Allgemeine Berichte | 16.03.2021

Porträt eines Dirigenten: Für Reinhard Lisecki ist das gemeinsame Musizieren die schönste Art der Kommunikation

Ein Mann – ein Stab – und die Liebe zur Musik

Im Duett mit Svenja Braun begeisterte Reinhard Liseckibeim Konzert Musik-Wein-Kultur-pur. Fotos EP

Löf. Mit seinen Gesten führt er das Orchester, in seiner Hand hält er den Taktstock, den Stab, mit dessen Hilfe er dem Orchester den Takt anzeigt, Einsätze gibt, Betonungen und musikalische Bewegungen verdeutlicht. Es ist die Beschreibung des Dirigenten, der salopp gesagt, das musikalische Ensemble nach seiner Nase tanzen lässt. Und wenn dann noch großartige Musik dabei entsteht, ist die Symbiose perfekt und für jeden ein Gewinn!

Gewonnen hat der Musikverein Löf, der sich glücklich schätzt, vor knapp 20 Jahren Reinhard Lisecki als musikalischen Leiter und Dirigenten verpflichtet zu haben. „Er ist für die Auswahl und das Einstudieren des Repertoires zuständig. Ein besonderer Schwerpunkt lag jährlich auf der Entwicklung und Umsetzung des musikalischen Konzeptes von „Musik-Wein-Kultur-pur“, unserem sehr erfolgreichen Konzert. Seine Verpflichtung war von Anfang an ein Segen für den Musikverein Löf.

Er ist ein Glücksfall für unseren Verein“, beschreibt der 1. Vorsitzende Wolfgang Weber die Zusammenarbeit mit dem Dirigenten, der nach eigenen Angaben die Musiker Gene von seinem Großvater geerbt hat: „Mein Großvater kam gemeinsam mit meinen Eltern in den 60er Jahren als Spätaussiedler aus Polen – ehemals Schlesien. Er war lange Jahre Organist in einer Kirche und hat früher Tanzmusik gemacht“, erinnert sich Reinhard Lisecki.

Der 1975 Geborene ist seit 2007 mit seiner Frau Daniela verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder: Clemens und Bastian. Sie spielen seit einigen Jahren Cello sowie Klavier und begleiten den Papa bei Konzerten in Löf. Aber auch die Mama ist musikalisch: „Wir haben uns passenderweise beim Musizieren in unserer Schulbigband kennengelernt. Heute singt Daniela in einem Koblenzer Chor“, erzählt der Familienvater.

Dessen Biographie ist geprägt von der Liebe zur Musik. Er machte bereits im Kindergartenalter in der Kreismusikschule Mayen-Koblenz seine ersten musikalischen Erfahrungen und erlernte im Musikverein Urmitz/Bahnhof das Trompetenspielen. Nach seinem Wehrdienst begann er als 1. Trompeter beim Heeresmusikkorps 300 ein Musikstudium an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Dieses schloss er 2002 mit Auszeichnung ab.

Es folgten Engagements und Gastspiele bei verschiedenen Orchestern, wie etwa bei den Düsseldorfer Symphonikern, der Klassischen Philharmonie Bonn, dem Sinfonieorchester Osnabrück oder der Rheinischen Philharmonie Koblenz. Weiterbildungen brachten ihn unter anderem mit Rüdiger Baldauf (TV Total Band), Uwe Köller (German Brass) und Klaus Schuhwerk (Musikhochschule Basel) zusammen.

Von 2001 an leitete er als Kreismusikleiter zehn Jahre lang das Kreisjugendorchester Mayen-Koblenz. In dieser Zeit nahm er an Workshops mit einigen der wichtigsten Komponisten für Blasorchesterliteratur – Jacob de Haan und Otto M. Schwarz – teil. In weiteren Workshops an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim, sowie an der Bundesakademie in Trossingen, verfeinerte er seine Ausbildung als Dirigent.

