Erfolgreiches Waterlove Event

Entlang des Rheins wurde aufgeräumt

Entlang des Rheins wurde aufgeräumt

32 Mitarbeiter sammelten 32 Müllsäcke an Müll ein. Foto: privat

17.09.2021 - 08:05

Andernach. 32 Müllsäcke in drei Stunden - das ist die Bilanz des ersten Waterlove Event in Andernach, das gemeinsam mit dem Unternehmen Finzelberg GmbH & Co. stattfand. Im Rahmen der Teilnahme an den europäischen Nachhaltigkeitswochen, versammelten sich daher pünktlich um 9 Uhr 32 freiwillige Mitarbeiter des Andernacher Unternehmens zur Aufräumaktion, die von Waterlove Inhaberin Natalie Karij geleitet wurde. Alles war vorbereitet: Eimer, Handschuhe, Greifzangen und Müllsäcke. Abgestimmt hatte sie vorab die Aufräumaktion mit Betriebsleiter Dietmar Kaiser und Umweltmanagementbeauftragten Wadim Pfaff, die auch für die fachgerechte Ver- und Entsorgung bei Finzelberg zuständig sind.


Nach einer kurzen Einführung über den Verlauf der Aktion war die Truppe motiviert und bereit aufzuräumen. In kleineren Gruppen sollte nun entlang des Rheins an verschiedenen Orten wie Namedy, dem Hafen und dem Wasserfall der Nette aufgeräumt werden.

„Der Anfang ist immer etwas schwer. Geradezu steif. Es ist ein Prozess - sich zu bücken und Müll aufzusammeln - den jeder erst mal verinnerlichen muss. Aber zum Glück klappt das recht zügig. Allerdings folgt dann auch sehr schnell der Schock, wie viel Müll in so kurzer Zeit zusammenkommt“, weiß Karij. „Doch das ist ein wichtiger Teil. Denn nur so kommen wir ins Tun!“

Wadim Pfaff führte eine Gruppe bis nach Namedy und zeigt sich im Anschluss an die Veranstaltung sehr nachdenklich: „Wir waren sehr verwundert über die Menge und was wir alles an Müll fanden. Selbst bei vorhandenen Mülleimern war noch genügend Abfall auf dem Boden zu finden. Und auch Flaschen- und Dosenpfand schrecken offensichtlich nicht vom Wegwerfen ab.“ Neben Einkaufswagen und Tretroller fanden die Mitarbeiter des Andernacher Unternehmens auch vermehrt Abfall von Discounter-Produkten, die achtlos in der Natur entsorgt wurden. „Wir haben allerdings auch viel Lob von Passanten erhalten und der Zusammenhalt in der Gruppe war sehr gut. Alles in allem war es also eine gelungene Aktion“, resümiert Pfaff.

Eine weitere Gruppe leitete unterdessen Natalie Karij in Richtung Nette. Auf der drei Kilometer kurzen Strecke sammelte die allein zwölf Säcke Müll.

Ein beständiger und wichtiger Teil der Events von Waterlove ist auch das Gespräch mit den Teilnehmenden: „Viele möchten mehr über Waterlove und auch über mich persönlich erfahren. Beispielsweise wie das Unternehmen entstanden ist“, freut sich Natalie Karij. „Ich erkläre dann, dass es ein Prozess war und auch immer noch ist.“ Waterlove entwickelt sich von einer Aufräumaktion zur Nächsten weiter.

„Ich werde auch oft gefragt, ob ich Vegetarierin bin“, erzählt die Waterlove Gründerin. „Ich persönlich finde, für ein nachhaltiges und umweltbewusstes Leben ist das nicht zwangsläufig erforderlich. Im Endeffekt kommt es drauf an, wie wir mit unserem Geld umgehen. In was wir investierten“, erklärt Karij und führt ein Beispiel an: „Angenommen, wir haben 100 Euro. Was kaufen wir nun dafür? Viele Produkte in minderwertiger Qualität, die schnell verschleißen und ellenlange Transportwege hinter sich haben? Oder doch lieber weniger, dafür qualitativ hochwertiger, von dem wir lange etwas haben und im Idealfall von regionalen Herstellern kommt?“ Und genau solche Fragen, die bei den Waterlove-Events aufkommen, sind essenziell. Sie bewirken ein Umdenken bei den Teilnehmenden, die wiederum ihr Einkaufsverhalten und somit auch ihr Umfeld in eine umweltbewusste Richtung verändern.

