Allgemeine Berichte | 13.05.2019

Tagesfahrt des Förderkreises Abtei Sayn nach Worms

Eine Reise in die Geschichte

Der Förderkreis der Abtei Sayn trotzte dem Wetter und hatte einen schönen Tag in Worms. Foto: privat

Bendorf. „Wenn Engel reisen, weint der Himmel“ Mit diesem Satz auf den Lippen nahmen viele Mitglieder und Freunde des Förderkreises der Abtei Sayn augenzwinkernd das nicht so angenehme Wetter in Kauf und starteten morgens in Sayn am Schloss zu ihrer ersten diesjährigen Tagesfahrt. Ziel war die Dom-, Nibelungen- und Lutherstadt Worms mit dem Schwerpunkt: Judentum und Luther in Worms.

Nach einer ausführlichen, informativen Führung im und um den Dom, eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke des Rheinlandes, ging es zum jüdischen Friedhof, der nur wenige Gehminuten vom Dom entfernt liegt. Der Heilige Sand war der Friedhof der jüdischen Gemeinde Worms und ist der älteste erhaltene in Europa. Siebzig der etwa 2500 Grabsteine stammen aus dem 11.und 12. Jahrhundert.

Martin Luthers Auftreten anlässlich des Reichstages 1521 in Worms dauerte zwar nur wenige Tage, aber es war ein entscheidendes Ereignis der Reformation. Dort sollte er wichtige Teile seiner Schriften widerrufen. Luther weigerte sich, was zur Folge hatte, dass Kaiser Karl V. sämtliche Schriften Luthers verbot. Ein beeindruckendes Denkmal mitten in der Stadt zeigt Luther umgeben von den anderen großen europäischen Reformatoren, u.a. von seinem Freund Philipp Melanchthon, sowie zwei seiner weltlichen Schutzherren. Man hätte noch lange den Ausführungen der Fremdenführerinnen folgen können, wären da nicht der Hunger und Durst und der Wunsch nach einem warmen, trockenen Plätzchen gewesen. Nach einer angemessenen Mittagspause traf man sich gestärkt und aufgewärmt an der Synagoge im jüdischen Viertel. In der Synagoge und im zugehörigen Lehrhaus erhielt man durch zwei religions- und geschichtskundige Mitarbeiterinnen weitere Einblicke in das Leben in der jüdischen Gemeinde. Diese war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit eine der bedeutendsten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Worms, Mainz und Speyer nennt man im Judentum die SchUM-Städte, eine Bezeichnung, die aus der Abkürzung der hebräischen Namen dieser drei Städte stammt. Unter ihnen hat Worms eine besondere Bedeutung, weil dort Salomon ben Isaak, genannt Raschi, wirkte, dessen Bibel- und Talmudkommentare von seinen Schülern unter dem Namen Raschi-Schule in alle Teile der Welt verbreitet wurden.

Der Abschluss der Tagesreise war ein gemeinsames Abendessen in einem herrlich, direkt am Rhein, gelegenen Weinhotel in der Nähe von St. Goar. Die Heimfahrt führte am Rhein entlang und spätestens dort konnte man sehen, wie dringend die Natur den Regen braucht, der der Gruppe den ganzen Tag zusetzte. Punkt 21 Uhr lieferte der Busfahrer alle Gäste wieder wohlbehalten am Schloss in Sayn ab. Die nächste Fahrt findet am 12. Juni 2019 statt. Sie startet um 13 Uhr mit dem Ziel Boppard mit Basilika St. Severus und Propsteigarten Hirzenach. Auch für die geplante 5-Tagesreise vom 8. bis 12. September in den Harz sind noch einige DZ-Plätze frei.

Interessierte wenden sich an E. Bleidt, Tel. (0 26 22) 59 88.

Der Förderkreis der Abtei Sayn trotzte dem Wetter und hatte einen schönen Tag in Worms. Foto: privat

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