Allgemeine Berichte | 28.08.2019, 11:23 Uhr

Am 14. September findet die 20. Rheinbacher Ausbildungsmesse statt

Eine Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben

Dr. Raffael Knauber, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Entwicklungsgesellschaft Rheinbach mbH, und Dana Euskirchen, Projektassistentin, stellen sich im „BLICK aktuell“-Interview den wichtigsten Fragen zur Messe

Dr. Raffael Knauber und Dana Euskirchen sind federführend für die Organisation zuständig.Foto: EICH
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„BLICK aktuell“: Am 14. September 2019 findet die 20. Rheinbacher Ausbildungsmesse statt. Wer war der Initiator der ersten Messe?

Dr. Knauber: Die Rheinbacher Ausbildungsmesse startete 2001 mit 12 Ausstellungsbetrieben in der damaligen Rheinbacher Hauptschule. Initiiert wurde die Ausbildungsmesse vom ehemaligen „Arbeitskreis Ausbildungsmesse“ unter der Führung von Peter Lahl. 2007 hat die wfeg die Trägerschaft übernommen und die Messe konsequent weiterentwickelt. Mit dem Umzug 2009 in das Messegebäude der Alliance Möbel Marketing GmbH & Co.KG im Rheinbacher Hochschulviertel konnte den Austellern wie auch den Besuchern ein professionelles Umfeld geboten werden.

Wie viele Aussteller werden an der 20. Rheinbacher Ausbildungsmesse teilnehmen?

Dr. Knauber: Wir werden in diesem Jahr die stolze Zahl von 130 Ausstellern begrüßen können – und damit die höchste Ausstelleranzahl seit Beginn der Ausbildungsmesse. Hieran lässt sich deutlich ablesen, dass sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt gewandelt hat. Früher konnten die Firmen und Institutionen ihren Nachwuchs aus einer Flut von Bewerbern auswählen. Aufgrund abnehmender Bewerberzahlen infolge des demografischen Wandels und dem Trend zum Studium, wird es zukünftig immer schwieriger, die Ausbildungsplätze zu besetzen. Die Unternehmen müssen aktiv werden, um potenzielle Auszubildende auf sich aufmerksam zu machen und die vielfältigen Vorteile einer dualen Berufsausbildung aufzeigen. Um das Image vieler Ausbildungsberufe zu verbessern und das Interesse von Jugendlichen zu steigern, müssen die Betriebe die jungen Erwachsenen bereits in der Phase der Berufsorientierung abholen. Eine solche Gelegenheit bietet den Unternehmen die Rheinbacher Ausbildungsmesse.

Wie erklären Sie sich den zunehmenden Erfolg der Messe?

Dr. Knauber: Immer mehr Betriebe und Institutionen haben die Notwendigkeit erkannt, sich frühzeitig um Auszubildende für ihre Branche zu bemühen. Dies gilt insbesondere auch für Handwerksbetriebe, gewerbliche Unternehmen, medizinische Einrichtungen wie auch Behörden auf Bundes- und Landesebene sowie Kommunen. Die Mitarbeiter der wfeg kümmern sich professionell und mit viel Engagement um die Belange der Aussteller. Zu dem Erfolg hat natürlich auch das professionelle Umfeld in dem Gebäude der Alliance Möbel Marketing GmbH & Co.KG beigetragen. Hier sind wir der Geschäftsführung zum Dank verpflichtet und hoffen, dieses auch in den nächsten Jahren weiterhin nutzen zu dürfen.

Es werden auch Vorträge von unterschiedlichen Firmen und Institutionen angeboten. Sind die Themen von Ihnen vorgegeben und nach welchen Kriterien suchen Sie diese aus?

Dana Euskirchen: Jeder Aussteller hat die Möglichkeit, sich zu einem Vortrag anzumelden. Außerdem sprechen wir die Betriebe gezielt an, um bestimmte Themen in den Fokus zu setzen. Hier ist vor allem das Handwerk zu nennen, welches bis dato immer etwas unterrepräsentiert war. Daher freuen wir uns besonders, in diesem Jahr einen Vortrag des Rheinbacher Unternehmens Bedachungen Schott zum Thema: „Superhelden vom Dach – Chancen im Dachdeckerhandwerk“ anbieten zu können. Auch veränderte Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt, hier ist u.a. der Bereich der zunehmenden Digitalisierung zu nennen, möchten wir in den Vorträgen aufgreifen.

Die Vorträge werden sowohl von Behörden, Schulen und Hochschulen als auch von mittelständischen Betrieben angeboten. Wie ist die Resonanz bei den Veranstaltungen seitens der Besucher?

