Engers vor 50 Jahren
Ein Wagen von der Linie 7
50 Jahre ÖPNV Engers-Bendorf
Neuwied-Engers. Nach jahrzehntelangen Bemühungen war es im August 1969 endlich soweit und man konnte von Engers, damals noch eine selbstständige Stadt, mit dem Omnibus nach Bendorf fahren. Dabei reichte der Wunsch der Engerser Bürger zur Einrichtung einer solchen Verkehrsverbindung viel weiter zurück. Bereits zu Zeiten der Straßenbahn, der Neuwieder Kreisbahn, die ab dem Jahr 1909 die Orte des ehemaligen Amtes Engers mit der Kreisstadt Neuwied verband, wurde immer wieder über eine Straßenbahnverbindung nach Sayn oder Bendorf diskutiert. Man erhoffte sich in Engers und Bendorf nach damaliger Auffassung einen intensiven Lokalverkehr. In den 1920iger Jahren gab es bereits genaue Pläne, wie eine solche Verbindung von der Bendorfer Straße in Engers in den Nachbarort aussehen könnte. Anstöße dazu kamen meist - sicher nicht ganz uneigennützig - aus dem Koblenzer Raum, zumal es sogar gelegentlich Diskussionen über einen Zusammenschluss der Orte Engers und Bendorf gab. Diese Diskussionen riefen allerdings Anfang der Zwanzigerjahre des vorigen Jahrhunderts den Leiter der städtischen Werke Neuwieds auf den Plan, der ein wirtschaftliches Abkoppeln des Amtes Engers vom Landkreis Neuwied befürchtete, „wenn die Coblenzer Straßenbahn nach Engers durchgebaut würde“. Hingegen sprach sich der Engerser Bürgermeister mit Entschiedenheit für die Schaffung einer solchen Straßenbahnverbindung nach Bendorf aus, die jedoch nie zustande kommen sollte.
Fast ein halbes Jahrhundert später war es dann endlich soweit und Engers erhielt eine Nahverkehrsverbindung nach Bendorf, die auch heute noch existiert. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt die Epoche der Straßenbahn in Engers schon zwei Jahrzehnte zu Ende und es kamen moderne Linienbusse des Herstellers MAN zum Einsatz, die viele Jahre lang den Öffentlichen Personennahverkehr der Region prägten.
Jürgen Moritz
