Allgemeine Berichte | 03.08.2023

Neue Gedenktafel in Ravensbrück enthüllt

Erinnern und Mahnen

Koblenz. Zum Europäischen Gedenktag für den Völkermord an den Sinti und Roma wurde eine Gedenktafel eingeweiht. Sie erinnert an die Sinti und Roma, die aus Koblenz nach Ravensbrück deportiert wurden. Der Ort der Einweihung ist die Gedenkstätte Ravensbrück.

Die Stadt Koblenz stiftete das Erinnerungszeichen. Es ist das Ergebnis einer Initiative des Vereins „Kultur und Integration Rheinland-Pfalz e.V. (für Sinti und Roma und Menschen in Not)“. Der Verein arbeitete dabei mit dem „Landesrat Deutscher Sinti&Roma RLP e.V.“ zusammen. Django Heinrich Reinhard, ein Swing-Musiker aus Koblenz und Gründer des Vereins, setzt sich seit Langem für die Erinnerung an die nationalsozialistische Verfolgung der europäischen Sinti und Roma ein. Reinhard ist der Sohn von Daweli Reinhardt, der im Alter von 10 Jahren nach Ravensbrück verschleppt wurde, dort als Lagerläufer diente und nach dem Krieg das weltbekannte Schnuckenack-Reinhardt-Quintett mitgründete.

Die Einweihung der Gedenktafel begann mit einem Grußwort von Dr. Andrea Genest, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, am „Neuen Gedenkort“. Dort wurde die Gedenktafel an der Lagermauer angebracht und enthüllt.

Neben Genest sprachen die Dezernentin für Bildung und Kultur der Stadt Koblenz, Dr. Margit Theis-Scholz, Lara Raabe, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg, sowie Django Heinrich Reinhard und Michael Weiß für den Verein „Kultur und Integration RLP e.V.“.

Musikalisch untermalt wurde die Gedenkveranstaltung vom Sinti-Jazz-Musiker Taylor Swing, einem Enkel von Daweli Reinhardt, und Django Reinhardt.

Es jährte sich die Liquidation des „Zigeunerfamilienlagers“ in Auschwitz-Birkenau, bei der etwa 4.300 noch im Lager verbliebene Sinti und Roma von SS-Mitgliedern ermordet wurden. Im letzten Transport, der Auschwitz in der Nacht verließ, wurden 703 Frauen, Männer und Kinder nach Ravensbrück deportiert. Seit 2015 wird an diesem Tag an die Opfer des Porajmos, des Völkermordes an den europäischen Sinti und Roma während des Nationalsozialismus, gedacht.

Dr. Andrea Genest, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, betont die Bedeutung des Gedenktages: „Die Erinnerung an den 2. August ist besonders wichtig, weil das Leid vieler Angehöriger dieser Minderheit nicht mit dem Ende der NS-Herrschaft aufhörte. Es folgten Jahre des Kampfes um fehlende Anerkennung und Gleichberechtigung - ein Kampf, der bis heute währt. Deshalb muss das Gedenken an die Opfer auch mit dem Einsatz gegen die bis heute andauernde Diskriminierung verbunden sein.“

BA

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