Dana Euskirchen:

Die Resonanz ist durchweg gut. Vorträge von der Bundeswehr und des Universitätsklinikums Bonn wurden in den vergangenen Jahren sehr stark angenommen. Es hat aber noch nie einen Vortrag gegeben, bei dem ein Referent vor leeren Stühlen stand.

Herr Dr. Knauber, Sie sind als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Entwicklungsgesellschaft Rheinbach mit Ihren Mitarbeitern für die wirtschaftliche Entwicklung verantwortlich. Wie sehen Sie die Auswirkungen der Ausbildungsmesse auf die Rheinbacher Wirtschaft?

Dr. Knauber: Der Wirtschaftsförderung und der Stadt ist es besonders wichtig, gute Rahmenbedingungen für die ansässigen Unternehmen zu schaffen. Hierzu gehört natürlich auch, den Bedarf der Unternehmen an Fachkräften zu befriedigen. Dabei spielt auch die Ausbildungsmesse eine sehr wichtige Rolle, da diese den Unternehmen eine Plattform bietet, für sich zu werben, mit möglichen zukünftigen Azubis in Kontakt zu treten und über ihre Ausbildungsangebote und dualen Studiengänge zu informieren. Nicht zuletzt ist die erfolgreiche Zukunft Rheinbachs auch daran geknüpft, wie es Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gelingt, jungen Menschen optimale Bildungsrahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen und diese als gut ausgebildete Fachkräfte langfristig am Standort zu halten.

Wie erreichen Sie die Schüler, um sie auf die Ausbildungsmesse aufmerksam zu machen?

Dana Euskirchen: Alle Schulen in der Umgebung werden von uns angeschrieben und mit Flyern und Plakaten versorgt. Außerdem unterstützen uns Schülerinnen und Schüler vom Städtischen Gymnasium und der Gesamtschule als Messeguides, die den Besuchern, ausgestattet mit T-Shirts und Messplänen, bei Fragen während der Messe zur Seite stehen.

Wie ist die Resonanz bei den Ausstellern? Wie zufrieden ist man mit dem Konzept der Messe?

Dr. Knauber: Die Resonanz ist durchweg positiv. Einen Feedbackbogen lassen wir jedem Aussteller im Anschluss an die Messe zukommen und erhalten auf diesem Wege eine direkte Rückmeldung. Kleine Verbesserungsvorschläge werden von uns selbstverständlich aufgenommen und wir sind bemüht, diese bei den Planungen der nächsten Messe umzusetzen.

Sie sind seit einem Jahr Geschäftsführer der wfeg Rheinbach. Wie erleben Sie die Ausbildungsmesse?

Dr. Knauber: Ich sehe die Organisation der Ausbildungsmesse als eine der wichtigsten Aufgaben der Rheinbacher Wirtschafsförderung. Nach der Schule die richtige Ausbildung oder den geeigneten Studienplatz zu finden, kann für Schüler eine Herausforderung sein. Die Rheinbacher Ausbildungsmesse bietet den jungen Menschen eine wesentliche Orientierungshilfe im „Job-Dschungel“. Die Jugendlichen erhalten Informationen über zahlreiche Ausbildungsberufe und Studiengänge. Sie erhalten die Chance, ihren Blick zu öffnen für ihre persönlichen und beruflichen Potenziale und Möglichkeiten. Als ich im Juli vergangenen Jahres die Geschäftsführung der wfeg übernommen habe, konnte ich ein hochmotiviertes und sehr engagiertes Team vorfinden, das aktiv und mit viel Professionalität zum Erfolg der Ausbildungsmesse beiträgt.

Welche Tipps geben sie den jungen Menschen, die zur der diesjährigen Ausbildungsmesse kommen möchten?

Dr. Knauber: Die wichtigste Regel auf Ausbildungsmessen lautet: offensiv auf die Menschen zu zugehen. Oft nehmen die Ausbildungsbetriebe ihre Azubis mit zur Messe, was einen Kontakt mit den Jugendlichen häufig ungezwungener und auf Augenhöhe ermöglicht. Man sollte sich Zeit nehmen, Fragen stellen – es geht nicht darum, die meisten Flyer mit nach Hause zu nehmen, sondern wirklich relevante Informationen zu erhalten. Ein Notizblock sollte daher Pflicht sein. Dazu sollte man sich im Vorfeld über einzelne Betriebe informieren, sich konkrete Fragen überlegen und auch die jeweiligen Ausbildungsangebote der Unternehmen kennen. Kopien des Lebenslaufs oder Kurzbewerbungen können den Unternehmensvertretern überreicht werden, noch besser sind komplette Bewerbungsmappen. Mit einer guten Vorbereitung, einem ordentlichen Erscheinungsbild und einer namentlichen Vorstellung kann man weitere Pluspunkte sammeln.

