Allgemeine Berichte | 20.06.2023

Traditionelle Königsfelder Kirmes

Ein rauschendes Festwochenende in Königsfeld

Der Junggesellenkönig Luca Möhren mit Ehrendamen und Gefolge.  Fotos: AKR

Königsfeld. Da haben die Königsfelder Junggesellen aus der knapp 700-Einwohner-Gemeinde eine Kirmes auf die Beine gestellt, die manch andere Kirmes nahegelegener Städte in den Schatten stellt. Von Freitag bis Montag war Ausnahmezustand im über 1000 Jahre alten ehemaligen Städtchen, und sowohl der Junggesellenverein „St.Martin“ als auch die „St.Hubertus Schützenbruderschaft“ von 1478 sorgten nach drei Jahren pandemiebedingter Pause dafür, dass alte Traditionen fortgeführt und mit Leben gefüllt werden.

Die Königsfelder Kirmes, die zehn Tage nach Fronleichnam stattfindet, hat eine über 600 Jahre alte Geschichte. In einem Vertrag von 1397 zwischen Friedrich Herrn zu Tomberg und zu Landskron einerseits und Gerhard von Einenberg Herrn zu Landskron andererseits wurde festgelegt, dass beide Familien ihre Kirmes zu Lohrsdorf und zu Königsfeld zusammen hüten und bewahren.

Sicherlich wurde damals die Kirmes auf andere Art gefeiert wie heute, aber bestimmt floss schon vor 600 Jahren das Bier in Strömen auf Grund des damals meist ungenießbaren Trinkwassers. Im Jahre 2023 floss der Gerstensaft auf Grund des hochsommerlichen Wetters in Strömen.

Die Kirmes begann Freitagabend mit einem gut besuchten Discoabend für die Jüngeren im Festzelt. Samstagabend spielte dann die Pop- und Rockgruppe „Rio 5“ auf und brachte das volle Zelt zum Kochen. Den Meterbierpokal gewann der JGV Koisdorf, die 16 Meter Bier vertilgten und den beteiligten Brauereien Rekordumsätze bescherten.

Die wichtigsten Tage der Königsfelder Kirchweih sind stets der Sonntag und der Montag.

Die Sonntagsfeier begann dabei schon ganz früh, nämlich mit dem traditionellen Wecken um 6 Uhr, unterstützt von der Blaskapelle „Die Rheintaler“. Nach einem Kirchgang mit Gefallenenehrung und dem Parademarsch mit den letztmalig amtierenden Königen begann dann der Frühschoppen, der übergangslos in den Spätschoppen mündete, nachmittags nur kurz unterbrochen durch ein Kuchenbuffet.

Der Montag stand dann im Zeichen des traditionellen Königsschießen auf dem Schützenplatz, wo mehrere neue Majestäten ermittelt wurden:

Neuer Junggesellenkönig wurde Luca Möhren, der 20 Kontrahenten besiegte und mit dem 124.Schuss den Vogel erlegte.

Neuer Schinkenkönig der Schwaatzbotze, also der großen Gruppe der ehemaligen Junggesellen wurde Reinhold Krumnack, der bereits 2009 Schinkenkönig war und der mit dem 133. Schuss siegte.

10 Jahre nach seiner ersten Königswürde wurde Thomas Cromen erneut Schützenkönig, als er mit dem 43. Schuss den Vogel erlegte.

Neuer Schülerprinz wurde Simon Kreyer, der nach 58 Schüssen siegte und von seiner Vorgängerin Sophie-Helga Füllmann die Insignien erhielt.

Am späten Nachmittag formierten sich die neuen Majestäten mit ihrem Gefolge zum traditionellen Festzug. Doch zuvor mussten die versammelten Schützen, Junggesellen und Schwaatzbotze vor den Offizieren der Schützenbruderschaft und der Junggesellen strammstehen. Die Junggesellen trugen dabei ihre weinroten Barette und Kragen in Anlehnung an Uniformen zur Zeit der Verkündung der Königsfelder Stadtrechte 1336.

Der Zug setzte sich dann Richtung Dorfmitte in Bewegung, an der Spitze die Rheintaler Blaskapelle. Der Junggesellenkönig Luca Möhren wurde von den beiden charmanten Ehrendamen Paulina Eller und Anica Schütz begleitet, der Schützenkönig Thomas Cromen von der Königin Karen Füllmann, Gattin des Schützenvereinsvorsitzenden Markus Füllmann. Viele begeisterte Zuschauer säumten die Hauptstraße, die die neuen Könige samt Gefolge hochleben ließen. Dreimal mussten die Junggesellen, die Schützen und die Schwaatzbotze die steile Straße hinaufparadieren, einmal sogar im schweißtreibenden Stechschritt. Nachdem die Fahnenschwenker eindrucksvoll ihre Kunstfertigkeiten bewiesen hatten, durften die Könige samt Gefolge endlich das Buffet im Hof des Junggesellenkönigs stürmen und sich an Kaltgetränken erfrischen. Und wie König Charles auf dem Balkon des Buckingham Palace ließ sich Luca Möhren auf dem Balkon seines Elternhauses von seinen „Untertanen“ feiern.

Am Abend folgte noch der festliche Königsball mit der Band 9 ½, bevor dann die Monarchie in Königsfeld wieder Pause einlegen wird – bis in einem Jahr.

Der Junggesellenkönig Luca Möhren mit seinen Ehrendamen Paulina Eller und Anica Schütz.

Der Junggesellenkönig Luca Möhren mit seinen Ehrendamen Paulina Eller und Anica Schütz.

Der Schinkenkönig Reinhold Krumnack (3.v.l.) mit Gefolge.

Der Schinkenkönig Reinhold Krumnack (3.v.l.) mit Gefolge.

Schwaatzbotze mit ihren Holzgewehren.

Schwaatzbotze mit ihren Holzgewehren.

(v.l.) Kinderprinz Simon Kreyer, Königin Karen Füllmann, Schützenkönig Thomas Cromen.

(v.l.) Kinderprinz Simon Kreyer, Königin Karen Füllmann, Schützenkönig Thomas Cromen.

Der Junggesellenkönig mit Gefolge beim Festumzug.

Der Junggesellenkönig mit Gefolge beim Festumzug.

Der Junggesellenkönig Luca Möhren mit Ehrendamen und Gefolge. Fotos: AKR

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