Obstbauring ist zufrieden mit der Erntebilanz in diesem Jahr
Ein ordentliches Obstjahr
Kreis Mayen-Koblenz. Es war ein schwieriges Jahr, aber es gibt keinen Grund zu klagen: Der Obstbauring zieht eine positive Bilanz für das Jahr 2016. „Es ist der Reiz des Berufes, in und mit der Natur zu arbeiten“, sagt Thomas Kreuter, Vorsitzender des Obstbaurings. Die Natur, das sind natürlich die Bäume. Das sind aber auch die Schädlinge und das Wetter. Beispiel Süßkirschen: Es fing katastrophal an, denn die Kirschessigfliege und das schlechte Wetter sorgten dafür, dass ein Großteil der frühen Sorten am Baum hängen bleiben musste. Die späten Sorten und das gute Wetter bis Mitte September rissen die Bilanz jedoch heraus. „Unterm Strich muss man zufrieden sein. Man muss nicht immer jammern“, sagt auch Renate Mohrs-Jönk vom Obstbauring Koblenz. Neben Natur und Wetter spielt auch der Markt eine Rolle. Bei den Zwetschen machte die Kirschessigfliege keine Probleme, dennoch war die Ernte leicht unterdurchschnittlich. Ihnen tat der Regen gut und letztlich profitierten die Produzenten von den guten Preisen, sodass die Bilanz ordentlich war. Klar ist, dass die Obstbauern sich weiterhin auf Entwicklungen am Markt stellen müssen. Beratend an ihrer Seite haben sie das Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinpfalz, das in diesem Jahr früh plädierte, neue Pflanzenschutzmittel gegen die Kirschessigfliege einzusetzen. „Da war die hiesige Region früher dran als in Rheinhessen, das ergibt dann Marktvorteile“, sagt Martin Balmer und ergänzt, dass die Obstbauern nur solche Mittel einsetzen, die auch im Bio-Anbau zugelassen sind: „Im Gegensatz zum vergangenen Jahr war dieser Einsatz nötig. Wenn nicht, dann verzichten die Obstbauern liebend gerne darauf, denn es kostet Zeit und Geld.“ Zeit und Geld wird laut Kreuter die Obstbauern die Umstellung von Hochstämmen auf niedrige Bäume kosten, langfristig sei das aber unumgänglich, um am Markt bestehen zu können. Die Ernte mit der Leiter kostet einfach erheblich mehr Zeit, als wenn man die Früchte bequem vom Boden aus erreicht: „Man kann vom Boden aus etwa das Doppelte in der gleichen Zeit ernten. Damit sinken die Vorausleistungen, sprich die Pflückkosten für uns.“ Für Landrat Dr. Alexander Saftig ist der Obstbau ein wichtiges Kulturgut, das im Landkreis weiter gepflegt und entwickelt werden muss. Er wünscht sich, dass die Verbraucher beim Kauf bewusster für das Obst aus der Region entscheiden: „Dass Ananas, Bananen und andere Sorten, die es bei uns nicht gibt, importiert und gekauft werden, kann ich ja verstehen. Aber Erdbeeren aus China oder Äpfel aus Neuseeland? Da sollten wir doch schauen, was der hiesige Markt im Jahresverlauf hergibt. Und das ist sehr, sehr viel.“
Pressemitteilung Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
