Eng miteinander verzahnt - Gesundheitsförderung und Prävention
Neuwied. In seiner Einführung machte Hallerbach deutlich, dass sowohl der Landkreis als auch die vielen anwesenden Institutionen bereits seit Jahren in der Gesundheitsförderung und Prävention aktiv sind. Bei der Kreisverwaltung engagieren sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Beispiel aus dem Gesundheitsamt und dem Jugendamt mit vielfältigen Angeboten und auch in Projekten und Gremien. Als Beispiele nannte er das Demenznetzwerk, die Jugendzahnpflege, den Bereich „Frühe Hilfen“ und die Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit. Er brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass sich durch das Präventionsgesetz neue Wege der Zusammenarbeit des öffentlichen Gesundheitswesens und der Akteure aus dem Kinder- und Jugendbereich, dem Bildungsbereich, der Arbeitswelt und dem Senioren- und Pflegebereich zum Nutzen aller Bevölkerungsgruppen entwickeln. Besonders wichtig sei es, mit nachhaltigen Projekten auch sozial benachteiligte Gruppen zu erreichen. Als Erster informierte Helmut Hafemann, Projektleiter der Landeszentrale für Gesundheitsförderung, über das Zustandekommen des Präventionsgesetzes, dessen Struktur und Inhalte, die nationale Präventionsstrategie, die Landesrahmenvereinbarung und die Unterstützungsmöglichkeiten der Landeszentrale bei der Umsetzung des Gesetzes. Im Folgenden stellten die Kostenträger des Präventionsgesetzes, die Sozialversicherungsträger, ihre Institutionen und Maßnahmen im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention vor. Thomas Stahl, stellvertretender Bezirksgeschäftsführer der AOK-Rheinland-Pfalz/Saarland, berichtete, dass die AOK in Rheinland-Pfalz mit einem dichten Netz an Beratungsstellen und 70 Präventionsfachkräften eine Vielzahl an Kursangeboten und Projekten bietet. Peter Hermann, Vertreter der Deutschen Rentenversicherung, wies darauf hin, dass sich die Deutsche Rentenversicherung nicht nur mit den Themen Rente, Altersversorgung, Firmenbetreuung und Reha beschäftigt, sondern ihren knapp 1,5 Million Versicherten im Land auch Präventionsangebote macht. Für die IKK Süd-West stellte Axel Clever, Projektleiter Gesundheitsförderung, deren Angebote nach dem Präventionsgesetz vor. Als letzter Redner stellte Dr. Christoph Heidrich, stellvertretender Abteilungsleiter Prävention, die Arbeit der Unfallkasse Rheinland-Pfalz vor. Die Unfallkasse ist zuständig für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes und der öffentlichen Bildungseinrichtungen. Für Dr. Christoph Heidrich war es wichtig, auf die Verknüpfung von Arbeitsschutz und Prävention hinzuweisen. Anschließend nutzten die Anwesenden die Möglichkeit, den Referenten Fragen zu stellen und auch persönlich mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Unter anderem wurde die fehlende Einbeziehung von Senioren kritisiert. Ebenfalls wurde angeregt, bei der Umsetzung des Präventionsgesetzes auch an das Thema Flüchtlinge zu denken. Das Gesundheitsamt hofft, dass die Gesundheitskonferenz der Auftakt für eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Akteuren aus den verschiedenen Lebenswelten und den Sozialversicherungen ist. Ziel aller Akteure sollte sein, die Möglichkeiten des Präventionsgesetzes sinnvoll zu nutzen, um für alle Menschen im Landkreis Neuwied innovative und nachhaltige Projekte zu sichern und in verschiedenen Lebenswelten neue zu entwickeln.
Der erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Achim Hallerbach (2.v.r.) konnte über 70 interessierte Teilnehmer begrüßen. Das fachkundige Referententeam: (Von links) Axel Clever, Dr. Christoph Heidrich, Thomas Stahl, Helmut Hafemann, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes Beate Kölb, Peter Hermann, erster Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach und Moderatorin Inge Michels. Foto: privat
