Neujahrsempfang des Türkischen Frauenbundes e.V.
Erfolgreicher Start ins neue Jahr
Bendorf. Musikalisch startete der Türkische Frauenbund e.V. seinen ersten Neujahrsempfang im Hotel Friends Mittelrhein. Die Preisträgerinnen des Musikwettbewerbs „Jugend musiziert“ Sade Taskin (Fagott) und Nicole Balzer (Cello) eröffneten mit einem klassischen Instrumentalstück stimmungsvoll den Abend.
Nuriye Varli, Erste Vorsitzende des Vereins Türkischer Frauenbund e.V. begrüßte anschließend die rund 80 Gäste aus Politik im voll besetzten Tagungsraum. Zahlreiche Mitglieder aus der Politik, von befreundeten Vereinen und Initiativen zeigten durch ihr Erscheinen das Interesse und die Wertschätzung gegenüber dem Türkischen Frauenbund. Varli und ihre Vorstandkolleginnen des Türkischen Frauenbundes e.V. - Zeynep Begen, Duygu Kaya, Melike Kaya und Özlem Özdas - wollen durch ihren Bezug zur türkischen und deutschen Kultur einen Ort der Begegnung für Frauen schaffen und aktiv am kulturellen Leben in Bendorf teilnehmen. Nuriye Varli fasst das Anliegen des Vereins treffend zusammen: „Bei uns gibt es kein ‚Entweder-Oder‘, sondern nur ein ‚Sowohl-Als-auch‘. Wir Frauen, egal wo wir auf der Welt sind, müssen zusammenhalten und, gemeinsam mit den Männern, unsere Gesellschaft aktiv gestalten und prägen – unabhängig davon, welche Sprache oder Religion jemand hat.“ Der Bürgermeister der Stadt Bendorf, Michael Kessler, gestand in seinem Grußwort: „Im Beruf bin ich der Entscheidungsträger – zu Hause ist meine Frau der Boss!“ und sorgte damit für Schmunzeln unter den Gästen. Gleichzeitig stellte er damit die Rolle der Frau als Kernelement nicht nur der Familie, sondern auch der Gesellschaft in den Mittelpunkt. Ebenso verwies er auf die historische Bedeutung des Veranstaltungsorts. Das heutige Hotel und ehemalige Hedwig-Dransfeld-Haus wurde 1925 vom Katholischen Deutschen Frauenbund gegründet und galt seit jeher als Ort der Begegnung und des interreligiösen Gesprächs und Austauschs, gerade für Frauen aus aller Welt.
„Merhaba“, so begrüßte Bundestagsabgeordneter Detlev Pilger die Zuhörer und stellte damit gleich das interkulturelle Miteinander in den Vordergrund. Denn gesellschaftliche und politische Entwicklung zeige sich auch an dem Maß, in dem sich Frauen aktiv beteiligen können. 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland und die Einführung des Allgemeinen Wahlrechts für Frauen in der Türkei unter Atatürk im Jahre 1930 stellten ein deutliches Zeichen der Emanzipation und Gleichberechtigung dar. Doch sei dieser Weg noch lange nicht zu Ende gegangen – ergänzte die Vorsitzende des Frauenbunds, Nuriye Varli. Zeynep Begen, Stadtratsmitglied und Zweite Vorsitzende des Türkischen Frauenbundes e.V., brachte es mit einer einfachen aber treffenden Formel auf den Punkt: „Frauenpower – Powerfrauen!“ Sie würdigte besonders die Vorbildfunktion der Vereinsmitglieder für viele weitere Frauen und zeigte damit auf, wie fundamental wichtig aktive und engagierte Frauen für Kultur, Soziales und Politik sind – auch im Hinblick auf die nahenden Kommunalwahlen. Stadträtin Ute Stuhlträger-Fatehpour, die den noch jungen Türkischen Frauenbund e.V. von der ersten Stunde an mit Rat und Tat begleitet, zeigte sich ebenfalls von der Energie und dem Enthusiasmus der Frauen begeistert. Sie wünschte dem Frauenbund eine weiter steigende Zahl an Aktiven und betonte die Chancen der Vielfalt in der Bendorfer Gemeinde. Die türkisch-stämmige Rechtsanwältin und Vorstandsmitglied des Ver.di-Landesbezirks Rheinland-Pfalz-Saarland Mine Takkaci-Gros wusste aus persönlicher Erfahrung zu berichten, was es heißt, sich gegen vielfältige Vorurteile über die eigene Herkunft aus Politik und Gesellschaft zu behaupten. Umso mehr ließ sie sich von der positiven Energie der Frauen des Türkischen Frauenbundes e.V. anstecken und begeistern. Ähnlich den Gewerkschaften gehe es auch in einem Verein um Zusammenhalt, Gemeinschaft und das gemeinsame Erreichen von Zielen. „Ich bin begeistert von der Lebensfreude und dem gemeinsamen Miteinander, das alle hier ausstrahlen und wünsche dem Verein weiterhin so viel Schwung und Elan“, so Takkaci-Gros abschließend. Mit Cihad Taskin, Geschäftsführer der DIL Konzepte gGmbH, konnte ein wichtiger Kooperationspartner für den Türkischen Frauenbund e.V. gewonnen werden. In einem kurzweiligen Interview mit Seher Yilmazer, Meltem Coskun, und Elvan Zengin, drei Studentinnen mit türkischen Wurzeln, zeigte Taskin auf, welchen kulturellen und sozialpolitischen Vorurteilen zum Trotz es jungen und engagierten Frauen gelingt, ihren Weg zu gehen und Karriere zu machen. In einem Punkt waren sich die drei jungen Frauen einig: fest auf sich und die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen und konsequent die sich selbst gesetzten Ziele zu verfolgen, ist für alle Frauen der Weg zum Erfolg. Für einen weiteren musikalische Höhepunkte sorgte dann Önder Özogul mit Liedern für Saz und Stimme. Bei Köstlichkeiten aus der türkischen Küche nutzten im Anschluss die Gäste die vielfältige Gelegenheit zum Gedankenaustausch und gemütlichen Zusammensein.