Allgemeine Berichte | 07.08.2019

Tolles Fest zum Jubiläum

Ein halbes Jahrhundert würdig gefeiert

Gemeinde hatte zu rundem Festprogramm geladen

Reaktionen der Bürger und Ortsvertreter kurz vor der Geburt der Gemeinde brachte der Laienspielkreis Oberbachem mundartlich-humoristisch auf die Bühne.Fotos: CEW

Wachtberg. Randvoll wurde die Aula in Berkum mit allem, was Rang und Namen hatte. Schier endlos schien die Liste der Honoratioren zu sein, die Bürgermeisterin Renate Offergeld namentlich begrüßte.

Dr. Norbert Röttgen, Oliver Krauß, Stefan Kämmerling und Jörn Freynick waren ebenso unter den Zuschauern wie Landrat Schuster, Altbürgermeister Hans-Jürgen Döring und die beiden Kreistagsabegeordneten Christoph Fiévet und Paul Lägel sowie Ratsvertreter früherer Legislaturperioden Herbert Menke und Dr. Wolf Preuss, die die erste Ratssitzung Wachtbergs als Ratsherren miterlebt haben.

Unter den Wachtbergern hatten sich außerdem die Vertreter der Schulen und Kindergärten auf den Weg nach Berkum gemacht, die Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr und der Polizei, die Pfarrer Michael Hoßdorf und Günter Schmitz-Valadier. Auch Gabriela Freifrau von Loë als Vertreterin des DRK-Ortsverbands, Kurt Zimmermann und Gero Nölken vom Ökumenischen Arbeitskreis, viele Neubürgerinnen und Neubürger, Vertreter der Sparkassen, der Fraunhofer Gesellschaft und des Energieunternehmens enewa waren zum Festakt gekommen. Ebenso begrüßte die Bürgermeisterin die Gattin des Ehrenbürgers Hans-Dietrich Genscher, Barbara Genscher, den Beigeordneten Swen Christian und die stellvertretenden Bürgermeister Paul Lägel, Oliver Henkel und Christian Stock sowie die Vertreter der benachbarten Kommunen Stefan Raetz, Dr. Robert Datzer, den Beigeordneten Holger Jung, Christoph Jansen aus Bad Godesberg, und die Beigeordneten Ingo Derz und Rainer Doemen.

Auf der Bühne skizierten zu Beginn die Schauspieler des Laienspielkreises Oberbachem in unnachahmlich-mundartlicher Manier Haltungen von Volk und Volksvertretern angesichts der Entscheidungen, die es zur Neuordnung des Gemeinwesens zu treffen gab.

„Mir jonn nit noh Joodesberch“ (Wir gehen nicht nach Godesberg) hörte man den Wiederspruch von den geografisch bei Bonn liegenden Orten ebenso wie die Darstellung widersprüchlicher Haltungen in Pech: „Die Beamte, die sinn dafür, ävver die Lück, die Lück wulle dat nit.“ (Die Beamten wollen das, aber die Einheimischen nicht) Auch in Adendorf regte sich Widerstand gegen den Anschluss an die Nachbarstadt: „Wenn die Meckemer us schlicke dääte, dann wöre mer fott vum Finster.“ (Wenn Meckenheim uns schluckt, dann verschwinden wir von der Bildfläche) „Die hann ene Ratsch im Kappes!“ (Die sind nicht ganz bei Trost) und trotzige Parolen „Mir sinn dat Ländche“ (Wir sind ds Drachenfelser Ländchen) hörte man zustimmend das demonstrierende Volk im Hintergrund.

Mit Herz und Verstand hörte man auch Landrat Schuster, der die Errungenschaften des zu Beginn als Halskrausenkreis verspotteten Rhein-Sieg-Kreises hervorhob. Die Gebietsreformen resultierten aus der Notwendigkeit, weil die vorhandenen Strukturen für den massiven Zuzug durch den Hauptstadtstatus Bonns und die Versorgung der Menschen nicht ausreichten. Geografische Herausforderungen seien zu bewältigen gewesen, Wachstum verlangte nach Infrastruktur.

Hans-Jürgen Döring beschrieb den Zustand des Ländchens vor dem und zum Zeitpunkt der Neuordnung sehr bildlich. Ein paar Kühe, Ochsenkarren, Rauchschwaden über den Brennöfen in Adendorf, Steinbrüche und Tongruben. Die Veränderungen der Infrastruktur brachte er deutlich auf den Punkt: „Weniger als zehn Prozent der Haushalte waren damals kanalisiert. Auch ein abenteuerliches Verwaltungskonstrukt angesichts der Tatsache, dass es zwar eine Gemeinde, aber noch keinen Rat gab, ließ er in seinen Berichten nicht aus. Sebastian Luhmer wurde seinerzeit kurzerhand zum „Mit der Wahrnehmung der Aufgaben des Gemeinderats Beauftragten“ ernannt. „Dessen Entscheidungen waren zwangsläufig immer einstimmig“, setzte er schmunzelnd hinzu.

Aber nicht nur Kanäle, ein Schulzentrum, Turnhallen, Kindergärten, ein neues Rathaus und der Rheinhöhenfriedhof seien Errungenschaften für alle in Wachtberg gewesen. Auch und gerade das kulturelle Gemeinwesen habe sich mit dem Ausbau von Kulturangeboten stark gewandelt. Studiobühne, Gewerbeschauen, Konzertprogramme, Ferienfreizeiten, Jugendparlament und vieles mehr sorgten für ein Miteinander in Wachtberg.

Eine Kostprobe der kulturellen Errungenschaften hörte man von Mitgliedern des Wachtberger Kammerorchesters mit der „Intrada aus Antiche Danze Ungheresi“, der „Petite Symphonie 1. Satz“ und „Rigaudon – Bourrée“ sowie in einer Hommage an Wachtberg, die Joana Bungert in Gedichtform vortrug.

Das Bläserquintett des Wachtberger Kammerorchesters spielte zum Festakt.

Das Bläserquintett des Wachtberger Kammerorchesters spielte zum Festakt. Foto: Petra Reuter

Bürgermeisterin Renate Offergeld begrüßte die Gäste.

Bürgermeisterin Renate Offergeld begrüßte die Gäste. Foto: Petra Reuter

Landrat Schuster stellte die Errungenschaften des anfangs als Halskrausenkreis verspotteten Rhein-Sieg-Kreises heraus.

Landrat Schuster stellte die Errungenschaften des anfangs als Halskrausenkreis verspotteten Rhein-Sieg-Kreises heraus. Foto: Petra Reuter

Hans-Jürgen Döring erinnert an die Anfänge und die Entwicklung Wachtbergs.

Hans-Jürgen Döring erinnert an die Anfänge und die Entwicklung Wachtbergs.

Reaktionen der Bürger und Ortsvertreter kurz vor der Geburt der Gemeinde brachte der Laienspielkreis Oberbachem mundartlich-humoristisch auf die Bühne.Fotos: CEW Foto: Petra Reuter

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