Allgemeine Berichte | 25.07.2016

Eröffnungskonzert der Kultur- und Erlebniswoche „Nacht der Vulkane“

Ein legendärer Chor vor großartiger Kulisse

Englisches Vokalensemble „The Tallis Scholars“ gastierte in der Abteikirche Maria Laach

Ein legendärer Chor vor großartiger Kulisse

Maria Laach. Im Rahmen des Festivals RheinVokal präsentierte das englische Vokalensemble „The Tallis Scholars“ am vergangenen Sonntag in dem einmaligen Ambiente der Abteikirche Maria Laach ein geradezu atemberaubendes Eröffnungskonzert der Kultur- und Erlebniswoche „Nacht der Vulkane“.

Vor Beginn des Konzerts hatten die Sponsoren der „Nacht der Vulkane“ – Volksbank RheinAhrEifel eG, KSK Mayen, KSK Ahrweiler, RWE, EVM, Rhodius Mineralquelle, Vulkan-Brauerei und Bitburger Trinkkontor – sich gemeinsam mit Vertretern der Kommunalpolitik, darunter die Bürgermeister (bzw. deren Stellvertreter) der Verbandsgemeinden Mendig, Pellenz und Brohltal, Erich Schlich (Beigeordneter VG Mendig), Klaus Bell und Johannes Bell sowie Mendigs Stadtbürgermeister Hans-Peter Ammel zu einem Empfang in der Villa Reuther eingefunden, wo sie von Prior Administrator Pater Andreas Weber und VG-Bürgermeister Johannes Bell begrüßt wurden. Von der BBC als einer der großartigsten kulturellen Exporte Großbritanniens bezeichnet, gastierte das auf geistliche Vokalmusik der Renaissance spezialisierte Vokalensemble „The Tallis Scholars“ unter seinem Leiter Peter Philipps u.a. bereits in der Sixtinischen Kapelle, der New Yorker Carnegie Hall, im Opera House Sydney, der Berliner Philharmonie und der Royal Albert Hall. In der romanischen Basilika von Maria Laach stand der Komponist Giovanni Pierluigi da Palestrina im Mittelpunkt des Programms.

Eine neue Sicht auf die sakrale Musik der Renaissance

Mit der für die englische Chortradition maßgeblichen Perfektion und Ausdrucksstärke, aber auch mit unermüdlichem Entdeckergeist haben „The Tallis Scholars“ eine neue Sicht auf die sakrale Musik der Renaissance eröffnet und gelten mittlerweile als Referenz dieses Genre. Als 1980 ihre bahnbrechende Aufnahme von Allegris „Miserere“ veröffentlicht wurde, löste diese einen wahren Boom aus. Das „Miserere“ von Gregorio Allegri ist eine berühmte A-cappella-Vertonung von Psalm 51. Allegri schrieb es vermutlich in den 1630er Jahren, während er unter dem Pontifikat von Urban VIII. päpstlicher Kapellsänger in Rom war. Es wurde in der Sixtinischen Kapelle bis 1870 in der Karwoche in den Karmetten als erster Psalm der Laudes gesungen. Das Kopieren der Partitur und die Aufführung an anderen Tagen wurde schließlich bei der Strafe der Exkommunikation verboten, so dass Allegris „Miserere“ bald von einem Mythos umgeben war. Peter Philips und sein Elitechor haben auch den „Palestrina“-Klang unserer Zeit nachhaltig geprägt. Reiner, schöner und leuchtender kann wohl niemand die „Missa Assumpta est Maria“ des großen Römers singen.

Giovanni Pierluigi da Palestrina zählt zu den bedeutendsten Komponisten der Renaissance. Sein Werk umfasst ungefähr 950 Kompositionen der Gattungen Motette, Messe, Lamentation, Litanei, Madrigal, etc. Sein persönlicher Stil, die kontrapunktische Vokalpolyphonie, ist zu einem Typus geworden – dem Palestrina-Stil. Der Palestrina-Stil wurde zum offiziell anerkannten Vorbild der Kirchenmusik. Aufgrund des Tridentiner Konzils (1545–1563), dessen Bestrebung es war, die Vieltextigkeit geistlicher Werke sowie die weltlichen Einflüsse zu beseitigen und den Grundtext als geistliches Gut klar hervortreten zu lassen, wurde dieser Stil zum „stile ecclesiastico“ erklärt. Palestrina verstand es nämlich, durch Billigung des würdevollen, die Worte genau berücksichtigenden Stils der Kompositionen eine befriedigende Lösung zu schaffen. Sein Einfluss auf die Kompositionen des strengen Satzes, der später „prima practica“ genannt wurde, blieb jahrhundertelang bestimmend. Im 19. Jahrhundert fand eine Wiederbelebung Palestrinas statt und es folgten Aufführungen und Stilkopien.

Pelestrinas alte gregorianische Choralmelodie „Stabat Mater“ sowie sein „Salve Regina I“ und nicht zuletzt seine Psalmvertonung aus dem Jahre 1571 „Laudate Pueri“ wurden ebenso wie das von Francesco Soriano doppelchörig vertonte „Salve Regina II“ durch die Interpretation des Vokalensembles „The Tallis Scholars“ zu einem nicht mehr zu überbietenden, höchst anspruchsvollen Klangerlebnis. FRE

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