Allgemeine Berichte | 04.05.2020

Grußwort von Leubsdorfs Ortsbürgermeister Achim Pohlen

„Em Mai do ham me och Kirmes“

Festhochamt und Prozession gab es zwar in diesem jahr nicht, aber auch so ließ das festliche Glockengeläut Feststimmung im Ort aufkommen.Foto:privat

Seit Jahrhunderten feiert Leubsdorf am ersten Wochenende im Mai in ganz besonderer Weise und heller Begeisterung seine Walburgis-Kirmes. Ein großes und für die Dorfgemeinschaft außergewöhnliches Fest, das an altes, heimisches Brauchtum, rheinische Lebensfreude und pure Feierlaune geknüpft ist. Lebensader und Ausrichter dieser gelebten Tradition ist der Katholische Junggesellenverein, der jährlich unter großem Einsatz und unermüdlichem Engagement diese besonderen Feiertage vorbereitet und organisiert.

Und 2020, im Corona-Jahr - alles anders? Mitnichten - zumindest gefühlt!

Trotz aller gegenwärtigen Einschränkungen und Feierverboten war das „Kirmesvirus“ im Ort ansteckend präsent und aufmunternd und heilsam spürbar. Zahlreiche Häuser waren mit Birkengrün und Fahnen geschmückt, die wie immer an diesen Festtagen unsere Straßen zieren, auch wenn leider die gern bestaunten Umzüge, angeführt vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr, ausfallen mussten. Gespräche und Gedanken, sowie kleine private Aktivitäten drehten sich wie eh und jeh um das hohe Fest. Fotos, Videos und Anekdoten aus vergangenen Jahren wurden in sozialen Netzwerken ausgetauscht und hielten die Erinnerungen lebendig. Man fühlte, dass emotional und innerlich Kirmes mal anders gefeiert wurde.

Der Junggesellenverein als „Hauptgeschädigter“ zeigte trotz aller Betroffenheit Größe und Ideenvielfalt, um auch in diesem Jahr sein Vereinsmotto „Einigkeit und Treue, gepaart mit Frohsinn und Humor“, im Dorf aufrecht und lebendig zu halten. Unsere herrliche und im Rheinland weithin bekannte Pfarrkirche St. Walburgis erstrahlte am Wochenende im bunten Licht der Vereinsfarben. Einige Musiker des Musikzuges vermittelten akustisch als Balkon- oder Gartenkonzert mit Beifall bedacht, erlebbare Kirmesgefühle. Die Schützen der St. Sebastianus Schützenbruderschaft verbreiteten mit ihren weithin hörbaren Böllern am Sonntagmorgen einen Kirmesgruß an die Bevölkerung.

Auch ohne Festhochamt und Prozession ließ das festliche Glockengeläut – unser Beiern – Feststimmung im Ort aufkommen. Ebenso das traditionelle Kirmesessen, der Sauerbraten, der vielfach zu Hause zubereitet und auch von der örtlichen Gastronomie unter dem Stichwort „Junggesellen“ zum vergünstigten Preis zum Abholen angeboten wurde.

Dieses freiwillige und vielseitige Engagement - auch außerhalb der Kirmeszeit - in unserer Gemeinde verdient große Anerkennung und ganz besonderen Dank. Zeigt dies doch, dass die Leubsdorfer auch in außergewöhnlichen und schwierigen Situationen - trotz Distanz- zusammenrücken und Gemeinschaft pflegen.

Deshalb sei an dieser Stelle und zu diesem aktuellen Anlass ALLEN ein ganz herzliches „Danke schön“ ausgesprochen. Allen, die sich in den vergangenen schwierigen Wochen für andere eingesetzt und tatkräftig oder durch Ermunterungen zur Seite gestanden haben. Allen, die trotz persönlichem, familiärem, beruflichem und gesellschaftlichem Stress Disziplin und Gelassenheit bewahrt und damit zum bestmöglichen Wohlergehen der Allgemeinheit beigetragen haben. Dies gilt gleichermaßen allen Ortsvereinen und Gruppierungen, die mit Geduld auf Proben, Trainingseinheiten und Zusammenkünfte verzichtet haben. Besonders sei in diesem Zusammenhang nochmals das tolle Engagement der Junggesellen erwähnt, die sich unmittelbar zu Beginn der Krise spontan bereit erklärten, hilfsbedürftigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern auf „Zuruf“ zur Seite zu stehen und Einkäufe oder Besorgungen zu erledigen.

Die hier dargelegte Solidarität in unserer Gemeinde geben Mut und Zuversicht. Sie lassen den Gedanken wachsen: „Gemeinsam bestehen wir auch schwerwiegende Krisen und können positiv und optimistisch als Gemeinschaft in die Zukunft blicken.“

In diesem Sinne machen Sie´s alle gut, erfreuen Sie sich an den bevorstehenden Lockerungen, bleiben Sie aber vorsichtig und vor allem gesund.

Ihr

Ortsbürgermeister

Achim Pohlen

Festhochamt und Prozession gab es zwar in diesem jahr nicht, aber auch so ließ das festliche Glockengeläut Feststimmung im Ort aufkommen.Foto:privat

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