Winningen startete im Lichterglanz in den Advent
Eine strahlende Premiere
Winningen. Die Absage des alten Winninger Weihnachtsmarktes im vorigen Jahr löste offenbar eine Art Initialzündung aus. Weil nämlich die Winninger ihren schönen Moselort nicht ohne einen weihnachtlichen Markt belassen wollten, wurde – angeführt von einem Organisationsteam – ein neues Konzept entwickelt und jetzt „Winningen im Lichterglanz“ sehr erfolgreich aus der Taufe gehoben.
Meter um Meter Lichterketten, Kerzenlicht und Scheinwerfer verwandelten die gemütlichen Gassen in Orte der Geselligkeit. Lichtkünstler Garry Krätz setzte dem Ganzen die Krone auf, indem er auf dem Weinhof und an anderen Orten Gebäude und Gemäuer mit einer faszinierenden Lichtinstallation „ins rechte Licht“ rückte. An der neuen Form des auf fast allen Straßen und Plätzen im Ortskern sich abspielenden Weihnachtsmarktes beteiligten sich mehr als fünfzig Geschäfte und Privatleute zwischen „Graf-Sponheim-“ und „Schulstraße“ sowie die evangelische Kirche.
Die gute Sache stand vielerorts im Vordergrund
Schon in den hellen Stunden erfuhr der Markt einen großen Zulauf. Das steigerte sich noch erheblich mit zunehmender Dunkelheit. Der Aufforderung zum Bummeln und Genießen, die per Lautsprecherdurchsage vom Ortsrundfunk erfolgte, wurde offensichtlich gerne Folge geleistet. Aus dem Sträßchen „Spitalseck“ wurde an diesem Wochenende die „Weihnachtsgass“, die die Bewohner liebevoll mit Tannenbäumen und Lichtern geschmückt hatten. Ihre Garagen- und Hoftore öffneten sie, um Verkaufsräume zu schaffen. Für „Heiß und Keks“ oder Stockbrot backen war hier auch der Schulelternbeirat der Astrid-Lindgren-Grundschule im Einsatz. Ralph Alt, der mit geradezu ansteckendem Feuereifer bei der Sache war, erzählte, wie der traditionelle Zimtwaffel-Verkauf durch die Viertklässler der Schule sich nun zur Teilnahme an diesem Markt weiterentwickelt hatte. Das Schönste an allen Angeboten in der „Weihnachtsgass“ war, dass die Erträge für einen guten Zweck gespendet werden sollten. Zu den Profiteuren zählten unter anderem das Tierheim Koblenz, die Initiative „Strahlemännchen“ für an Krebs erkrankte Kinder und deren Familien und die Grundschule.
Doch auch andernorts waren die Einnahmen zur Unterstützung verschiedener Projekte gedacht. So verkaufte beispielsweise in einem idyllischen Hof in der Fronstraße der deutsche Teil des Vereins „A Mulemba“ Couscous, Portwein und mehr. Mit den Erlösen soll die Arbeit einer angolanischen Pfarrerin unterstützt werden, die in Portugal lebenden geflüchteten Familien aus Angolaeine neue Lebensperspektive gibt. Ein weiteres Beispiel lieferte Klaus-Dieter Kröber an seinem Stand auf dem Marktplatz, wo ihn Schwester Renate tatkräftig unterstützte. Die hochprozentigen Produkte seiner Brennerei, wie der Kräuterlikör, dessen Rezept noch vom Großvater stammt, konnten für kleines Geld, das in die Spendensäule kam, verkostet werden. Eine Win-Win-Situation: Die Gäste erfreuten sich an den süffigen Getränken, die Freiwillige Feuerwehr am Ende über die kleine Finanzspritze.
Örtliches Gewerbe bot bunte Angebotsmischung
Freude wurde auch dort verbreitet, wo es keinen Spendenhintergrund gab. Gärtnereien, Sektkellereien, Gasthäuser, Verlage, Reisebüros, Kosmetikstudios, Künstler und andere Gewerbetreibende leisteten ihren Beitrag für die richtige Angebotsmischung. So, wie Bäcker Andreas Pistono, der eigens für dieses Fest den „Winninger Berliner“, gefüllt mit Weincreme, kreierte. Ein wenig abseits vom Trubel gelegen empfing die Neustraße, die den „Winninger Lichterglanz“ im Norden begrenzte, ihre Besucher mit Schmuck und Geschenkartikeln. Im Hof der Familie Bormer, die sich entschlossen hatte, den Erlös dem Tierheim Koblenz zukommen zu lassen, wurden zudem Kaffee und Kuchen, heißer Apfelsaft und zu einigen Zeiten auch Musikalisches geboten. Musikschüler sowie Gitarren- und Mundharmonikaspieler sorgten für einen kurzweiligen Aufenthalt in der weihnachtlich dekorierten Scheune des alten Winzerhauses.
Musik sorgte auf Plätzen und Straßen für Stimmung
Die musikalischen Beiträge waren ein absoluter Gästemagnet. Wie die Dixieland-Band „Göt Net“ aus dem holländischen Venray, die sich schwungvollen Liedern in die Herzen der Besucher spielte. Gerade am Marktplatz, wo eine Fülle von Angeboten die Gäste anzog und Traktor-Planwagenfahrten durch den Ort starteten, trafen die Musiker auf eine fröhliche Zuhörerschaft. Mit festlichen Tönen begeisterten die „Calmont-Bläser“, ein Alphornbläser-Quartett, ihr Publikum. In der Marktstraße wechselten sie sich mit dem gegenüber positionierten Gesangverein „Liedertafel“ ab, der den großen Chor der Lichterglanz-Gäste um sich scharte. Unzählige weitere Attraktionen und Aktionen präsentierten die Winninger mit herausragendem Engagement. Der Erfolg ihres neuen Weihnachtsmarktes lässt nicht daran zweifeln, dass es im nächsten Jahr eine Neuauflage geben wird.
BSB
Immer wieder wurden die „Lichterglanz“-Besucher zum Mitmachen aufgefordert, wie in der Fährstraße, wo der Gesangverein „Liedertafel“ zum Mitsingen animierte.
Auf allen Straßen und Plätzen war Musik zu hören. In der Fährstraße sorgten die Calmont-Bläser für ganz besondere Klänge.
In der „Weihnachtsgass“ war der Elternbeirat der Grundschule im Einsatz – selbstverständlich werden die Einnahmen den Kindern zugutekommen.
Ein aktuelles Video zu diesem Thema finden Sie im Internet unter: www.blick-aktuell.tv Reinschauen lohnt! Viel Spaß.
