Allgemeine Berichte | 06.09.2019

Waldbreitbacher Hospizstiftung, Neuwieder Hospizverein und Ambulante Hospiz luden ein

Ein lebendiger Umgang mit dem Thema Sterben und Tod

Symposium gibt dem Unsagbaren Raum

Die Teilnehmer des Symposiums suchten auf ganz unterschiedliche Weise Antworten auf die Frage „Wie geht das eigentlich, Sterben?“.Foto: Hospizverein

Neuwied. Wie ein Baum im Wind mit ausgestreckten Armen wiegt sich Felix Grützner hin und her. Ein schönes Bild, dass er da auf der Bühne im Gemeindehaus der Friedenskirchengemeinde in Heddesdorf mit seinem Körper malt. Ein Baum, der Halt gibt in schweren Zeiten, der schützend sein Blätterdach ausbreitet und Trost spendet. Doch dies ist nicht das einzige Bild, das die Zuschauer in den Bann ziehen soll. Felix Grützner (Tänzer und Choreograph, promovierter Kunsthistoriker und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Palliativmedizin der Universität Bonn) lässt, gemeinsam mit der Flötistin Britta Bauer, auch den Tod auftreten vor den vielen Gästen, die eine Antwort auf die Frage, „Wie geht das eigentlich, Sterben?“, suchen. „Bin Freund und komme nicht zu strafen – ein anderer Totentanz“ lautet der Titel dieser ganz besonderen Tanzaufführung, die Gefühle, wie Angst, Trauer und Hoffnung mitten unter die Zuschauer bringt, sie ganz individuell erlebbar macht und Raum für eigene Gedanken zu den Themen Sterben und Tod schafft. Eingeladen zu diesem Abend hatten die Waldbreitbacher Hospizstiftung, der Neuwieder Hospizverein und das Ambulante Hospiz Neuwied. Aus ganz unterschiedlichen Perspektiven wollte man auf das Sterben blicken. „Die Frage nach dem, was eigentlich beim Sterben passiert, lässt uns nicht los“, sagte Christoph Drolshagen von der Leitung der Marienhaus Hospize. Warum die Menschen auf der Suche nach einer Antwort seien, kann auch er nur vermuten. „Vielleicht hilft es zum Leben und dabei, sich einzuüben in das Loslassen“. In der letzten Phase des Lebens ginge es nicht mehr darum, die Krankheit zu besiegen, wohl aber, Frieden zu schließen, immer mehr zurückzulassen und letztendlich gelassen zu werden. So jedenfalls brachte es die Logotherapeutin Hildegard Schanz auf den Punkt. „Sterben heißt aufhören, sich überleben zu wollen. Wer auf den Tod gefasst ist, ist der Ewigkeit nahe“, sagte der Seelsorger Klaus Hamburger. Er, Hildegard Schanz, der ehrenamtliche Hospizbegleiter Thomas Weber und die Palliativärztin und Hausärztin Dr. Ute Bettig schilderten ihre, teilweise auch sehr privaten Erfahrungen mit Sterbenden. Wie unterschiedlich Menschen voneinander Abschied nehmen und wie es ist, wenn ihnen dieser Abschied verwehrt ist, das beschrieb, beispielsweise, Thomas Weber eindrücklich. Doch was ist zu tun, wenn der Tod unausweichlich ist und das Leben endet? „In diesem Prozess ist eine liebevolle Zuwendung und das Akzeptieren das Wichtigste“, sagte Dr. Ute Bettig. So versprach auch Grützner bei seinen ersten Schritten auf dem Parkett: „Ich komme nicht zu strafen, sollst sanft in meinen Armen schlafen“. Seiner nicht ganz ernst gemeinten Aufforderung zum Tanz wollten denn auch am Ende einer interessanten und spannenden Veranstaltung die Männer und Frauen in den Zuschauerreihen nicht wirklich nachkommen. Wie gut, dass an diesem Tag der Lebenstänzer Grützner nach der Pfeife von Musikerin Britta Bauer zu tanzen hatte und so auf wundervolle Weise dem Ungesagten und Unsagbarem Raum gab.

Eine inspirierende Tanzaufführung brachten die Flötistin Britta Bauer und der Lebenstänzer Dr. Felix Grützner auf die Bühne. Foto: Hospizverein

Eine inspirierende Tanzaufführung brachten die Flötistin Britta Bauer und der Lebenstänzer Dr. Felix Grützner auf die Bühne. Foto: Hospizverein

Die Teilnehmer des Symposiums suchten auf ganz unterschiedliche Weise Antworten auf die Frage „Wie geht das eigentlich, Sterben?“.Foto: Hospizverein

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