Erinnerung an die Evangelische Bühnengilde Koblenz
Eine Gemeinschaft, die weiterlebt
Koblenz. Im Kontext der Jubiläumsreihe „220 Jahre Evangelisch in Koblenz“ würdigte der Evangelische Gemeindeverband Koblenz die „Evangelische Bühnengilde Koblenz“ mit einer Veranstaltung im Wohnpark am Stift. Im Zuge der Gemeindearbeit, die nach dem Ersten Weltkrieg im Rheinland vielfältige Impulse erhielt, gründete sich 1922 die Bühnengilde in Koblenz. Unter der Führung des Koblenzer Kaufmanns und Presbyters Walter Hoerder war sie bestrebt, „unterhaltsame Zerstreuung und religiöse Erbauung“ zu bieten.
Über die nächsten Jahre hinweg inszenierten über 50 Laienschauspielerinnen und Laienschauspieler in dem ehemaligen Gemeindesaal am Altlöhrtor ein breit gefächertes kulturelles Programm. Allerdings führten die Bestimmungen des NS-Theatergesetzes bereits 1935 zur Selbstauflösung der Gruppe.
Die Eröffnungsworte zur Veranstaltung hielt Pfarrerin Anne Peters-Rahn. Anschließend sprach Dr. Andreas Metzing über die kurze, jedoch erfolgreiche Geschichte der Gilde und stellte die Ausstellung vor, die aus dem Nachlass von Walter Hoerder (1904 - 1999) erstellt und auch online verfügbar ist. Trotz der Auflösung der Gilde lebte ihre Idee und Gemeinschaft weiter, wie Inge Nicolai, die Tochter des Gründungsmitglieds Hans Neumeyer und Nichte von Walter Hoerder, in Erinnerung rief. Sie sprach von dem aus der Bühnengilde hervorgegangenen Familien- und Freundeskreis, in dent von Anfang an auch Ehepartner und Kinder integriert waren.
Jeanette Rüchardt untermalte die Veranstaltung am Klavier musikalisch. Als Andenken erhielten alle Teilnehmenden einen Nachdruck der Festschrift von 1932. Für die Evangelische Kirchengemeinde Koblenz bleibt die Bühnengilde ein prägender Teil des Gemeindelebens, an den es sich immer wieder zu erinnern lohnt.
BA
