Allgemeine Berichte | 08.08.2016

Thomas Schneider sprach mit BLICK aktuell über die aktuelle Situation der Flüchtlinge in Mendig

„Eine erfolgreiche Integration ist nicht von heute auf morgen erreichbar“

Städtischer Geschäftsbereichs „Asyl und Flüchtlinge“ beschäftigt sich unter anderem mit der Koordination aller Flüchtlingsfragen mit Einrichtungen, Institutionen und Behörden

Der kürzlich von der Stadt Mendig gemeinsam mit der VG-Mendig organisierte Tag der Kulturen hat bewiesen, dass die Stadt über ein weltoffenes Vereinsleben verfügt. FRE

Mendig. In der Sitzung am Dienstag, 26. Januar beschloss der Mendiger Stadtrat mit Stimmenmehrheit, dem Ersten Beigeordneten Thomas Schneider die Leitung des neuen Geschäftsbereiches „Asyl und Flüchtlinge“ zu übertragen. Der ehrenamtlich tätige Bürgermeister der Stadt Mendig, Hans Peter Ammel machte unter anderem deutlich, dass der enorme Zeit- und Arbeitsaufwand für ihn alleine kaum noch zu erbringen sei. Zu den Aufgaben von Thomas Schneider zählen unter anderem die Koordination aller Flüchtlingsfragen mit Einrichtungen, Institutionen und Behörden in allen Bereichen, wie zum Beispiel der Verbandsgemeinde, dem Kreis oder Land. Weiterhin die mögliche Unterbringung von Flüchtlingen in städtischen Wohnungen, die Prüfung und Schaffung von Aufnahmemöglichkeiten für Flüchtlinge und nicht zuletzt die Sicherstellung der gesetzlichen Aufgabenverpflichtung der Stadt Mendig bei der Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger. In den vergangenen Monaten wurden der Stadt insgesamt 158 Asylbewerber zugewiesen, für die jeweils eine Unterkunft zur Verfügung gestellt werden konnte. BLICK aktuell sprach mit Thomas Schneider über dessen Arbeit, beziehungsweise die Entwicklung im Hinblick auf die Integration der Flüchtlinge. BLICK aktuell (BA): „Rechnen Sie in Mendig mit einer weiteren Zuweisung von Flüchtlingen?“ Thomas Schneider: „Aufgrund der aktuellen Entwicklung kann ich derzeit keine konkreten Aussagen machen. Zunächst einmal muss klar sein, dass die Flüchtlinge, für die wir in Mendig eine Wohnung gefunden haben, offiziell nur so lange dort bleiben dürfen, bis über ihren Asylantrag entschieden wurde. Von dem Tag, an dem sie Hartz IV beziehen, müssen sie sich selber um einen entsprechenden Wohnraum bemühen. Da wir diesbezüglich mit entsprechenden Problemen rechnen müssen, bin ich auch hier intensiv damit befasst, eine Koordination zwischen der Beschaffung von Wohnraum, Arbeitsmarktintegration sowie Sprach- und Bildungsprogrammen hinzubekommen. Wie alle anderen Hartz IV-Empfänger auch, werden die anerkannten Flüchtlinge den Wohnungsmarkt vorwiegend im Niedrigpreis-Segment in Anspruch nehmen müssen.