Die Rheinbacher Ausbildungsmesse ist über die Grenzen der Stadt bekannt. Was bedeutet das für den Standort Rheinbach?

Dr. Knauber: Natürlich bedeutet die Rheinbacher Ausbildungsmesse auch ein gutes Marketing für den Wirtschaftsstandort Rheinbach. Hier in unserer Stadt findet man ein geschlossenes Kreislaufsystem im Bereich der Ausbildung junger Menschen. Das beginnt mit den Schulbesuch über die Ausbildung bis hin zum Studium an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Wir fühlen uns verpflichtet, den jungen Menschen hier Unterstützung in jeder Form bereit zu stellen. Dies stärkt unsere Stadt und Region nachhaltig.

Würde eine Kooperation mit den Nachbargemeinden die Messe weiter beflügeln?

Dr. Knauber: Die Kooperationen finden jetzt schon statt. Viele Betriebe und kommunale Behörden aus den Nachbarorten sind auf der Ausbildungsmesse schon seit einigen Jahren als Aussteller vertreten. Die Rheinbacher Ausbildungsmesse sieht sich nicht nur als eine Messe für Rheinbach sondern für die ganze Region.

Unter den Austellern ist auch eine Hochschule aus den Niederlanden präsent. Können sie sich vorstellen, dass hier noch mehr europäische Institutionen mitmischen?

Dr. Knauber: Grundsätzlich wollen wir unseren Fokus auf hiesige Unternehmen und Institutionen legen. Allerdings gibt es auch zahlreiche Auszubildende aus Rheinbach, die ihre Ausbildung oder ihr Studium in den Niederlanden absolviert haben und im Anschluss wieder in die Region zurückgekehrt sind und hier einen Arbeitsplatz suchen und finden.

Die Bauinnungsbetriebe sind zum ersten Mal mit einen Gemeinschaftstand mit 19 Betrieben dabei. Glauben Sie, dass dies mit dem Mangel an Auszubildenden im Handwerk zusammen hängt?

Dr. Knauber: Die Bauinnungsbetriebe suchen händeringend geeignete Mitarbeiter und erkennen die Chance, über die Ausbildungsmesse direkt mit potenziellen Bewerbern ins Gespräch zu kommen. Über das Engagement der Handwerksbetriebe auf der Messe freuen wir uns sehr, da es uns ein besonderes Anliegen ist, den jungen Menschen deutlich zu machen, dass nicht nur ein Studium zählt, sondern auch eine Ausbildung im Handwerk echte Zukunftsperspektiven bietet.

Selbst Großunternehmen wie Aldi, Edeka und Haribo nutzen die Messe, um Nachwuchs zu generieren. Erhöht dieser Umstand den Stellenwert der Rheinbacher Ausbildungsmesse?

Dr. Knauber: Absolut. Jedes Unternehmen, ob groß oder klein, erhöht den Stellenwert dieser Messe. So manch kleines Unternehmen ist hier in Rheinbach groß geworden. Die Teilnahme international agierender Unternehmen zeigt uns in jedem Falle, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Suche nach geeigneten Bewerbern scheint nicht mehr einfach zu sein. Bundesbehörden, Agenturen und Institutionen sind auf der Messe vertreten. Auch Krankenhäuser, Pflegedienste und mittelständische Betriebe.

Halten Sie den Zeitraum von nur vier Stunden als Dauer der Messe nicht für zu kurz?

Dr. Knauber: Vor zwei Jahren haben wir den Zeitrahmen auf Wunsch vieler Aussteller um eine Stunde auf 14 Uhr verkürzt. Hier kann aber durchaus noch einmal geprüft werden, ob eine Ausweitung der Öffnungszeiten, vor allem aufgrund der gestiegenen Zahl der Aussteller, nicht Sinn machen würde.

Welche Pläne haben Sie für die 21. Rheinbacher Ausbildungsmesse?

Dr. Knauber: Gegenwärtig sehen wir uns bereits auf einem sehr guten Weg. Die Messe wird hervorragend angenommen und hat sich mit den Jahren zu einer der erfolgreichsten Messen in der Region entwickelt. Sowohl Aussteller als auch Besucherzahlen steigen von Jahr zu Jahr. Wir werden selbstverständlich auch im nächsten Jahr daran arbeiten, die Veranstaltung weiterzuentwickeln und die 21. Rheinbacher Ausbildungsmesse mit geeigneten Themen und Schwerpunkten in die Zukunft führen.

Dr. Raffael Knauber und Dana Euskirchen sind federführend für die Organisation zuständig.Foto: EICH

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