Ritter von Burg Thurant besuchten Grundschule in Moselweiß
Eine Zeitreise ins Mittelalter
Geschichtsunterricht zum „Anfassen und Mitmachen“
Alken. Im Fach „Geschichte“ stand in den letzten Wochen das Thema „Mittelalter“ auf dem Unterrichtsplan der beiden vierten Schuljahre der Grundschule in Koblenz-Moselweiß. Da gerade die naheliegenden Regionen von Mittelrhein und Mosel geprägt sind von alten Dörfern und trutzigen Burgen aus dieser Zeit, ist der Unterricht für die Schüler und Schülerinnen leicht zu veranschaulichen und entsprechend interessant zu vermitteln. Noch aufregender können die Unterrichtsstunden sein, wenn sich der Klassenraum in einen Pallas verwandelt und sich zwei echte Rittersleut‘ einfinden.
Ritterlicher Besuch
Lernt dort doch in der Vierten auch die Studiosa, das Edelfräulein Lisa-Marie von Metternich. Selbige rief die auf Thurant - der hoch über Alken an der Mosel gelegenen Burg - seit fast 800 Jahren hausenden Ritter, nach Moselweiß zu kommen. So eilten die Recken Berlewin von Alzey und Thankmar von Nubbelrath der Horde „Legatio ex Colonia Agrippinensis“ nach dort - jedoch nicht, um nochmals die Schulbank zu drücken, sondern, dass diese unter anderem berichten sollten, wie es sich auf einer mittelalterlichen Festung lebte. Also erschienen die Herren in Rüstzeug und mit Schwertern bewaffnet in der Schulklasse. Gleich einem Pfeilhagel regneten Fragen auf die beiden Recken nieder, die von den Rittersleuten möglichst anschaulich beantwortet wurden:
Die Schüler hatten viele Fragen
„Wer baute eine Burg, wo und warum?“ Die Recken berichteten vom Leben auf einer Burg, nicht nur als Adliger, und auch davon, unter welchen Bedingungen die Menschen im Allgemeinen arbeiteten und sich ernährten. Hierbei wurde nicht an Vergleichen zwischen gestern und heute gespart. „Unter welchen Voraussetzungen war es überhaupt möglich, als Junge von der Zeit als Knappe zum Junker und schließlich ein Ritter zu werden? Was taten die Frauen und gleichaltrigen Mädchen im zwölften und 13. Jahrhundert?“ Teilweise gab es erstaunte Gesichter, als die Viertklässler hörten, dass es nicht nur auf den Burgen, sondern auch in Städten üblich war, dass Kinder, deren Eltern es sich leisten konnten, regelmäßig zur Schule gehen mussten. So wurde auf Thurant neben dem Moselfränkischen auch Unterricht in Latein und Französisch gegeben. Rechnen und Schreiben ebenso wie für die Jungen das Kämpfen mit Schwert und Axt, und die Mädchen erlernten das Kochen, Sticken und Nähen oder die Kunde der Heilkräuter.
Anschaulich nahegebracht
Selbstverständlich konnten sich die Schüler und Schülerinnen das Rüstzeug und die Schwerter an diesem Morgen nicht nur ansehen, sondern auch einmal in die Hand nehmen und teilweise ausprobieren, um sich davon zu überzeugen, welches Gewicht ein Ritter im Kampf zu tragen hatte. Der Unterricht verging wie im Fluge und so wurde es Zeit, sich letztlich auf den Schulhof zu begeben. Hier sollte abschließend veranschaulicht werden, wie die Ritter zum Beispiel mit Schwert und Schild gekämpft haben. Der staufertreue Burggraf zu Thurant, Berlewin von Alzey, genannt der Zorn von Thurant, erkennbar an den Farben schwarz/gold sowie dem badischen Löwen auf dem Waffenrock, wurde von Thankmar von Nubbelrath, gewandet in den Farben schwarz/rot des Erzbischofs zu Köln und dem entsprechenden Wappen, zum Tjost (Zweikampf) herausgefordert. Die Schwerter klirrten, als sie beim gezeigten Schaukampf aufeinandertrafen.
Erlebnisreicher Unterricht
Die Lehrerinnen Frau Kurdek und Frau Weiss und auch die Schüler und Schülerinnen dankten zum Abschied für die gelungene Vorführung und die erlebnisreichen Unterrichtsstunden. Den Herren von Thurant hat es ebenso Spaß gemacht, einmal etwas anderes zu tun, als in den uralten Gemäuern von Thurant herum zu spuken.
Letztes Zusammentreffen der Ritter in diesem Jahr
Dort werden sie am 12. November für dieses Jahr zum letzten Mal anzutreffen sein, bevor sie sich in ihr Winterquartier zurückziehen werden.
