Schülerinnen und Schüler der Dr. Zimmermannschen Wirtschaftsschule setzen sich mit dem Thema „Gewalt gegen Frauen“ auseinander
Ein Thema mit viel Brisanz
Koblenz. Im Rahmen der Vortragsreihe „Ethik an der Wirtschaftsschule“ an der Dr. Zimmermannschen waren am 8. Mai Frau Neisius, die Leiterin des Frauenhauses Koblenz, und ihre Kollegin Frau Hamann zu Gast.
Etwa 25 Prozent der in Deutschland lebenden Frauen sind von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen. Dies ergab eine repräsentative Studie zur „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“. 42 Prozent der Befragten erlebten psychische Gewalt, 58 Prozent sexuelle Belästigung - darauf machten Frau Neisius und Frau Hamann bei der Veranstaltung zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam.
Es handelt sich dabei um ein gesamtgesellschaftliches Problem. Bereits im Vorfeld dieses Themennachmittags im Rahmen der Vortragsreihe setzten sich die Schülerinnen und Schüler der Höheren Berufsfachschule (Organisation und Officemanagement) im Religions- und Ethikunterricht mit diesem Thema auseinander.
Wann gerät eine Partnerschaft in eine Schieflage, in der einer der beiden beginnt, Gewalt gegen den anderen auszuüben? Das war eine der zentralen Fragen, die die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den beiden Referentinnen in einem Workshop erarbeiteten. Es zeigte sich, dass es eine Vielzahl von Warnsignalen gibt, die auf ein Problem in einer Paarbeziehung hinweisen, schon bevor körperliche Gewalt ins Spiel kommt.
Wenn der Partner seine Freundin in der Öffentlichkeit bloßstellt, wenn er sein eigenes Verhalten herunterspielt, wenn er es ihr nie rechtmachen kann, wenn sie grundlos eifersüchtig ist - alles das sind Warnsignale! Und natürlich gelten diese für beide Geschlechter. Denn wie die Referentinnen hinwiesen, gibt es natürlich auch Frauen, die Gewalt gegenüber ihrem Partner ausüben - wenn auch die Mehrzahl der Opfer Frauen sind.
Im Anschluss gab Frau Alexandra Neisius Einblicke in ihre Arbeit. So gibt es in Deutschland zwar 353 Frauenhäuser, die Plätze reichen jedoch nicht aus. Auch das Koblenzer Frauenhaus ist mit seinen sieben Plätzen immer ausgelastet und einige Frauen können nicht sofort aufgenommen werden. Positiv ist zu bewerten, dass in der Nachbarstadt Andernach bald ein Frauenhaus eröffnet wird.
