Allgemeine Berichte | 10.04.2018

Myanmarische Delegation besuchte Remagen

Einblicke in Katastrophenvorsorge und Katastrophenbewältigung

Delegation der Stadtverwaltung Yangon auf dem Feuerwehrschiff in Kripp (Mitte: Ingo Wolf, 2.v.re. Prof. Dr. Frauke Kraas, 4.v.re. Direktorin Daw Thin Thin Kyi).Privat

Remagen. Eine Delegation der Stadtverwaltung der Millionenstadt Yangon (Myanmar) weilte für einen fünftägigen Workshop zum Thema „Multiples Risiko-Management bei Extremereignissen in schnell wachsenden (Mega)Städten in Myanmar“ im Großraum Köln. Die Einladung erfolgte im Rahmen eines Forschungsvorhabens des Geographischen Institutes der Universität zu Köln unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Frauke Kraas. Das deutsch-myanmarische Forschungsteam konnte die Direktorin, ihre Stellvertreterin und zwei Mitarbeiterinnen des Stadtplanungsamtes begrüßen und ihnen ein eng gestecktes Programm mit dem Besuch von haupt- und ehrenamtlich geführten Organisationen wie der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr, der DLRG, dem Technischen Hilfswerk, der Notfallseelsorge, der Hochwasserschutzzentrale der Stadt Köln sowie der Erdbebenwarte in Bensberg bieten.

Während des Besuchs konnte mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Remagen und Kripp, dem THW Sinzig und der Notfallseelsorge ein Workshop-Tag im Stadtgebiet Remagen durchgeführt werden. Morgens begrüßte der designierte Stadtwehrleiter Ingo Wolf die Delegation bei eiskaltem Wetter in Kripp am Feuerwehrschiff und erläuterte die Hochwassersituation in Kripp in ihrem Ausmaß und die Optionen zum Hochwasserschutz und zur akuten Krisenbewältigung. Im Anschluss daran erfolgte die Besichtigung des Feuerwehrschiffes mit ausführlichen Informationen zum Einsatzgebiet, den technischen Möglichkeiten und der Instandhaltung des Schiffes. Im Weiteren erfolgte der Besuch der Hauptwache in Remagen, wo die Delegation einen detaillierten Einblick in die Bereiche der Einsatzzentrale, des Fuhrparks, der Atemschutzwerkstatt und des Gefahrstoffzuges des Landkreises Ahrweiler (Teileinheit Remagen) erhielt. Interessierte Fragen wurden ausführlich von Ingo Wolf und Guido Lenz (stellv. Einheitsführer) beantwortet. Das zweieinhalbstündige Programm beinhaltete viele Informationen über Konzepte und Arbeitsabläufe zum Brand- und Hochwasserschutz sowie dem ehrenamtlichen Engagement der Freiwilligen Feuerwehr im Stadtgebiet Remagen.

Einen weiteren Aufgabenbereich in der Katastrophenbewältigung konnte die Delegation beim THW Ortsverband Sinzig besichtigen. Der Ortsbeauftragte des THW Frank Schulze und sein Mitarbeiter Reiner Odenthal präsentierten sowohl die generellen Aufgaben und Strukturen des THW als Behörde im Geschäftsbereiches des Bundesinnenministeriums als auch speziell die Aufgaben im Ortsverband Sinzig. Es wurde ein Einblick von der technischen Ausbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter, der Ausbildungszusammenarbeit mit internationalen Zivilschutzorganisationen und diversen Einsatzszenarien zum Bevölkerungsschutz gegeben. Ein besonderer Anknüpfungspunkt im vielfältigen Aufgabenbereich des THW war der Einsatz der Schnell-Einsatz Einheit Wasser Ausland (SEEWA) nach dem katastrophalen Durchzug des Zyklon Nargis 2008 in Myanmar. Damals sorgte die SEEWA für die Trinkwasserversorgung, Sanitation und Hygiene vor Ort.

Das Kernthema im Nachmittagsprogramm beinhaltete die Notfallseelsorge bei unerwarteten Notfallsituationen. Welche Notfallsituationen auftreten können, was für Konsequenzen und Folgen daraus entstehen können und wie die Abläufe und Hilfemöglichkeiten bei solchen Notfällen aussehen, erläuterte Ursula Heine aus Oberwinter. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung als ehrenamtliche Notfallseelsorgerin konnte sie detailliert und umfassend auf die interessierten Fragen der Delegation in einer angeregten Diskussionsrunde antworten. Denn diese Art der organisierten Krisenintervention auf der Basis ökumenischer seelsorgerischer Hilfe ist in dieser Form nicht in Myanmar etabliert.

Insgesamt war es ein informationsreicher Tag mit vielfältigen und tiefen Einblicken in die ehrenamtlich durchgeführte Katastrophenvorsorge und -bewältigung im Stadtgebiet Remagen, ermöglicht durch die freundliche Bereitschaft der Mitarbeiter der Freiwilligen Feuerwehr Remagen und Kripp, des THW Sinzig und der Notfallseelsorge. Die Delegation der Stadtverwaltung Yangon lobte die professionell durchgeführten Programmpunkte des Workshop-Tages und nimmt viele Informationen und Eindrücke mit nach Myanmar für den Aufbau und die Verbesserung von Konzepten der Katastrophenvorsorge und Katastrophenbewältigung.

Myanmarische Delegation in der Hauptwache der Freiwilligen Feuerwehr Remagen (1.v.li. Prof. Dr. Frauke Kraas, 3.v.li. Ingo Wolf, 3.v.re. Guido Lenz, 4.v.re. Direktorin Daw Thin Thin Kyi).

Myanmarische Delegation in der Hauptwache der Freiwilligen Feuerwehr Remagen (1.v.li. Prof. Dr. Frauke Kraas, 3.v.li. Ingo Wolf, 3.v.re. Guido Lenz, 4.v.re. Direktorin Daw Thin Thin Kyi).

Myanmarische Delegation beim THW Ortsverband Sinzig (1.v.li. Prof. Dr. Frauke Kraas, 2.v.li. Frank Schulze, 5.v.re. Reiner Odenthal, 2.v.re. Direktorin Daw Thin Thin Kyi).

Myanmarische Delegation beim THW Ortsverband Sinzig (1.v.li. Prof. Dr. Frauke Kraas, 2.v.li. Frank Schulze, 5.v.re. Reiner Odenthal, 2.v.re. Direktorin Daw Thin Thin Kyi).

Notfallseelsorgerin Ursula Heine mit der myanmarischen Delegation (3.v.li. Ursula Heine, 4.v.li. Direktorin Daw Thin Thin Kyi, 2.v.re. Prof. Dr. Frauke Kraas).

Notfallseelsorgerin Ursula Heine mit der myanmarischen Delegation (3.v.li. Ursula Heine, 4.v.li. Direktorin Daw Thin Thin Kyi, 2.v.re. Prof. Dr. Frauke Kraas).

Delegation der Stadtverwaltung Yangon auf dem Feuerwehrschiff in Kripp (Mitte: Ingo Wolf, 2.v.re. Prof. Dr. Frauke Kraas, 4.v.re. Direktorin Daw Thin Thin Kyi).Privat

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