Schlachtfest des Heimat- und Verschönerungsvereins Isenburg
Eine gute Gelegenheit, sich über Neuigkeiten auszutauschen
Viele Gäste aus dem Westerwald und dem Rheintal an
Isenburg. Josef Lammersdorf steht mit großer Gabel und langem Messer an der DDR-Gulaschkanone Baujahr 1962 und schneidet das rosig-zarte, dampfende Wellfleisch, das er grade aus dem Kessel geholt hat, in mundgerechte Stücke. 40 Kilogramm Fleisch wird er am Ende des Tages in 150 Essportionen für die Besucher zerteilt haben. Im 100 Grad heißen Wasser kocht das Fleisch zwei Stunden lang.
Für das Befeuern des Holzofens, die Wurstsuppe und den Jagertee ist Heiner Eulenbach zuständig. Seit sechs Uhr am frühen Morgen ist er auf den Beinen und überwacht den Druck auf den Kesseln der mobilen Feldküche aus dem Altbestand der Nationalen Volksarmee. Die fleischigen Zutaten für das Fest liefert in jedem Jahr die Landmetzgerei Siegel aus Thalhausen.
Ansturm auf Wellfleisch aus Isenburger DDR-Gulaschkanone
Die Bewirtung im Erdgeschoss des Isenburger Gemeindehauses haben die Frauen Hermine Kirschbaum, Rita Kurz, Marion Hoffmann und Britta Schüler übernommen. Vor dem Fest haben sie die Kuchen gebacken, die am Nachmittag serviert werden. Mehr als neun Kuchen schaffen die Isenburger und aus den umliegenden Orten gekommenen Gäste aber nicht, kein Wunder nach so einem opulenten Mittagsmahl mit Wellfleisch, Hausmacher Würsten, Dicken Bohnen, Kartoffelpüree und Sauerkraut. Aber man hat sich ja Zeit genommen für das Event.
Morgens um 11 Uhr stehen schon die ersten Gäste vor der Türe. Und oft wird es abends 21 oder 22 Uhr, bis sich die letzten auf den Heimweg machen. Zur Mittagszeit sitzen 90 Gäste im kleinen Saal des Gemeindehauses. Alle sehen sehr zufrieden und gut gelaunt aus. Die Stimmung ist super, es wird gescherzt und gelacht.
Dicke Bohnen neu im kulinarischen Angebot
Das Schlachtfest des Heimat- und Verschönerungsvereins hat einen guten Ruf weit über die Ortsgrenzen hinaus. Aus Kleinmaischeid, Großmaischeid, Thalhausen, Anhausen, Rüscheid, Heimbach-Weis, Gladbach und Bendorf kommen die Freunde deftiger Hausmannskost ins Isenburger Tal gefahren. Voriges Jahr wurde das Essensangebot um die Dicken Bohnen erweitert, die ebenfalls von Josef Lammersdorf zubereitet werden. Britta Schüler sagt: „Früher haben ja besonders die älteren Menschen gerne Dicke Bohnen gegessen. Aber sie werden fast nirgendwo mehr angeboten. Deshalb freuen sich die Leute sehr auf das Essen bei uns. Aber auch die jüngeren greifen immer wieder mal zu dieser seltenen Delikatesse.“
Friedhelm Kurz ist Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins. Gemeinsam mit Marco Schüler steht er an der Essensausgabe. In der Vorbereitung unterstützen ihn seine Vereinskameraden Detlef Mohr, Friedhelm Kirschbaum und Heiner Eulenbach.
Vor dem Gemeindehaus, neben der Feldküche, stehen Gäste an Stehtischen und genehmigen sich beim zwanglosen Plausch noch das eine oder andere erfrischende Getränk. Das Schlachtfest des Heimat- und Verschönerungsvereins Isenburg ist eine gute Gelegenheit, sich über die neuesten Ereignisse im Dorf und der Region auszutauschen. Und über die nächsten anstehenden Veranstaltungen in der sehr aktiven Gemeinde: Am 29. April findet der Büchernachmittag des Bücherwurm-Teams im Pfarrsaal statt, am 1. Mai die Museumseröffnung durch das Museums-Team, am 10. Mai das große Traktortreffen, organisiert vom Gesangverein und vom Heimat- und Verschönerungsverein, vom 19. bis 21. Mai die große Pfingstkirmes der Kirmesgesellschaft, am 17. Juni die Radveranstaltung „Jedem sayn Tal“; dem folgen noch das Grillen für die Senioren und das Spielplatzfest im August, ein Theaterabend und die Sankt-Martins-Feier im November sowie der Adventsmarkt am 1. Dezember an der Kirche.
Sauerkraut, Püree, Dicke Bohnen, Wurst und Wellfleisch aus der Feldküche – die kulinarischen Angebote, präsentiert von den Vorstandsmitgliedern des Vereins und ihren Frauen, können sich sehen lassen. Fotos: KER
Über immer größeren Zulauf zu seinem „Urigen Schlachtfest“ freut sich der Heimat- und Verschönerungsverein Isenburg. Im kleinen Saal des Gemeinde- hauses darf nach Herzenslust deftige Hausmannskost geschlemmt werden.
In der ersten Zeit nach ihrem Baujahr 1962 stand diese Feldküche der Nationalen Volksarmee noch auf der „anderen Seite“. Heute wird sie von Josef Lammersdorf (links) und Ortsbürgermeister Detlef Mohr in Isenburg friedlich zur Bewirtung von Gästen bei großen Veranstaltungen genutzt.
