Allgemeine Berichte | 17.01.2018, 10:02 Uhr

Sanierung der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“

Erinnern, erhalten, neu gestalten

Jahresbericht des Rhein-Sieg-Kreises: Arbeiten kommen gut voran

Windeck-Rosbach. Halbzeit heißt es bald für die Sanierung der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ in Windeck-Rosbach. Denn das circa 200 Jahre alte Gebäude wird seit Herbst 2016 aufwendig saniert. Die Arbeiten, zu denen auch eine Neukonzeption der Dauerausstellung zählt, sollen bis Spätsommer 2019 abgeschlossen sein. Somit würde die Gedenkstätte exakt 25 Jahre nach ihrer Einweihung in neuem Glanz erstrahlen.

Auch wenn die Nutzung der Gedenkstätte in dieser Zeit nur eingeschränkt möglich ist, sind die Angebote im Rahmen der Veranstaltungsreihe davon nicht betroffen. Die hierzu genutzten Räumlichkeiten können nach wie vor besucht werden. Und davon wird reichlich Gebrauch gemacht: Im vergangenen Jahr waren es 1.100 Interessierte, die am abwechslungsreichen Mix der Veranstaltungsreihe aus klassischen – seit vielen Jahren etablierten – Programmpunkten wie Führungen über den jüdischen Friedhof in Siegburg und dem Besuch der Kölner Synagoge mit anschließendem Essen im koscheren Restaurant „Kantine Weiß“ – und erstmalig durchgeführten Veranstaltungen teilnahmen. Damit steigt die Zahl der Teilnehmenden jährlich.

Die höchste Besucherinnen- und Besucherzahl, von annähernd 150, konnte auch in diesem Jahr das Klezmerkonzert – diesmal mit der Gruppe Tangoyim – im Siegburger Stadtmuseum verzeichnen. Eine beinahe ähnliche Teilnehmerinnen- und Teilnehmerzahl erreichte der Vortrag des angesehenen Theologen Prof. Dr. Andreas Pangritz, dessen Forschungsschwerpunkt die Frage eines Antisemitismus oder Antijudaismus bei Martin Luther ist. Der Direktor des ökumenischen Instituts in Bonn trug mit seinem Vortrag zum Thema „Luthers Verhältnis zu den Juden. War Luther ein Antisemit?“ zu dem Veranstaltungsprogramm bei.

Hohe Resonanz bei den Gedenkstätten-Veranstaltungen

Dr. Claudia Arndt, Archivarin des Rhein-Sieg-Kreises, ist über die hohen Besucherzahlen sehr erfreut: „Die hohe Resonanz bei den Gedenkstätten-Veranstaltungen zeigt, dass es in der Region ein großes Interesse an diesem Thema gibt.“ Und auch das nun veröffentlichte Angebot für das 1. Halbjahr verspricht mit dreizehn vielfältigen Veranstaltungen von Vorträgen über Konzerte bis hin zu Exkursionen rund um das jüdische Leben und die jüdische Geschichte interessant zu werden.

In den letzten Jahren hat sich die Gedenkstätte auch als außerschulischer Lernort einen Namen gemacht. Doch zurzeit müssen sich alle Interessierten mit den mobilen Unterrichtsangeboten der Gedenkstätte behelfen. Hierzu gehört zum Beispiel der Judaika-Koffer mit Gegenständen des religiösen jüdischen Lebens, der lebendigen und anschaulichen Unterricht über die jüdische Religion ermöglicht, oder auch das Kinderbuch „Michi und die magische Chanukkia“, das die Themen Nationalsozialismus und „Schoah“ kindgerecht aufarbeitet. Damit die Gedenkstätte bald wieder die Arbeit mit den Schulen vertiefen kann, wird jetzt die Dauerausstellung überarbeitet. Das neue Konzept liegt bereits vor und wird bis Ende Sommer 2019 in die Praxis umgesetzt.

Ende 2017 wurde ein Büro für Ausstellungs- und Museumskonzeption ausgewählt, das dieses Konzept realisieren wird. Dann wird auch die Arbeit der Gedenkstätte mit den Schülerinnen und Schülern sowie Jugendlichen wieder intensiviert werden können.

Wichtiger Hinweis

Weitere Informationen zu den mobilen Bildungsangeboten und zu dem aktuellen Veranstaltungsprogramm der Gedenkstätte sind über die Geschäftsstelle der Gedenkstätte im Kreisarchiv unter der Rufnummer (0 22 41) 13 29 28, per Mail an gedenkstaette@rhein-sieg-kreis.de oder unter der Postanschrift Kaiser-Wilhelm-Platz 1 in Siegburg erhältlich.

Bis voraussichtlich Mitte 2019 ist die Gedenkstätte (Museumsgebäude) wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Die Veranstaltungsreihe ist hiervon nicht betroffen und findet wie angekündigt statt.Pressemitteilung des

Rhein-Sieg-Kreises

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