Allgemeine Berichte | 02.08.2017

Bildervortrag über Spitzbergen und Grönland entführte in eisige Regionen

Eis und Schnee im Hochsommer

Eisberge. Winfried Scheler

Wachtberg-Villip. Es heißt, dass man im Hochsommer die Hitze weniger stark empfindet, wenn man sich Nordpol-Fotos oder ähnlich winterlich Anmutendes anschaut. Alleine das Betrachten und sich Einfühlen in kältere Temperaturen würde einen schon etwas abkühlen. Das dachten sich wohl auch die zahlreichen Gäste, die sich im Rahmen der 11. Wachtberger Kulturwochen zu Winfried Schelers Bildervortrag über Spitzbergen und Grönland in der Hofanlage Kemp einfanden.

Die schöne Galerie im Obergeschoss bot einen geeigneten Raum für die Foto-Projektionen. Das Gastgeberpaar, Bärbel und Josef Kemp, hatte die offenen Fenster abgedunkelt, ein leichter Windhauch verirrte sich ab und zu ins Innere … alles in allem ein perfektes Ambiente an diesem heißen Sommertag.

Und dann ging es auch schon auf die Reise in nördliche Gefilde – gedanklich und bildlich zumindest. Nach kurzen einleitenden Erläuterungen zu seinen wiederholten Exkursionen nach Spitzbergen und Grönland dauerte es auch nicht lange und die Zuschauer wähnten sich schnell in der kargen Natur oder den eisbedeckten Weiten des Nordens.

Zu Eisbär und Polarfuchs

Spitzbergen, so Scheler, sei die nördlichste bewohnte Inselgruppe. 60 Prozent sind eisbedeckt, von Ende Oktober bis Mitte Februar bleibt es auch tagsüber dunkel. An Bord eines Segelbootes seien er und seine Frau im Oktober 2016 in mehrere Fjorde hineingefahren. Fotos von Gletschern und beinahe vegetationslosen Hügellandschaften ließen erahnen, an welch besondere Umstände die wenigen dort lebenden Menschen sich anzupassen haben. Landgänge sind nur mit einem Führer und ausgebildeten Jäger erlaubt … die Eisbären seien unberechenbar. Auch Polarfüchse, eine spezielle, kurzbeinige Rentierart und Bartrobben fühlen sich in diesen Breiten wohl. Letztere seien richtig neugierig gewesen und ganz nah ans Boot herangekommen, erzählte Scheler und zeigte Fotos dieser für uns seltenen Tiere. Interessant waren daneben Fotos von maroden Holzbooten und verlassenen -hütten, Überbleibsel der ersten Expeditionsteams. Ebenso massenhaft am Strand liegengebliebene Skelette und Knochen aus der Zeit vor hundert Jahren, als dort noch Belugawale gejagt wurden. Inzwischen sind diese Relikte vergangener Zeiten unter Schutz gestellt. Als Zeitdokumente sollen sie in ihrem natürlichen Verfall-Prozess so lange wie möglich erhalten bleiben, was bei den vorherrschenden Temperaturen kein Problem sein wird.

In Eis und Schnee

Nach Grönland gereist sind die Schelers mal Anfang Mai. Zu der Zeit, so Scheler, ist es fast rund um die Uhr taghell. Grönland ist zu 90 Prozent eisbedeckt. Die Fotos zeigten dann auch unzählige Eisberge, eine Formation beeindruckender als die andere. In der Regel sei nur ein Siebtel eines Eisberges oberhalb des Wassers zu sehen, hier, in Grönland, gab es jedoch viele, die wesentlich weiter emporragten, wusste Scheler zu berichten. Derart riesige Eisberge seien ein außergewöhnliches Erlebnis. Natürlich gab’s auch eine Husky-Tour. Anders als in Skandinavien ziehen die Hunde nicht hintereinander angeleint den Schlitten, sondern im Pulk von bis zu elf Hunden. Da müssen nach jeder Fahrt die Leinen erst einmal entwirrt werden.

Eine andere Grönlandreise führte das Paar mal im April an die Südküste, wo es wieder auf einem Boot unterwegs war. Von dort stammten zahlreiche Fotos von Buckelwalen, Schneehasen und -hühnern.

Und, war es den Gästen nun weniger warm beim Anblick derart eisiger Regionen? Ein wenig schon, aber gefreut über die kleine Pause mit kalten Getränken haben sich dann alle doch gefreut. (Weitere Fotos auf www.wachtberg.de).

Pressemitteilung der

Verbandsgemeinde Wachtberg

Eisberge. Foto: Winfried Scheler

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Ralf Schweiss
Hausmeister, bis auf Widerruf
Lampionfest KW25
Familien Sommerfest KG Rot Gold Niederbachem
Image
Anzeige KW 25
Tag der Architektur im Steigenberger Hotel Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
Die vulkanische Geschichte der Eifel lässt sich im Lava-Dome spielerisch entdecken. Foto: Dominik Ketz
56

Wer glaubt, Vulkane gäbe es nur auf Island oder in Italien, hat die Rechnung ohne die Eifel gemacht. Im Lava-Dome in Mendig wird schnell klar: Auch hier ging es einst verdammt heiß her! Das Deutsche Vulkanmuseum entführt seine Besucher auf 700 Quadratmetern und zwei Etagen in eine Welt voller Feuer, Lava und spannender Erdgeschichte. Klingt staubtrocken? Von wegen! 700 Quadratmetern und zwei Etagen in eine Welt voller Feuer, Lava und spannender Erdgeschichte.

Weiterlesen

In der ehemaligen Ahrweiler Synagoge diskutierten (von links) Nick Falkner, Ulrich van Bebber, Susanne Bell und Dr. Martin Wein.
244

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wie hat die Flut den Zusammenhalt im Ahrtal verändert. Welche Konflikte bestehen noch? Wo trägt bürgerschaftliches Engagement weiterhin? Wo brauchen Menschen, Vereine und Kommunen mehr Unterstützung? Und was muss Politik aus dieser Katastrophe lernen, damit Warnketten funktionieren, Zuständigkeiten klar sind und der Staat im Krisenfall schneller handeln kann?

Weiterlesen

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 11
141

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Trotz der Hitze: gute Stimmung und Gespräche beim fairen Frühstück vor dem Andernacher Rathaus
177

Fairtrade Frühstück Andernach

Fairtrade Frühstück in Andernach

Andernach. Mit einem fairen Frühstück vor dem Historischen Rathaus hat die Stadt Andernach erneut ein sichtbares Zeichen für mehr globale Gerechtigkeit und nachhaltigen Konsum gesetzt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, gemeinsam zu frühstücken und dabei mehr über die Bedeutung fair gehandelter Produkte zu erfahren.

Von Hans-Georg Hansen aus Andernach

Weiterlesen

Kolpingsenioren Gladbach
94

Kolpingsenioren Gladbach

Moin - Ostfriesland

Gladbacher Kolpingsenioren „bi de Friesen“. Nee, nicht in Nord- sondern Ostfriesland ist das Ziel. Der ruhende Pol ist der Ostfriesen-Hof in Leer. Von hier erkunden wir Senioren Ostfriesland

Von Hans-Josef Richter aus Bendorf-Sayn

Weiterlesen