Allgemeine Berichte | 02.09.2024

Rhein-Wied Hospiz in Neuwied mit Festakt eröffnet

„Eine Herberge zum Leben an der Grenze“

Hospizleiterin Manuela Götz (5.v.l.) nahm den symbolischen Schlüssel für das neue Hospiz von Architektin Nicole Berghaus entgegen.  Fotos: AWi

Neuwied. Mit einer offiziellen Eröffnungsfeier wurde am 30. August nach nur 20 Monaten Bauzeit das Rhein-Wied Hospiz offiziell eröffnet. Neben Hospiz-Schirmherrin Isabelle Fürstin zu Wied und Gesundheitsminister Clemens Hoch waren unter anderem Vertreter der Träger, des Hospizvereins, der Politik, Kirchen und Sponsoren und viele weitere Beteiligte und Gäste bei der von Podiumsgesprächen und musikalischen Beiträgen umrahmten Eröffnungsfeier mit Schlüsselübergabe anwesend.

Rund eine Million Euro Spenden

„Ich brenne für das Hospiz“, sagte Isabelle Fürstin zu Wied im Podiumsgespräch und sieht ihren Beitrag in der weiteren Unterstützung des Betriebes des Hopizes auch in der Nutzung ihrer Netzwerke, um zum Beispiel Spenden zu generieren. Denn fünf Prozent der Gesamtkosten müssen aus Spendenmitteln finanziert werden, das sind für das Jahr 2025 etwa 127.000 Euro, wie Anja Loudovici, von der Unternehmenskommunikation der Marienhaus GmbH, gegenüber BLICK aktuell mitteilte. 95 Prozent der Kosten werden die durch Kranken- und Pflegekassen getragen.

Der erste Spatenstich fand im Februar 2023 statt. Die Baukosten betrugen rund acht Millionen Euro. Auch hier wurden ca. 1.000.000 Euro über Spenden aufgebracht. Das Hospiz bietet zwölf stationären Gästen Platz, die, anders als in anderen Pflegeeinrichtungen, keinen Eigenanteil zahlen müssen.

Immer wieder flammte der Gedanke auf, im Landkreis Neuwied ein stationäres Hospiz zu errichten. Ein starker Impuls kam aus den beiden Palliativstationen der beiden Klinken in Neuwied. Ende 2017 beauftragte Christoph Drolshagen als Leiter der Marienhaus Hospize eine erste Bedarfsanalyse anhand wissenschaftlich fundierter Kriterien. Das Controlling der Marienhaus GmbH erstellte diese mit dem Ergebnis, dass ein deutlicher Bedarf für ein zusätzliches Hospiz im nördlichen Rheinland-Pfalz besteht.

Im November 2019 erfolgte die Gründung der Hospiz im Landkreis Neuwied gGmbH, die sich aus der Marienhaus GmbH (50 Prozent), dem Neuwieder Hospizverein e. V. (39 Prozent), der DRK gemeinnützige Krankenhaus GmbH Rheinland-Pfalz (zehn Prozent) und den Franziskanerbrüdern vom Heiligen Kreuz e.V. (zehn Prozent) zusammensetzt. Christoph Drolshagen, Leiter der Marienhaus Hospize, wurde zum Geschäftsführer berufen, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung ist der ehemalige Landrat des Kreises Neuwied, Rainer Kaul, heute Präsident des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz.

Keine Insel, sondern Ort der Begegnung

Christoph Drolshagen formulierte den Zweck und Auftrag, aber auch die Vision des Hauses: „Wir wollen keine Insel, sondern ein Ort der Begegnung sein und sicherstellen, dass Menschen auf natürliche Weise bis zum Lebensende am Leben teilnehmen“. Das Rhein-Wied Hospiz sei „eine Herberge an der Grenze zum Leben“. Drolshagen bedankte sich im Rahmen der Eröffnungsfeier bei den vielen an der Planung und Errichtung des zweistöckigen Gebäudes in der Aubachstraße 53 Beteiligten.

Manuela Götz, die die Hospizleitung innehat, und Marvin Maur als Pflegedienstleiter erhielten Blumensträuße von Drolshagen. Ihnen und rund 21 Pflegefachkräften, meist mit Weiterbildung in Palliative Care, obliegt nun der operative Betrieb des Hauses. Außerdem gibt es eine Sozialarbeiterin für das Anfragemanagement und die psychosoziale Begleitung und zusätzlich Mitarbeiterinnen in der Verwaltung und Hauswirtschaft und Reinigung. Das Bistum Trier richtet eine Stelle für die Seelsorge ein. Zusätzlich habe sich ca. 20 eigens qualifizierte Ehrenamtliche des Ambulanten Hospizes Neuwied für die Mitarbeit im Rhein-Wied-Hospiz bereit erklärt, das auch eng mit externen qualifizierten Palliativmedizinern, Physiotherapeuten und Apotheken zusammenarbeitet.

Das Ehrenamt ist eine wichtige Säule der Hospizarbeit, so wird auch der Neuwieder Hospizverein e.V., der sich auch aus ehrenamtlichem Engagement speist, weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Vorsitzender Hans-Peter Knosssalla betonte in seiner Ansprache die weiterhin erforderlichen Spenden. Im Vorfeld des Baues konnte der Verein mit sogenannten Spendensteinen Unterstützung generieren, welche Maßnahmen künftig getroffen werden, sei noch offen.

Wie die Marienhaus Gruppe mitteilt, ist die Grundlage des Konzeptes des Hauses der hospizlich-ganzheitliche Begleitungsansatz. Zum Leistungsumfang zählen natürlich auch die von stationären Pflegeeinrichtungen zu erbringenden Leistungen wie die Körperpflege und Ernährung. Im Rahmen der Versorgung werden neben Unterkunft und Verpflegung auch palliativmedizinische, soziale und geistig-seelische Leistungen erbracht. Um diesem gerecht zu werden, erfolgt die Begleitung von Menschen im Hospiz nach den vier Säulen der Hospizarbeit: Medizin und Pflege, Soziale Betreuung, Psychische Betreuung und Spirituelle Begleitung. Wesentlich sind dabei der sensible und zugleich offene Umgang mit allen Aspekten des Sterbens, des Todes und der Trauer.

Keine Krankenhaus- Atmosphäre

Das Haus bietet dazu auf zwei Etagen beste Voraussetzungen dafür. Gästezimmer mit Balkon und Blick ins Grüne, auch ein Angehörigenzimmer, Gruppenräume, Esszimmer, Aufenthaltsräume, aber auch der Raum der Stille sind angenehm, mit vielen natürlichen Materialien ausgestattet, gestaltet und eingerichtet. Ein angenehmes Lichtkonzept rundet die Innengestaltung ab.

Informationen und Ansprechpartner finden Interessierte auf der Webside www.rhein-wied-hospiz.de.

Ab Anfang September Platz für zwölf Gäste: das neue Rhein-Wied Hospiz in der Aubachstraße

Ab Anfang September Platz für zwölf Gäste: das neue Rhein-Wied Hospiz in der Aubachstraße

Keine Krankenhaus-Atmosphäre: Der Essraum

Keine Krankenhaus-Atmosphäre: Der Essraum

Hospizleiterin Manuela Götz (5.v.l.) nahm den symbolischen Schlüssel für das neue Hospiz von Architektin Nicole Berghaus entgegen. Fotos: AWi

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