Besuch der „Hasenfänger“ im Tierheim Andernach
Ein toller Tag mit vielen tierischen Begegnungen
Andernach. Was wollten nur über 80 „Hasenfänger“ im Tierheim Andernach - auf die Jagd nach Kaninchen, Katzen oder Hunden gehen? Nein, es gab einen ganz einfachen Grund. Alle 2. Klassen der Grundschule Hasenfänger hatten sich im Sachunterricht mit dem Thema Haltung und Pflege von Haustieren beschäftigt. Als krönender Abschluss der Unterrichtseinheit plante das engagierte Lehrerteam einen Besuch im Tierheim Andernach.
Die Kinder hatten in den Unterrichtsstunden bereits viel über Haustiere erfahren, wollten sich nun jedoch über den Alltag im Tierheim informieren. Jede Klasse führte Frau Schünemann-Diederichs durch die gesamte Anlage und zeigte den wissensbegierigen Schülergruppen die aktuellen Heimbewohner. Es gab manche traurige Geschichte von verstoßenen und ausgesetzten Tieren zu erzählen. Die vielen Fragen zeigten, dass sich die Klassen intensiv auf den Unterrichtsgang im Sinne eines Lernens an einem anderen Ort, als die Schule vorbereitet hatten. Welche Tiere können in dem Tierheim aufgenommen werden? Wie lange dauert es, bis ein Tier vermittelt wird? Welches Futter bekommen die Tiere zu fressen?
Kein Tier wird abgewiesen
Gut zu wissen, dass nie ein Tier abgewiesen wird. Sollte im Tierheim einmal kein Platz sein, wird mit einem benachbarten Tierheim kooperiert. Überrascht waren die Schülerinnen und Schüler, dass für die Tiere ein Essensplan existiert. Jedes Tier bekommt ganz individuelles Futter. Es muss überlegt werden, ob Nass- oder Trockenfutter, ob Diät- oder Aufbaufutter, ob für Welpen oder Hundesenioren. Manche abgemagerte Katze muss aufgepäppelt werden. Mancher Hund, der von seinem Vorbesitzer nicht artgerecht mit Süßigkeiten kugelrund gefüttert wurde, bekommt vorerst nur halbe Portionen. Auch die vielfältige Arbeit der Tierpfleger fanden die Kinder sehr interessant, sodass sich einige für den Beruf begeisterten. Die Erwachsenen mussten schmunzeln, als es schon erste Kinder gab, die sich für eine Ausbildung zum Tierpfleger vormerken ließen. Fest versprochen wurde, sich in zehn Jahren wieder zu melden. Auch die Tatsache, dass der Beruf nicht nur aus Tiere streicheln besteht, konnte die Zahl der Ausbildungswilligen mindern. Füttern, Putzen und Reinigen der Aufenthaltsbereiche der Tiere, Gespräche mit Interessenten führen, Pflege der kranken Tiere, Besuche beim Tierarzt durchführen und vieles mehr steht täglich an. Ute Jeromin und das Lehrerteam bedankten sich: „Die Kinder haben viel Neues im unmittelbaren Erfahrungsraum lernen können.“ Für die Verantwortlichen im Andernacher Tierheim ist es immer eine Freude schon Kindern Aufgaben im Tierschutz aufzuzeigen.
Info: www.tierheim-anderach.de Spenden unter KSK Mayen IBAN DE97 5765 0010 0020 0054 43.
Im Tierheim konnten die Kinder die vorher im Unterricht besprochenen Tiere endlich hautnah erleben.