Das Fazit am Ende: „Das Erschreckende ist, dass der kleine Bereich, den wir aufgeräumt haben, ebenfalls regelmäßig und oft vom Baubetriebshof der Stadt gereinigt wird. Und trotzdem liegt dort noch immer zu viel Müll rum“, erklärt Natalie Karij und zieht dennoch positive die Bilanz: „Ich freue mich sehr, dass das Unternehmen Finzelberg sich entschieden hat, mit mir gemeinsam den ersten Waterlove Business Event in Andernach zu starten und ein Vorreiter für andere Unternehmen zu sein. Ich bin sehr positiv überrascht, wie weit das Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit bereits heute tätig ist. Es war ein sehr schönes Zusammenarbeiten mit Gleichgesinnten, die nicht nur ihr Unternehmen an erster Stelle sehen, sondern dabei auch ihre Verantwortung für die Umwelt im Blick haben.“

Interessierte Unternehmen, die sich von Konzept ebenfalls angesprochen fühlen, die Teamfähigkeit und Zusammenhalt ihrer Mitarbeiter steigern oder etwas Gutes für die Umwelt tun möchten, finden online auf www.waterlove.world weitere Infos.

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Kommentare
Gerda Nehls:
Da der Nabu strickt gegen das Aufräumen war und ist, sollte der Nabu jetzt mal einen Teil der verursachten Schäden/ Kosten übernehmen. Treibgut war in erster Linie eben altes liegengelassenes Gehölz/ Bäume, nicht gemähte Ufer usw. Jetzt unterschreiben lassen, dass sie für die Zukunft für die Schäden...
Tobias Hilken (Bremen):
Habt ihr für den Schwachsinn einen Berater gebraucht? Oder ist das euch beim Würfeln eingefallen. ...
P. Müller:
Wer kommt bitte auf einen solchen Unsinn? Wie um alles in der Welt soll Brennholz das Problem sein, wenn ganze Häuser und Totholz an den Brücken hängen. Manchmal habe ich den Eindruck, die Welt ist echt am Ende!...
Tom:
Ich finde den Kommentar von J. Thul mehr als bedenklich. Die in seinen Augen depressiv machenden Fertig-Garagen sind "... ok für Bauarbeiter auf einer Großbaustelle in Afrika". Traurig, traurig :-( Er gehört zu den vielen Menschen, die solche Initiativen einfach mal mies machen. Eine Art Hobby gelangweilter...
Klaus Rinke:
Sehr guter erster Schritt für die Betroffenen.Und der Vorschreiben oben ......nur Rummotzen sonst nichts?Anstatt das zu Unterstützen erstmal nieder machen.Lachhaft so etwas.Es wird etwas Gutes Geschaffen und nur das zählt....
J.Thul:
Ich kann dem G. Friedrich zustimmen , das sind mehr Fertig- Garagen als was zum wohnen ! Da könnte man sich mehr einfallen Lassen ! Da wird man wirklich depressiv drin ! Ist ok für Bauarbeiter auf Großbaustelle in Afrika , aber nicht für die Senioren im Ahrtal..........
Gertie :
Aha wusste nicht dass dass Brennholz am Stück gelagert wird . Sorry es ist doch eher dass nicht wegräumen von Unterholz am wassernähe, 25 cm brennholzstücken können sich nicht so verkanten . Da sucht man wieder ein schuldige anstatt mal die Augen auf zu machen. Was macht man mit Autos,Containern ,Mülltonnen...
A.Hoffmann:
Ergreifende Bilder aber der Bildanzeige hätte man eine Funktion zum ausblenden hinzufügen müssen...
 
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