St. Sebastianus-Kunibertus Schützenbruderschaft Heimerzheim von 1515 feiert ihr 500-jähriges Bestehen
Ein halbes Jahrtausend Schützenbruderschaft
Swisttal-Heimerzheim. Drei Tage festliche Aktivitäten, Hunderte von Gästen aus nah und fern, ein Mammutprogramm, und aus vielen Augen leuchtete der Stolz, einer Bruderschaft anzugehören, die nun seit 500 Jahren besteht und so lebendig ist wie eh und je. Das Jahr 1515 ist historisch belegt, erstmals wurde in „Heimersheim up ter Twisten“ eine St. Sebastianus-Bruderschaft erwähnt. 1963 erfolgte der Zusammenschluss mit der St. Kunibertus-Bruderschaft. Die „Kubertianer“ waren aus dem 1871 gegründeten Kriegerverein hervorgegangen und 1947 auf Initiative des damaligen Pfarrers Theodor Giesen in eine Bruderschaft umgewandelt worden. Die Vorbereitungen zum Jubiläumsfest begannen bereits vor rund drei Jahren. Und es wurde „ein Fest für ganz Heimerzheim“, wie Pressewart Günter Hemgesberg betonte.
Drei Tage Kaiserwetter zum Jubiläum
Zum Feiern war auf dem Schützengelände ein großes Zelt aufgebaut worden.
Der Freitagabend begann mit einem Konzert der Coverband „The Queen Kings“ mit der Vorgruppe „Grey Pearls“.
Der Samstag stand im Zeichen eines Familiennachmittags mit Kinderschminken und einer Hüpfburg, am Abend wurde es dann zum ersten Mal feierlich. Die Diözesan-Standarte wurde von den Mertener Schützen an die Heimerzheimer Schützen übergeben. Anschließend gab es Musik und ein Unterhaltungsprogramm. Viele der rund 300 Mitglieder aus der großen Heimerzheimer Schützenfamilie waren gekommen, dazu Gäste aus den anderen 13 Mitgliedsbruderschaften im Bund Vorgebirge, aber auch Schützenfreunde aus Bad Godesberg, Meckenheim, Rheinbach und sogar aus dem hohen Norden, aus Kappeln an der Schlei. „Insgesamt waren wohl fast tausend Menschen hier, um gemeinsam dieses für uns so bedeutsame Jubiläum würdig zu begehen“, erklärte Günter Hemgesberg.
Zum festen Bestandteil der Schützenbruderschaften gehört die Bindung an die Katholische Kirche. So begann der Sonntag selbstverständlich mit einem Festgottesdienst im Zelt, es wurde der erste Höhepunkt des Tages. Bezirkspräses Dechant Rainer Ollig und Pfarrer Michael Eschweiler „boten“ den begeisterten Teilnehmern eine Mundartmesse in bestem kölschen Platt. Im Mittelpunkt der Predigt standen die Glaubenssätze der Schützenbruderschaften „Glaube, Sitte, Heimat“. Auch die evangelische Pfarrerin Claudia Müller-Bück wohnte der Messe bei. Ganz begeistert von der Mundartmesse war auch der Hochmeister der deutschen Schützenbruderschaften, Emmanuel Prinz zu Salm Salm, der Ehrengast der Jubiläumsfeierlichkeiten.
Großer Festumzug mit mehr als 15 Gruppen
Nach einer Stärkung bei einem Frühstück beziehungsweise Mittagessen im Zelt formierte sich der große Festumzug. Mehr als 15 Gruppen hatten sich angemeldet. Neben den Schützen der Region gingen unter anderem die Heimerzheimer Karnevalisten der KG sowie der Ehrengarde, der Männerverein St. Martin sowie der Junggesellenverein mit, aus Bad Godesberg sowie aus Rheinbach waren die Stadtsoldaten mit großen Kontingenten erschienen, dazu kamen etliche Musikkapellen und Spielmannzüge.
Nach dem Umzug durch Heimerzheim, immer noch bei strahlendem Sonnenschein, erfolgte der Vorbeimarsch des Festzuges an den Majestäten und Ehrengästen, die sich auf der Treppe der Pfarrkirche St. Kunibert postiert hatten. Mit „Augen rechts“ und gezücktem, abgesenkten Säbel defilierten die Schützen vorbei und boten dabei ein schönes Bild.
Dank an die Dorfgemeinschaft
Brudermeister Werner Neubauer dankte allen fleißigen Helferinnen und Helfern, die so ein Fest überhaupt erst ermöglicht haben. Neubauer: „Es war ein angemessenes Fest zu dieser langen historischen Zeitschiene. Wir Schützen sind begeistert, dass wir so viel Hilfe von unseren örtlichen Vereinen bekommen haben, allein hätten wir dies nicht stemmen können. Dieses Zusammenstehen hilft natürlich auch dem Zusammenhalt hier im Ort.“
Die Majestäten und Ehrengäste genießen den Vorbeimarsch der Schützen. Fotos: Weigert
Das Heimerzheimer Kaiserpaar Günter und Edeltraud Buckesfeld.
Auch Musik gehört zum Festumzug.