Seit 2002 schwingt er beim Musikverein Löf den Taktstock. Sein Wissen setzte er auch als Gastjuror ein, beispielsweise bei Regionalentscheidungen des Wettbewerbes „Jugend musiziert“. Sein 2. Staatsexamen schloss Reinhard Lisecki 2007 ab, er unterrichtet seitdem an der Realschule Mendig die Fächer Musik und Mathematik. Er gibt seine Liebe zur Musik an seine Schüler und Schülerinnen weiter.

Unter seiner Leitung wurden im Schuljahr 2010/11 die sogenannten „Bigband Klassen“ eingerichtet, in denen analog zu den bekannten Bläserklassen Instrumente im Klassenverband erlernt werden: „Der Schwerpunkt ist allerdings etwas anders gelagert, Melodien aus dem Jazz, Swing und Blues bestimmen den Unterricht. Improvisation als bekanntestes Stilmittel des Jazz gibt den Schülern einen großen kreativen Freiraum“, erläutert Reinhard Lisecki, in dessen Privatleben die Musik ebenso einen hohen Stellenwert hat:

„Neben dem Schreiben von Arrangements für verschiedene musikalische Besetzungen, ist meine große Leidenschaft das Musical, eine Musikform, die perfekt alle Zutaten einer modernen Aufführung zusammenführt: Gesang, Tanz, Schauspiel, Kostüm, Live-Musik und eine spektakuläre Bühnenshow mit ausgefeilter Licht- und Tontechnik. Es ist wunderbar, dass ich beim Löfer Musikverein seit vielen Jahren die Möglichkeit erhalte, viele meiner Ideen „Musical-like“ umsetzen zu können. So waren für mich die Titel aus „Les Miserables“, „Grease“ oder etwa „Wicked“ echte Highlights in den letzten Jahren“, schwärmt er.

Musik als universelle Sprache

Er sieht die Musik als eine universelle Sprache, die überall verstanden wird und das gemeinsame Musizieren als die schönste Art der Kommunikation: „Musik ist ein gutes Mittel, um Emotionen zu entfachen und zu erleben. Sie wirkt nachweislich bei Ängsten und Stress und sorgt, wissenschaftlich erwiesen, für Transfereffekte, die sich in anderen Bereichen des Lebens bemerkbar machen. Verbesserte Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer, das „aufeinander hören können“ sind so wichtige Eigenschaften die, und davon bin ich überzeugt, für ein besseres Miteinander in unserer Gesellschaft sorgen.“

Der leidenschaftliche Musiker sieht in diesen schwierigen Zeiten, wo Corona unser Leben bestimmt, wie elementar Musik ist und welche kreativen Blüten sie entwickelt. Denn da momentan das gemeinsame Musizieren in vielen Bereichen ausfallen muss, stellen viele Künstler und Orchester Konzerte online. Reinhard Lisecki freut sich über den Erfindergeist einiger Menschen in Italien: „Es kursierten Videos, auf denen viele Bewohner eines Wohnblocks zusammen musizierten, allesamt auf den Balkonen stehend und gemeinsam singend. Hierzu passt mein Lieblingszitat von Victor Hugo „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“

Seine musikalische „Arbeit“ ist für ihn und den Musikverein Löf eine Konstellation, die für alle Vorteile bringt: er kann seine Leidenschaft ausleben und verbreiten, die Musiker/innen eine Menge von einem humorvollen, menschlichen Lehrer lernen. So begann vor vielen Jahren eine gemeinsame Erfolgsgeschichte, geprägt von musikalischem Genuss, die bis heute anhält. EP

Bei Konzerten des Musikverein Löf, hat derDirigent seinen Spaß bei Interaktionen mit dem Publikum.

Bei Konzerten des Musikverein Löf, hat der Dirigent seinen Spaß bei Interaktionen mit dem Publikum.

Ein Mann – ein Stab – und die Liebe zur Musik

Seine Leidenschaft zur Musikgibt der Dirigent bei den Proben an das Orchester weiter.

Seine Leidenschaft zur Musik gibt der Dirigent bei den Proben an das Orchester weiter.

Im Duett mit Svenja Braun begeisterte Reinhard Lisecki beim Konzert Musik-Wein-Kultur-pur. Fotos EP

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