Weiterer Rückkehrer im Ehemaligen Regierungsbunker zu besichtigen
Eine Badewanne aus eisernen Zeiten
Ahrweiler. Einst war die schlichte Vierfußwanne zur Krankenpflege im Sanitätsstollen Ost im Falle eines Dritten Weltkrieges gedacht. Der Ernstfall blieb glücklicherweise aus und kurz nach der Mauer fiel auch der eiserne Vorhang.
Die Bunker-Badewanne aus diesen eisernen Zeiten steht nun wieder an ihrem ursprünglichen Ort und kann von den Besuchern der Dokumentationsstätte besichtigt werden.
Der Skandal um die Fettecken der Beuys-Badewanne 1976 oder die Debatte über die freistehende Badewanne eines Limburger Ex-Bischofs 2013 beweisen es. Badewannen wecken das allgemeine und das Medieninteresse. Ohne Fettecken und nicht freistehend im kleinen Raum 29/03 im Sanitätsstollen Ost untergebracht, gibt es nun auch in der Dokumentationsstätte am Silberberg eine Wanne, über die zu reden ist.
Schlicht und doch von unschätzbarem Wert
Vier Füße, ein Guss, schlicht und praktikabel mit Nackenkissen, so lässt sich der neueste Rückkehrer beschreiben. Stände sie nicht im Bunker, abgeschirmt durch Sicherheitsmarkierung und Plexiglas, man würde wohl glatt an der Badewanne vorbeilaufen. Gedacht war die Wanne aber schließlich auch nicht als Kunstwerk oder zum persönlichen Vergnügen, sondern zur Pflege der Kranken, die zu schwach zum Duschen waren. Insgesamt verfügte der Regierungsbunker über vier Badewannen, drei davon in den Sanitätsstollen und eine fest eingebaute und verflieste Badewanne für den Bundespräsidenten. Letztere ist bei den Rückbau-Arbeiten zerstört worden. Die drei verbleibenden Badewannen gingen in den Besitz des zeitgenössischen Fotografen Andreas Magdanz aus Aachen über, der vor dem Rückbau des Regierungsbunkers 2001 eine Gebäudemonografie angefertigt hatte. Eine der Wannen steht heute in seinem Feriendomizil. Eine weitere ist in Mönchengladbach eingelagert und die dritte Wanne ist jüngst an ihren ursprünglichen Ort im Bunker zurückgekehrt. Hierfür hatte übrigens ein Hochdruckbettpfannenreiniger aus Raum 29/03 weichen müssen. Museumsleiterin Heike Hollunder und Hans Georg Klein, erster Vorsitzender des Heimatvereins, wissen um den unschätzbaren Wert solcher Rückkehrer. „Sie beleben die Dokumentationsstätte, beflügeln die Vorstellungskraft und begeistern die Gäste bei den Führungen“, weiß die Museumsleiterin.
Geschichte der Rückkehrer hat Tradition
Heike Hollunder spricht aus Erfahrung. Denn tatsächlich haben in den vergangenen Jahren bereits einige Gegenstände ihren Weg zurück auf den Silberberg gefunden. Ob Kaffeemaschine, Brotschneidemaschine, Friseursalon oder nun eben eine Badewanne. Wie Museumsleiterin Hollunder in Aussicht stellt, wird die Sammlung wohl bald noch durch einen Kochtopf der Marke Küppersbusch erweitert. Mit dem THW-Leverkusen, wo sich die „XXL-Gulaschkanone“ derzeit befindet, stehe man bereits in Kontakt. Wer neugierig auf den Bunker im Allgemeinen und seine Rückkehrer im Speziellen geworden ist, der kann die Dokumentationsstätte im Rahmen einer Führung besichtigen. Weitere Informationen unter www.regbu.de.
Die schlichte Badewanne steht im Sanitätsstollen Ost im Bunker und hätte im Falle eines dritten Weltkrieges der Krankenpflege gedient.
