Allgemeine Berichte | 18.07.2023

Pontifikalamt zur Einweihung der renovierten Matthias-Kapelle

Ein neues Kapitel für die Matthias-Kapelle

Die Kirche in der Bauphase.Foto: Werner Dreschers

Adenau. Mit einem Pontifikalamt wurde die Matthias-Kapelle in Leimbach eingeweiht, wegen Corona und der Flut zeitversetzt. Zelebrant war S.E. Bischof Dr. Stephan Ackermann, Konzelebranten Kooperator P. Richard Francis Anthony Anandraj HGN und Pfarrer i.R. Michael Schaefer. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren zur feierlichen Messe gekommen, musikalisch untermalt vom Chor Cantate, geleitet von der Diplom-Musikpädagogin Almut Nikolayczik, den Part am Harmonium übernahm Martin Korden. Vor dem Beginn des Pontifikalamtes spielte ein Quartett der Streicherakademie Reifferscheid.

Einen herzlichen Dank sagte Norbert Löhr vom Förderverein an alle, die zur Renovierung der Kapelle beigetragen haben, an alle, die die Feier unterstützt haben. Er gab einen Rückblick auf die Historie der Kapelle, bereits um das Jahr 1200 wird von einem Gotteshaus berichtet. Gesichert ist die Angabe 1833, zwei Jahre später wurde das Gebäude in heutiger Form eingeweiht. Mehrfach waren in der Folge Renovierungen erforderlich.

Das Jahr 2009 bleibt unvergessen, nach Abstürzen von Teilen der Decke bot die Kirche ein Bild der Verwüstung, der damalige Pfarrer Dr. Helmut Dieser, heute Bischof in Aachen, ließ die Kapelle schließen. Ein Förderverein zum Erhalt der Kapelle wurde gegründet. Aus religiösen Gründen, aber auch aus Respekt vor dem Schaffen der Erbauer, aus Achtung vor den Menschen, die über Jahrzehnte Freud und Leid in der Kapelle abgeladen haben, fasste man den Mut zur Renovierung. Dies wohlwissend um die hohen Kosten, die entstehen würden. Ein Schild mit der Aufschrift „Abriss oder Rettung?“ wurde deutlich sichtbar an der Kapelle angebracht, machte auf die missliche Lage aufmerksam. Und dann geschah etwas, mit dem niemand gerechnet hatte: Ein Unbekannter, der das Schild im Vorbeifahren gesehen hatte, meldete sich mit der Frage, wie hoch der noch fehlende Betrag der Eigenfinanzierung sei. Es waren damals 43.000 Euro. Diesen Betrag spendete der Unbekannte dankenswerterweise, fast unglaublich, aber wahr! Der Spender möchte auch weiterhin nicht genannt werden. Dieses Ereignis machte zusätzlichen Mut, förderte die Motivation aller Beteiligten.

Nach dem Abriss der Decke wurden weitere Schäden sichtbar, Gutachten wurden eingeholt. Es war klar, dass 40 Prozent der Kosten als Eigenleistung erbracht werden mussten, bei Übernahme des größeren Teils durch das Bistum. Die Baumaßnahme war gesamt mit 338.000 Euro zu veranschlagen, Spenden und Einnahmen des Fördervereins beliefen sich auf 88.000 Euro, eine hohe ehrenamtliche eigene Arbeitsleistung konnte mit 39.000 Euro veranschlagt werden. Für das Bistum betrug der Anteil 211.000 Euro, auch die Kosten der Voruntersuchung übernahm das Bistum vollständig. Herzlicher Dank galt allen, die sich engagiert haben, gerade die ehrenamtliche Arbeitsleistung wurde als ein überzeugendes Beispiel für den Einsatzwillen von Förderverein und der Bevölkerung herausgestellt, eine großartige Leistung. Im Ergebnis konnte die Kapelle im Dorf erhalten werden, von fruchtbarem Nutzen für die gesamte Ortsgemeinde.

Bischof Dr. Ackermann würdigte die Leistung aller, gab seiner Freude Ausdruck, dass trotz verständlicher Zweifel und Skepsis letztlich der unbändige Wille zum Erhalt und zur Ertüchtigung des ansehnlichen Gotteshauses obsiegen konnte. Und: „Jetzt braucht niemand mehr zu befürchten, dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt“, scherzte er.

Für den Förderverein sprach auch Nina Becker vom Vorstand des Fördervereins, sie hatte als Lektorin zwei Lesungen vorgetragen, später gemeinsam mit anderen die Fürbitten formuliert. Emotional bewegt gab sie das offizielle Ende des Fördervereins bekannt, dankte allen Mitstreitern, namentlich Norbert Löhr und Norbert Becker sehr herzlich, übergab Dankpräsente, und nahm selbst den wechselseitigen Dank entgegen. Auch der Bischof dankte dem Förderverein sehr herzlich. „Eine Reise ist zu Ende“, hieß es. Die gemeinsamen Anstrengungen haben Bande gefestigt, die auch über den Förderzweck erhalten bleiben werden, auch dies ein schönes Ergebnis. Mit einer Feier in der Mehrzweckhalle ging der ereignisreiche Tag zu Ende.

Werner Dreschers

Die Kirche in der Bauphase. Foto: Werner Dreschers

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