Allgemeine Berichte | 30.09.2020

Rheinisches Bildungszentrum Neuwied

Ein Schritt zur „Anerkennung und Aufwertung unseres Berufes“

Premiere: Acht Auszubildende haben die Deklaration der rheinland-pfälzischen Pflegefachpersonen abgelegt

Elena Wolf, Lea-Sophie Schneider, Michael Ogon und Vanessa Kunz (vordere Reihe von links) haben das feierliche Versprechen abgelegt. Schulleitung und Lehrkräfte sind stolz auf sie.Foto: hf

Neuwied. Eigentlich wird Selbstverständliches beschrieben, wenn es in der Deklaration einleitend heißt: Ich verspreche, meinen Beruf gewissenhaft unter Einsatz meiner pflegerischen Fähigkeiten auszuüben. Die Betreuung der mir anvertrauten Menschen ist für mich der Fokus meiner Tätigkeit. Die Förderung und Wiederherstellung ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens stehen im Zentrum meines beruflichen Handelns. Es ist für die Pflegenden aber auch eine Selbstverpflichtung und Selbst-Vergewisserung, was hier in der Berufsordnung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, die zum Jahresbeginn in Kraft getreten ist, formuliert ist. – Acht Auszubildende des Rheinischen Bildungszentrums (RBZ) in Neuwied haben dieses feierliche Versprechen jetzt abgegeben – und zwar im Rahmen der Zeugnisübergabe zum Abschluss ihrer dreijährigen Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege. Sie sind die ersten in ganz Deutschland, die das getan haben. „Wir haben das spontan gemacht“, sagen Lea-Sophie Schneider und Elena Wolf. Die beiden jungen Frauen halten die Deklaration für „eine tolle Idee“, denn sie führe vor Augen und bringe auf den Punkt, „dass wir einen sehr verantwortungsvollen Beruf haben“. Und auf den dürfe man als Pflegefachkraft zu Recht stolz sein. Deshalb, und da stimmen ihnen ihre ehemaligen Mitschüler Michael Ogon und Vanessa Kunz zu, sei diese Deklaration auch ein Schritt zur „Anerkennung und Aufwertung unseres Berufes“. Und für die Zukunft hoffen sie, dass diese Deklaration für die Pflegenden ebenso selbstverständlich und gesellschaftlich anerkannt wird wie es der Hippokratische Eid für die Ärzte ist. Dass gleich acht Auszubildende dieses feierliche Versprechen abgelegt haben, mag damit zusammenhängen, dass im Unterricht das berufliche Selbstverständnis großen Raum eingenommen hat, wie Schulleiterin Dr. Maria Krupp erläutert. Für Elena Wolf war aber noch etwas anderes für ihre Entscheidung mit ausschlaggebend: Wenn man sich vor Dienstbeginn den Text noch einmal in Erinnerung rufe, dann – so hofft sie – wird das helfen, „dass ich mit der Zeit nicht in Alltagsroutine verfalle“. Für sie sind nämlich Professionalität und Menschlichkeit die Gründe, „warum ich diesen Beruf erlernt habe“. Deshalb ist es für sie und ihre Kolleginnen und Kollegen auch selbstverständlich, was im Schlusssatz der Deklaration zum Ausdruck kommt: In allen Situationen werde ich die Ehre und das Ansehen des Berufsstandes wahren. Das Versprechen haben abgelegt Nils Ermert, Vanessa Kunz, Maren Mergenthal, Donika Mustafa, Michael Ogon, Hannah Lena Rothstein, Lea-Sophie Schneider und Elena Wolf.

Pressemitteilung

Rheinisches

Bildungszentrum Neuwied

Elena Wolf, Lea-Sophie Schneider, Michael Ogon und Vanessa Kunz (vordere Reihe von links) haben das feierliche Versprechen abgelegt. Schulleitung und Lehrkräfte sind stolz auf sie.Foto: hf

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Kommentare
01.10.202013:06 Uhr
juergen mueller

Anerkennung und Aufwertung des Pflegeberufes.
Das sollte man denjenigen einmal näherbringen, die immer nur davon reden, ohne etwas zu bewirken ... der POLITIK.
Hier kann man mit Recht sagen:"Große Fresse und nichts dahinter".
Genaugenommen führt der Pflegeberuf ein Nischendasein - überlastet - unterbezahlt und nicht in dem Maße anerkannt, wie er es verdient hätte.
Wer sich dennoch entschließt, diesen Beruf zu ergreifen, dem gebührt Hochachtung (von der alleine er jedoch auch nicht satt wird).
Politiker reden von ihrem Beruf als "dem brutalsten Job" - sollten jedoch einmal 4 Wochen den einer Pflegekraft ausüben, dann, hoffentlich, wissen sie wovon sie reden.

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