Deshalb ist es im Rahmen unserer städtebaulichen Entwicklung dringend notwendig, auch in Mendig entsprechenden Wohnraum zu schaffen, damit das soziale Gleichgewicht im Rahmen bleibt. Diesbezüglich habe ich bereits verschiedene richtungsweisende Gespräche geführt.“ BA: „Wie sieht es in Mendig mit der Sprachförderung aus?“ Thomas Schneider: „Während die vorgeschriebenen Sprachkurse für Erwachsene angeboten werden, sehe ich eine wichtige Aufgabe für uns als Stadt darin, die Bereitschaft der Eltern zu fördern, ihre Kinder frühzeitig einer Kindertagesbetreuung anzuvertrauen, da die Kinder die deutsche Sprache unter Gleichaltrigen bekanntlich sehr schnell erlernen. Diesbezüglich habe ich einen Runden Tisch einberufen, der zum ersten Mal nach den Sommerferien tagen wird und an dem unter anderem auch die Kita gGmbH und die Leiterinnen der drei Mendiger Kindertagesstätten teilnehmen, da zurzeit die meisten Flüchtlingskinder im Städtischen Kindergarten „Zauberwald“ untergebracht sind. Während wir zunächst um eine ausgewogene Verteilung der Flüchtlingskinder auf die drei Einrichtungen bemüht sind, gilt es hier unter anderem auch zu klären, inwieweit besondere Sprachförderungen erforderlich sind. Ungeachtet dessen sind wir als Stadt bestrebt, auch unsere Jugend- und Sozialarbeit in die Integration der Flüchtlinge einzubinden. Entsprechende Gespräche habe ich bereits mit dem Jugendleiter der Stadt, Serge Hertrich geführt.“ BA: „Gibt es Bemühungen seitens der Stadt, auch die erwachsenen Flüchtlinge schneller zu integrieren?“ Thomas Schneider: „Ja, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich möglichst früh am gesellschaftlichen Leben in Mendig zu beteiligen, bieten wir ihnen bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag einen strukturierten Tagesablauf. So haben wir im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten Arbeitsgelegenheiten innerhalb der städtischen Einrichtungen, wie zum Beispiel beim Bauhof geschaffen, die von den Flüchtlingen gerne angenommen werden.“ BA: „Und wie sieht es bei der Integration durch Vereine aus?“ Thomas Schneider: „Bekanntlich bieten die Mendiger Vereine den Flüchtlingen einen optimalen Zugang in das soziale Miteinander. Der kürzlich von der Stadt Mendig gemeinsam mit der VG-Mendig organisierte Tag der Kulturen hat bewiesen, dass wir als Stadt über ein weltoffenes Vereinsleben verfügen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich noch einmal bei allen Gruppierungen bedanken, die diesen Tag zu einem für alle Beteiligten unvergesslichen Fest gemacht haben. Eine weitere wichtige Aufgabe sehe ich jedoch auch in der Unterstützung aller in der Flüchtlingshilfe engagierten Personen, wie zum Beispiel Petra Wienpahl, Hiltrud Surges und Edith Alef, die alle das „Herz am richtigen Fleck“ haben und ohne deren ununterbrochenen Einsatz eine erfolgreiche Integration der Neubürger unmöglich wäre. Dies bewies unter anderem deren vorbildliche Koordination aller Integrationsbemühungen an dem bereits seit längerem bestehenden Runden Tisch. Hier entstanden übrigens auch die Grundlagen für einen Schwimmkurs, den ich in Kooperation mit der DLRG kürzlich ins Leben gerufen habe. Unser gemeinsames Ziel einer erfolgreichen Integration ist jedoch nicht von heute auf morgen erreichbar, da sie immer neue Herausforderungen mit sich bringt. Ich bin jedoch sicher, dass wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Mendig diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe sozial verträglich meistern können. Als Leiter des neuen städtischen Geschäftsbereiches „Asyl und Flüchtlinge“ werde ich alles dafür tun, was im Rahmen meiner Möglichkeit liegt.“ BA: „Vielen Dank für das Gespräch!“

FRE

Der ständige Kontakt zu den ehrenamtlichen Helfer/-innen, wie hier zum Beispiel mit Petra Wienpahl im „Kaffee Kunterbunt“, ist für die Arbeit von Thomas Schneider unabdingbar.

Der ständige Kontakt zu den ehrenamtlichen Helfer/-innen, wie hier zum Beispiel mit Petra Wienpahl im „Kaffee Kunterbunt“, ist für die Arbeit von Thomas Schneider unabdingbar.

In seiner Eigenschaft als Leiter des städtischen Geschäftsbereichs „Asyl und Flüchtlinge“ sprach der Erste Beigeordnete Thomas Schneider mit BLICK aktuell über die aktuelle Situation der Flüchtlinge in Mendig.

In seiner Eigenschaft als Leiter des städtischen Geschäftsbereichs „Asyl und Flüchtlinge“ sprach der Erste Beigeordnete Thomas Schneider mit BLICK aktuell über die aktuelle Situation der Flüchtlinge in Mendig.

Der kürzlich von der Stadt Mendig gemeinsam mit der VG-Mendig organisierte Tag der Kulturen hat bewiesen, dass die Stadt über ein weltoffenes Vereinsleben verfügt. Fotos: FRE

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