes Rhein-Mosel-Ahr Richard Stahl, der stellvertretenden Verwaltungsratsvorsitzenden des Caritiasverbandes Rhein-Mosel-Ahr Hedi Thelen, dem Geschäftsbereichsleiter St. Raphael CAB Franz-Josef Bell, dem Landtagsabgeordneten Guido Ernst und dem Leiter des Sozialkaufhauses Christof Hüging. Zenzen zollte allen Mitarbeitern, die LISA mit aufgebaut haben einen ganz herzlichen Dank. „Was hier in zehn Jahren aufgebaut und geleistet wurde ist absolut beachtlich“, lobte Zenzen.
Bürgermeister Herbert Georgi betonte, dass er schon vor zehn Jahren die Hoffnung gehabt habe, dass LISA eine Bereicherung für die Stadt Remagen werde. Er habe aber nicht damit gerechnet, dass LISA ein solch großes Erfolgsmodell werde.
LISA biete nicht nur günstige Dinge, die zum Leben benötigt werden, sondern sei auch Treffpunkt für Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Für die Mitarbeiter biete LISA nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern scheinbar auch ein Stück Familie. „Wir haben ihre Leistung sehr schnell zu schätzen gewusst. Aber besonders 2015 und 2016 waren sie uns eine große Hilfe, um die Flüchtlinge mit lebensnotwendigen Einrichtungen versorgen zu können. Ohne ihre Hilfe hätte das so nicht funktioniert“, galt das große Lob dem LISA-Team. „LISA ist ein erfolgreiches, sympathisches Unternehmen“, unterstrich Bürgermeister Herbert Georgi.
Die Grüße von Landrat Dr. Jürgen Pföhler überbrachte Kreisbeigeordneter MdL Horst Gies. Vor zehn Jahren sei LISA in Bad Breisig in Betrieb genommen worden. Damals habe man noch nicht gewusst, wie das neue Angebot angenommen würde.
„Heute wissen wir, die Idee, gebrauchte und gespendete Möbel, Haushaltswaren und Kleider zur günstigen Preisen weiterzuverkaufen, hat sich rasch zu einem Erfolgsschlager entwickelt. Und zwar so sehr und rasant, dass bereits nach fünf Jahren das Sozialkaufhaus nach Remagen in wesentlich größer Räume umziehen musste“, so Gies. Hier gebe es ein noch umfangreicheres Sortiment an Gebrauchtwaren zu günstigen Preisen. Wie sehr das Angebot angenommen wird, werde klar bei bis zu 200 Kunden und 400 bis 600 Kassenbewegungen täglich. „Für diesen Erfolg sind in erster Linie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem überaus hohem Engagement verantwortlich. Ich danke ihnen, auch im Namen des Landrats, von Herzen“, so Gies. Erfreulicherweise hätten die Caritas-Werkstätten zusammen mit dem Caritas-Verband Rhein-Mosel-Ahr vor zehn Jahren die Trägerschaft über das Sozialkaufhaus übernommen, nachdem der Kreis die eigene Kleider- und Möbelkammer aus wirtschaftlichen Gründen habe schließen müssen. Gerne habe der Kreis den Aufbau des Sozialkaufhauses mit rund 260 000 Euro unterstützt. Der Dank von Gies galt den Caritas-Werkstätten Sankt Elisabeth Sinzig und dem Caritas-Verband Rhein-Mosel-Ahr für dieses erfolgreiche Gemeinschaftsprojekt. Gies vergaß auch nicht, die Bedeutung von LISA als Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderung und Langzeitarbeitslose zu erwähnen. LISA biete mehr als zehn Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung und bis zu zwölf Arbeitplätze für Beschäftigungsmaßnahmen des Jobcenters. Als Zeichen der Anerkennung und Verbundenheit überreichte der Kreisbeigeordnete die Ehrenurkunde an Christof Hüging. Richard Stahl betonte im Anschluss die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Caritas-Verband und Werkstätte. Beide hätten sich auf die jeweiligen Menschen, für die sie da seien, sehr gut einstellen können. Es sei eine sehr gute familiäre Zusammenarbeit, bei der auch Herzblut fließe. Mit dem Kreis und dem Jobcenter habe man Partner gefunden, die sehr bei der Arbeit mit arbeitslosen Menschen und Menschen mit Behinderung unterstützen würden. Dank gelte auch dem Leiter von LISA Christof Hügung und Christiane Böttcher vom Team für die viele Arbeit auch bei der Organisation und Durchführung des Jubiläumsfestes.
Franz-Josesf Bell nannte das Projekt LISA ein Leuchtturmprojekt. Was das Projekt auszeichne, sei die Möglichkeit der Kooperation: zum einen die Versorgung von bedürftigen Menschen, die Beschäftigung in Arbeit und die gute Annahme durch die Bevölkerung.
Die Kundenorientierung sei nach wie vor ungebrochen. Auch die Unterschiedlichkeit der Kunden, von sehr reichen bis zu bedürftigen Menschen, von engagierten und sozialen Menschen, die Ware bringen und auch kaufen, sehr groß. Auch Wiederverkäufer würden sich im LISA eindecken, ebenso wie Bedürftige. Studenten, Singles und junge Menschen, die ihre erste Wohnung bestücken müssten. Nicht zu unterschätzen sei auch der Kaffeetreff als Kommunikationsecke, der gut genutzt werde.
Ein absoluter Erfolg
Auch wirtschaftlich sei LISA eben ein absoluter Erfolg, denn „hier wird alles erwirtschaftet, was wir für LISA brauchen. Das uns das gelingt ist nicht selbstverständlich“, so Bell. Ein Erfolgsfaktor sei die Maxime, dass nichts länger wie zwei Wochen angeboten wird, und wenn doch, dann reduziert. Der zweite Erfolgsfaktor sei natürlich das Team um Christof Hüging, dem ein großes Dankeschön gelte. Und die Reden zum Jubiläum waren noch nicht verklungen, als schon die ersten rund 20 Kunden auf Einlass warteten und mit dem Team das Jubiläum feierten. Für die Kinderunterhaltung war mit einem Schätzspiel und einem Bobby-Car- und Gabelstabler-Parcour, mit Kinderschminken und Basteln gesorgt. Musikalisch umrahmt wurde das Fest von den „Geheimratsecken“ um Holger Drosdatis und Michael Barm. Und kulinarisch wurden die Gäste im Zelt mit Kaffee, Kuchen und Suppe bestens versorgt.
AB
Horst Gies überreichte die Ehrenurkunde des Landkreises.
