Allgemeine Berichte | 05.10.2021

Eindrücke zum Synodalen Weg der katholischen Kirche in Koblenz

Eine sehr positive Grundstimmung

Prof. Dr. Julia Knop. Foto: Universität Erfurt

Koblenz. Gerade einmal zwei Tage nach dem Abschluss des zweiten Treffens der Mitglieder des Synodalen Weges hat Prof. Dr. Julia Knop beim Koblenzer Katholischen Forum über ihre Eindrücke berichtet. Die Theologin ist Mitglied in der Synodalversammlung und im Synodalforum „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche“. Für viele Gläubige scheint dieser Reformdialog die letzte Chance für die katholische Kirche zu sein; die Erwartungen sind dementsprechend hoch. „Da stecken viel Zeit, Arbeit und Nerven drin“, berichtete Julia Knop und gab gleichzeitig ein positives Signal, „Ich bin sehr überzeugt davon, dass wir nicht scheitern.“

Sie gab zu, dass es ein angespannter, anstrengender und bewegender Weg sei, den sie aber gehen möchte, da sie allen Beteiligten ein ernsthaftes Interesse abnehme. „Es gab konstruktive ehrliche Debatten und eine wertschätzende Atmosphäre, auch wenn sich nicht alle immer einig waren“, berichtete Knop und gab Einblicke in die Arbeit der Synodalversammlung. Die Mitglieder bearbeiteten und kommentierten in Frankfurt unter anderem Texte aus den vier Synodalforen („Macht“, „Sexualität“, „Frauen“, „Priester“). Exemplarisch nahm sie einen Abschnitt heraus, für den ein Bischof einen Änderungsantrag stellte, der allerdings nach einer Abstimmung unter den Synodalen abgelehnt wurde.

Einen weiteren Einblick gab sie in das Thema der Frauenordination. Die Mitglieder des Forums „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ forderten in ihrem Papier, dass die deutschen Bischöfe die Debatte über die Weihe von Frauen auf der Ebene der Weltkirche wieder eröffnen, die eigentlich offiziell durch Papst Johannes Paul II. beendet wurde. „Das finde ich eine kluge Argumentation, weil sie die Bischöfe zu Moderatoren macht, die die Anliegen ihrer Ortskirchen miteinbringen.“

Im Dezember 2019 ist der Synodale Weg der katholischen Kirche in Deutschland gestartet. Er wird getragen von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Der Reformdialog soll sich den Fragen nach systemischen Ursachen für sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche stellen, um daraus Konsequenzen für die Kirchenentwicklung in Deutschland und weltweit abzuleiten. Die Erfurter Professorin für Dogmatik benannte während ihres Vortags die tabu- und verbotslastige katholische Sexualmoral als ein Auslöser sexualisierter Gewalt wie auch die nondiversen exklusiven Gruppen, die sich innerhalb der Organisation Kirche bildeten.

Zum Schluss ermunterte sie die 50 Zuhörerinnen und Zuhörer im Klangraum des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums und die rund 20 virtuell Teilnehmenden sich weiterhin für den Synodalen Weg zu interessieren und sich nicht entmutigen zu lassen. „Ich habe eine sehr positive Grundstimmung“, sagte sie.

Das Katholische Forum Koblenz will den Dialog zwischen Kirche, Kultur und Gesellschaft fördern. Veranstalter sind das Bischöfliche Cusanus-Gymnasium, das Dekanat Koblenz, die Katholische Erwachsenenbildung Koblenz und die Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar.

Das nächste Katholische Forum findet statt am Montag, 25. Oktober um 19 Uhr. Referent ist Prof. Dr. Hans-Dieter Mutschler (Zürich). Er wird zum Thema „Alles Materie – oder was? Zum Verhältnis von Naturwissenschaft und Glaube“ sprechen.

Weitere Informationen gibt es bei der Katholischen Erwachsenenbildung Koblenz, Tel. (02 61) 9 63 55 90 und auf www.keb-koblenz.de. Dorthin richten Interessierte auch ihre Anmeldung für den nächsten Termin.

Näheres zum Synodalen Weg gibt es hier www.bistum-trier.de/synodaler-weg.

Pressemitteilung des

Bistums Trier

Prof. Dr. Julia Knop. Foto: Universität Erfurt

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