Allgemeine Berichte | 21.02.2023

Vom Wildchen zum Schmusetiger

Eine Gnadenbrotstelle für Füchschen

Füchsen im Portrait.  Foto: privat

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der rote Tigerkater Füchschen ist geschätzt stolze 17-18 Jahre alt. Genau wissen es die Helfer des Katzenschutzvereins Bad Neuenahr-Ahrweiler 1978 e.V. nicht, obwohl sie ihn schon viele Jahre kennen.

Eines Tages tauchte er an einer der Futterstellen für Straßenkolonien in Bad Neuenahr auf, an der die ehrenamtlichen Helfer des Vereins 365 Tage im Jahr bei Wind und Wetter Streunerkatzen betreuen.

Füchschen kam mit seinen Kumpels regelmäßig, aber er blieb immer in sicherer Entfernung. Bei jeder Annäherung ergriff er die Flucht - wie das bei wild lebenden Katzen halt so ist. Normalerweise legen sie die Scheu vor dem Menschen nie ganz ab.

Im Lauf des letzten Jahres begann Füchschen allerdings sein Verhalten zu ändern Er wartete schon auf seine Helfer, in den ganz überwiegenden Fällen war das die Ehrenvorsitzende des Vereins, Doris Efferz, und blieb nah an der Futterstellen liegen, wenn sie mit dem Futter hantierte. Ganz langsam und vorsichtig nahm Doris Efferz mit ihm Kontakt auf, jeden Tag ein bisschen mehr, bis er schließlich Ende letzten Jahres bereit war, sich streicheln und anfassen zu lassen.

„Da habe ich nicht lange überlegt“, so Doris Efferz, „es war klar, dass in seinem Alter der bevorstehende Winter eine vermutlich zu harte Bewährungsprobe werden würde. Und wenn er sich anfassen lässt - warum ihn nicht mitnehmen und sehen, was passiert.“ Gesagt, getan - Füchschen blieb erstaunlicherweise völlig ruhig, als er ins Auto verfrachtet wurde und war vom ersten Tag an zufrieden, als er bei Doris Efferz im Gehege erst einmal ein Einzelzimmer beziehen konnte. Alle waren über die problemlose Eingliederung überrascht, das Wildchen hatte er wohl auf der Straße zurückgelassen.

Nach wenigen Wochen, in denen Füchschen sich weiter akklimatisiert hatte, wurde Stufe zwei gezündet. Füchschen wurde in die Wohnung der Familie Efferz aufgenommen, in der neben der Familie noch die beiden Kater Idefix und Fockelmann leben. Anfangs waren sogar noch 12 Wochen alte Kitten dabei, die Doris Efferz von Hand aufgezogen hatte. „Füchschen verhielt sich, wie wenn er schon immer bei uns gewohnt hätte. Das Kennenlernen mit den anderen Katzen ging schnell, man beschnupperte sich und dann gab es noch ein Küsschen und das war es“, so Doris Efferz, bei der der Verein für Füchschen nunmehr eine Gnadenbrotstelle eingerichtet hat. „Füchschen ist jetzt ja Rentner“, so Doris Efferz. „Er hat ja kaum noch Zähne, mit Mäusefangen ist da nichts mehr drin“.

So darf Füchschen seinen Lebensabend bei ihr genießen, gerne auf dem Sofa oder auf ihrem Schoß, aber immer in ihrer Nähe. Aufregung gibt es nur, wenn andere Helfer des Vereins kommen, die Füchschen noch von der Futterstelle kennt. Dann geht er auf Distanz und fixiert kampflustig sein Gegenüber - wie wenn er sagen wollte: „Lass mich bloß in Ruhe, ich bin hier angekommen und da bleibe ich!“. Das darf Füchschen.

Der Verein sucht laufen ehrenamtliche Pflegestellen, auf denen ältere Tiere ihren Lebensabend verbringen können oder zu vermittelnde Katzen zwischengeparkt werden, bis ein neues Zuhause gefunden wurde. Die Kosten für Ausstattung, Futter, Streu und Tierarzt trägt der Verein. Wer Interesse an dieser wichtigen Aufgabe im Tierschutz hat, kann sich gerne an Anita Andres, Tel. (0 26 41) 20 74 65 wenden.

Der Verein freut sich über jede Art von Hilfe – seien es Futter-Spenden oder eine kleine finanzielle Aufmerksamkeit. Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden unter IBAN DE 27 5775 1310 0000 8154 31, Kreissparkasse Ahrweiler. Weitere Infos unter www.katzenschutz-aw.de .

Füchsen im Portrait. Foto: privat

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