Allgemeine Berichte | 13.12.2016, 00:00 Uhr

Helfen gewinnt

Ein Zwilling kommt selten allein

Der Bunte Kreis halft den jungen Eltern mit einer Nachsorgeschwester aus dem Team Koblenz

Natalie Tups mit ihren Zwillingen Milan und Lilly , die nun nun wohlauf sind  Privat, Bunter Kreis Rheinland
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Koblenz/Dausenau. Mein Name ist Milan Tups aus Dausenau - das liegt an der wunderschönen Lahn. Ich bin heute 10 Monate alt und alle finden, dass ich einen gesunden Appetit habe und ziemlich kräftig bin. Ich hab noch eine kleine Schwester, also eigentlich ist sie so alt wie ich, aber sie ist halt kleiner und dünner.

Unsere Geburt ging ziemlich flott, Mama hat nur vier Stunden gebraucht.

Und ich war zuerst auf der Welt, 8 Minuten vor Lilly, und wog mit 43 cm immerhin ganze 1.470 Gramm. Obwohl Lilly viel zu viel Fruchtwasser hatte, wog sie nur 1.190 Gramm und war gerade einmal 39 cm groß.

Meine Mama Natalie und mein Papa Thorsten hatten wegen des Fruchtwassers große Angst um Lilly, und Mama musste sehr viel liegen und hatte dolle Schmerzen. Schade war ja, dass wir zwei Tage nach Nikolaus auf die Welt kamen; im Kemperhof in Koblenz. Und dann haben wir auch noch Heiligabend und Sylvester verpasst, weil wir dort auf der Intensivstation liegen mussten. Das war ziemlich blöd und wir hatten überall Schläuche und es piepste den ganzen Tag und auch nachts.

Und Mama und Papa waren auch sehr traurig, dass sie ihr erstes Weihnachten als Großfamilie nicht zuhause mit uns feiern konnten.

Meine Eltern kamen uns jeden Tag besuchen und waren immer voller Sorgen.

Ich hatte so einen Gefäßfehler und Lilly konnte die Milch, die Mama immer abgepumpt und mitgebracht hat, nicht verdauen und sollte in der Universitätskinderklink in Bonn operiert werden. Das war wieder so eine doofe Sache, denn sie fehlte mir schon sehr. Aber Mama war jeden Tag bei mir, Papa bei Lilly oder umgekehrt oder zusammen – das war ziemlich chaotisch.

Noch vor Weihnachten wurde meine Schwester operiert und dann in die Kinderklinik an der Adenauerallee in Bonn verlegt. Anfang Januar wurde die Lage besser, weil Lilly zu mir zurück aus das Zimmer im Kemperhof verlegt wurden.

Das war auch leichter für Mama und Papa, weil sie sich nicht mehr aufteilen und nicht so weit fahren mussten. Hier auf der Intensivstation durften wir dann ein paar Stunden auf den Armen unserer Eltern liegen – soooo schön!

Und während es Lilly jeden Tag besser ging, lief es bei mir auf einmal nicht mehr so gut. Die Ärzte fanden mein Blut schlecht und haben es zweimal austauschen müssen. Und viele Medikamente habe ich auch noch nehmen müssen. Endlich haben mich meine Eltern am 27. Januar 2016 abgeholt und nachhause gebracht.

Das war große Klasse, da hatte uns mein Papa ein wunderschönes Kinderzimmer und ein Badezimmer gebaut, es gab viele tolle Spielsachen und drei Meerschweinchen.

Nur Lilly hat mir sehr gefehlt. Sie kam erst drei Wochen später nachhause, weil sie die Impfungen nicht so gut vertragen hat wie ich. Ihr Herz musste auch noch einige Zeit zuhause über einen Bildschirm beobachtet werden.

Nach der Geburt auf die Intensivstation

Als es wärmer draußen wurde und Papa sich ein paar Tage Urlaub nehmen konnte, war es für mich und Lilly richtig toll. Wir haben uns bemüht, Mama immer in Bewegung zu halten, damit sie so oft wie möglich in unserer Nähe war.

Wenn ich gerade ein paar Stunden geschlafen habe, hatte Lilly die Windel voll. War die gewechselt, wurde ich wach und hatte Hunger.

Weil wir das selbstständige Trinken aber nicht gewöhnt waren, dauerte es sehr lange, bis wir satt waren.

Und das mit dem Stillen mochte ich auch nicht so gern, Flasche war cooler. Also hat uns Mama gestillt, danach ihre Milch abgepumpt und ich konnte gemütlich einschlafen. Und wenn ich gerade von süßer Milch träumte, wachte Lilly auf und hatte natürlich auch Hunger. Na ja, so ging das Tag und Nacht und Mama hatte trotzdem meist ziemlich gute Laune.

Wir fahren mit ihr zum Einkaufen in den Rewe, weil es dort einen Wagen extra für Zwillinge gibt. Und sie macht das Haus sauber, wenn Papa zuhause ist und mit uns spielt. Wäsche wäscht sie jeden Tag und lacht trotzdem immer.

Nette Ärzte und Schwestern im Kemperhof

Im Kemperhof gab es viele nette Schwestern und Ärzte, die sich um uns gekümmert haben. Schwester Hava arbeitet auch noch für den Bunten Kreis Rheinland. Sie hat ihre Kollegin, eine Nachsorgeschwester aus dem Team Koblenz, zu uns nachhause geschickt. Dagmar van den Berg hat Mama einige Wochen dabei geholfen, uns zu versorgen.

Sie hat ihr Tipps gegeben, wie man zum Beispiel unser Gewicht kontrolliert und Mamas viele Fragen beantwortet über zu früh geborene Babys. Und manchmal hat sie auch beim Fläschchen geben geholfen, ist mit zum Arzt gefahren und hat uns so eine coole Gymnastikfrau vermittelt, die mit uns geturnt hat. Wenn Dagmar zu Besuch bei uns war, ging es Mama viel besser, denn sie war nicht mehr so unsicher - und dann ging es uns allen anderen auch noch viel besser.

Bunter Kreis Rheinland

Natalie Tups mit ihren Zwillingen Milan und Lilly , die nun nun wohlauf sind Foto: Privat, Bunter Kreis Rheinland

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