77 Jahre nach ihrer Einschulung Ostern 1946 in die kath. Volksschule in Meckenheim trafen sich die ehemaligen Klassenkameraden
Eines der ältesten noch stattfindenden Klassentreffen in der Region
Meckenheim. Von dem damals schon sehr maroden Schulgebäude der „Knabenschule“ an der Kreuzung Hauptstr./Johannesstr in Meckenheim steht heute nichts mehr. Ein altes Wegekreuz erinnert heute noch an dieser Straßenecke an das alte Schulgebäude, das im November 1953 abgerissen wurde, als das neue Schulgebäude der kath. Grundschule am heutigen Standort auf der gegenüberliegenden Seite des Kirchplatzes am 25.11.1953 eingeweiht werden konnte.
Da die „Mädchenschule“ in der oberen Hauptstr. (gegenüber dem Café Reichwein) bei der fast vollständigen Zerstörung Meckenheims in der Zeit 2. - 5. März 1945 auch total zerstört wurde, herrschte bei der ersten Einschulung Ostern 1946 eine hoffnungslose Not an Klasseräumen.
So wurden insgesamt 70 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1938, 1939 und 1940 eingeschult. Dazu kamen noch weitere 230 Mädchen und Jungen der Jahrgänge 1934 bis 1937, die sich die 6 engen Klassenräume der Schule und das „Sälchen“ der kath. Pfarrgemeinde sieben Jahre lang teilen mussten, bis die neue kath. Volksschule (1953) eingeweiht werden konnte. In diesen Jahren konnten alle Schüler zum Teil nur an jedem zweiten Tag drei Stunden lang unterrichtet werden oder sie wurden im Schichtunterricht im Wechsel vor- und nachmittags unterrichtet.
Heute sind 19 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1938, 1939 und 1940 von den ursprünglich 70 Mädchen und Jungen übrig geblieben, die sich noch an die Bombardie-rung und fast vollständige Zerstörung Meckenheims erinnern können. Die Zahl der Zeitzeugen nimmt kontinuerlich ab.
Die Trümmerfelder der zerstörten Altstadt Meckenheims erinnern an die Bilder der aktuell zerstörten Städte in der Ukraine. Am ersten Schultag gab es damals für die “I-Dötzchen“ keine - wie heute üblich - Erinnerungsfotos mit großen, bunten und gut gefüllten Schultüten. Durch die mangelhafte Ernährung in den letzten Kriegsjahren waren die Kinder so geschwächt, dass die Einführung einer Schulspeisung - unterstützt von den Wohlfahrtsverbänden aus den USA nach Kriegsende allgemein begrüßt wurde. Jeder Schüler erhielt sechs Mal in der Woche in der großen Pause einen halben Liter warme Milch bzw. Kakaosuppe.
Die Organisator*innen des diesjährigen Klassentreffens - Lieselotte Dammann, Günther Ruland und Gunter Herr - sind stolz auf den guten Zusammenhalt der Klassengemeinschaft. Die Teilnehmer*innen des Klassentreffens sind zwischen 82 und 84 Jahre alt und haben über 76 Jahre lang die Verbindung zueinander nie verloren. Zunehmende alters-bedingte Unpässlichkeiten und nachlassende Mobilität macht die Organisation dieser Treffen jedoch immer mühsamer.
Um so schöner, dass es in diesem Jahr möglich wurde, bei Kaffee und Kuchen im Café Sofa und einem anschließenden Abendessen im Restaurant „Blumenhof“ in Meckenheim viele alte Geschichten und Anekdoten auszupacken und gemeinsame Erinnerungen auszutauschen.
Alle Ehemaligen freuten sich riesig, dass sie sich nach der langen Pandemie-Pause anlässlich Klassentreffens endlich wieder persönlich sehen und sprechen konnten, auch wenn die Teilnahme mancher/m aufgrund altersbedingter Schwächen große Anstrengungen abverlangte, um noch einmal dabei zu sein - hoffentlich nicht zum letzten Mal.
Die Organisator*innen sind froh, dass ihre Klassengemein-schaft „Einschulung Ostern 1946“ wohl zu den ältesten noch stattfindenden Klassentreffen in der Region zählt, die sich noch regelmäßig mit so großer Beteiligung trifft.
