Kabarettistin Margie Kinsky gastierte im Kapuzinerkloster in Cochem
Ein unterhaltsamer Abend mit viel Herz und Humor
Cochem. „Wild nach ihrem Erdbeerpudding“ waren natürlich in erster Linie Vertreter der weiblichen Spezies, stand das Programm unter diesem Motto der bekannten Kabarettistin und Stand-up-Comedian Margie Kinsky doch deutlich erkennbar unter dem Einfluss einer verstärkten Östrogen-Ausschüttung. Sehr zur Freude ihres oftmals vor Gaudi kreischenden Publikums, dass in den amüsanten Ausführungen der bühnenerfahrenen Selbstdarstellerin viele eigene Lebenserfahrungen – mal zum gerne Erinnern, mal zum leichten Schämen – antreffen konnte.
Trotzdem hatten sich neben dem Gastgeber, Bürgermeister Wolfgang Lambertz, noch rund ein Dutzend weitere Testosteron-Vertreter in den Pater-Martin-Saal des Kulturzentrums Kapuzinerkloster verirrt, die sich nach kurzer Zeit, verraten durch ihre gewogene Mimik, ebenso nicht ganz fehl am Platze fühlten. Dies lag wohl in erster Linie an dem ausgesprochen intensiven Redeschwall der Spaß-Interpretin, die zunächst mit der nichtssagenden Wortgewandtheit eines Politikers auf diplomatische Weise zu einer Quasselstrippe mit Diplom mutierte und fehlende Inhalte durch komische Lebensweisheiten ersetzte.
Römerin und rheinische Frohnatur
Es war eine Festveranstaltung für jedes Zwerchfell, wenn denn die anatomische Leitung der Zuhörer von den Ohren über das Gehirn bis hin in die Thorax-Region nicht durch ein krampfartiges Lachen über den vorherigen Gag noch unterbrochen war. Diese produzierte Margie aus Bonn-Endenich praktisch am Fließband. Dabei bediente sich die gebürtige Römerin und rheinische Frohnatur einer Atemtechnik, die für einen Außenstehenden nicht erkennbar war, ihr aber ausreichend „Laberluft“ für mindestens fünf Minuten „off Jang“ schenkte. Ein köstliches Unterfangen, wenn man denn gedanklich mithalten konnte. Dabei kam sie thematisch binnen Sekunden von Hundert zu Hunderttausend, von Pontius bis zu Pilatus und von Til Schweiger zu Silvio Berlusconi. Trotzdem zogen sich das eigene Familienleben und die urkomischen Ereignisse darin wie ein roter Faden durch ihr exzellentes Stand-up-Potpourri. Kein Wunder, denn mit sieben Kerlen – „sechs davon habe ich selber gemacht“ – würde sie ein Leben fristen, das sie immer wieder auf den Pfad eines derben bis liebenswerten Humors geleiten würde.
Zusammenhang zwischen „Hintern und Humor“
Resümierend: eine rheinische Frohnatur der Extreme mit temperamentvollem römischen Blut, oder aber das finale Produkt aus einer Liaison zwischen einem Megafon und einem Maschinengewehr. „Wuschig“ wird Margie als mediterrane Pflanze laut eigenen Aussagen vom Kaffeezubereitungsgeräusch, und die beste Freundin Maria aus Italien, umschrieben mit „Riesenarsch und Riesenherz“, durfte bei ihren zeitweisen Ausbrüchen aus dem Familienleben ebenfalls nicht fehlen. „So ist das eben bei Frauen, kein Hintern, kein Herz, kein Humor“, wusste die Kabarettistin ihre ureigene Lebensweisheit mit Nachdruck zu bekunden. Aber sie ließ sich gedanklich und körperlich auch auf Neues ein. Sei es der Sprung in ein esoterisches Planschbecken in einem Eifelhotel, oder eine „Koi-Karpfen-Fütterungs-Aufsicht“ in der versnobten Nachbarschaft, die erwartungsgemäß aus dem Ruder lief. Spätestens jetzt kamen bei der begeisterten Fangemeinde erste Taschentücher zum Einsatz, die dem Fluss der Lachtränen irgendwie Einhalt gebieten sollten. Variabel war Margie Kinsky derweil nicht nur bei der Auswahl ihrer geschichtsträchtigen Familienerlebnisse. Auch im Bezug auf das weibliche Sexualleben wusste sie die Gürtellinie der Frau verbal von den Zehenspitzen bis zum Haaransatz zu verschieben. Dabei bediente sie sich pantomimisch einiger imaginärer Hilfsmittel, die sie mit einem gehörigen Schuss erotischen Amüsements trefflich einzusetzen wusste. Ein unterhaltsamer Abend mit viel Herz und Humor.
Mit derber Wortgewandtheit und rheinischem Humor begeisterte die bühnenerfahrene „Quasselstrippe“ auch im Kapuzinerkloster ihr Publikum.
