Dekanat Cochem eröffnet Veranstaltungsreihe im Rahmen kirchlicher Erinnerungskultur
Erinnern und Vergegenwärtigen
Fahrradtour zu ausgesuchten Stätten am 4. April ab Cochem
Cochem. Im Focus einer etwa dreistündigen Fahrradtour am Mittwoch, 4. April von 14 Uhr bis etwa 17 Uhr ab Cochem steht die Erinnerung an die Geschehnisse im sogenannten „Dritten Reich“. Versierte Referenten werden an drei Stationen Geschichte vergegenwärtigen:
Zunächst am Franziskaner-Kloster Ebernach, unter dessen Bewohnern auch Opfer des Euthanasieprogramms der Nationalsozialisten zu beklagen sind, bevor man unter anderem Arbeiterinnen für das Arbeitslager Bruttig dort einquartierte, wird Bruder Michael Ruedin die Geschichte des Kloster zurzeit des Nationalsozialismus beleuchten und über die Rolle der Franziskaner zwischen vorgeschobener Loyalität und Widerstand sprechen.
Nächste Station ist der Friedhof Bruttig-Fankel mit seinen Gedenksteinen für ums Leben gekommene ehemalige Zwangsarbeiter des Arbeitslager Kochem-Bruttig-Treis, hier Bruttig, einem Außenlager des KZ Natzweiler Struthof, in dem politische Gefangene, verschleppte Handwerker, Lehrer, Techniker, Offiziere, Studenten und Ärzte oder als sogenannte „Asoziale“ Abgestempelte zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden. Hier wird Manfred Ostermann über Opfer und Täter zur Zeit des Nationalsozialismus sprechen.
Am Jakob-Ziegler-Platz in Cochem-Cond wird Hermann Kockler, Studienrat a. D., über den Lebens- und Leidensweg des Märtyrerpriesters Jakob-Zieglers sprechen, des Conder Pfarrers, der im KZ Dachau ermordet wurde.
Die kurzen Vorträge vor Ort an den Stätten möchten motivieren, Handlungsperspektiven für heute zu gewinnen. Im Jahr 2018 werden 70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte gefeiert, eine Antwort der Vereinten Nationen auf die totalitären Regime im 20. Jahrhundert. Es gilt, auch heute eine Sensibilität zu bewahren für die Würde eines jedes Menschen – um jedem Versuch einer Kosten-Nutzen-Rechnung oder der Einschränkung von abweichenden politischer Einstellung und Weltanschauung sowie jedem Versuch einer Verurteilung eines anderen Lebensstils entschieden entgegenzutreten.
Für interessierte Gruppen können gesonderte Termine vereinbart werden. Treffpunkt ist der Parkplatz Sehler Anlagen 9/10 in Cochem-Sehl bei Radsport Schrauth. Im Dekanat Cochem steht Pastoralreferentin Veronika Rass für Rückfragen und Terminabsprachen zur Verfügung. Mail: veronika.rass@bistum-trier.de Tel. (0 15 11) 2 23 71 15.
