Gedenkfeier zum Volkstrauertag in St. Katharinen
Erinnern, Gedenken, Mahnen
Am Samstag, 16. November um 17 Uhr am Ehrenmal an der Pfarrkirche
St. Katharinen. Unter dem Motto. „Erinnern, Gedenken, Mahnen veranstalten die Ortsgemeinde und der VdK Ortsverband St. Katharinen gemeinsam die Gedenkfeier zum diesjährigen Volkstrauertag. Besonderen Anlass dazu geben zwei Jubiläen, einmal 50 Jahre Ortsgemeinde und 70 Jahre VdK Ortsverband St. Katharinen.
Das Kriegerdenkmal wurde im Jahre 1922 – auf die Initiative von Peter Nassen hin – durch Spenden finanziert gebaut, die der „Kriegerverein“ einsammelte. Baumeister war Severin Girnstein aus Hilkerscheid. Die Säulen stammen vom Hummelsberg und sind unter Aufsicht des Bruchmeisters Ludwig Klöckner wie „rohe Eier“ gebrochen und zum späteren Standort transportiert worden.
Der Bau hat einen hexagonalen Grundriss und wird durch eine Faltkuppel getragen. In den hinteren drei Bereichen befinden sich die Namenstafeln aus Muschelkalk, aufgeteilt nach Kriegen und Gemeinden, auf denen 193 Namen von gefallenen- und vermissten Soldaten stehen. Im Mittelpunkt des Bauwerks befindet sich die aus Sandstein gefertigte lebensgroße Christusfigur mit Segensgestus und Fahne als Zeichen der Auferstehung.
In unserer heutigen, schnelllebigen Zeit gerät diese Zeitepoche immer mehr in Vergessenheit. Viele Besucher der Kirche gehen oft achtlos an diesem Monument vorbei, weil sie keine direkte Beziehung mehr dazu haben. Es mag zwar sein, dass sich auf den Tafeln auch Namen von früheren Familienmitgliedern befinden, aber die meisten Menschen der jüngeren Generationen kennen das alles vielleicht nur noch durch Erzählungen der Eltern oder Großeltern, die ggf. mittelbar oder unmittelbar damit in Berührung gekommen waren. Viele der heutigen Jugendlichen wissen überhaupt nichts mehr mit dem Denkmal anzufangen.
Darum wollen die Ortsgemeinde und der VdK Ortsverband aus Anlass ihrer Jubiläen am Vorabend zum Volkstrauertag die Gelegenheit besonders wahrnehmen, die heutigen, jüngeren Generationen zu sensibilisieren und darauf hinweisen, dass es nicht immer über einen so langen Zeitraum Frieden, Freiheit und soziale Gerechtigkeit gegeben hat.
Erinnern wir uns an unfassbare, mörderische und menschenverachtende Kriege mit über 65 Millionen Toten und 56 Millionen Kriegsgeschädigten. Gedenken wir auch den Menschen zu Hause und denen in unsere Gemeinde, die in ihren Familien unsägliches, familiäres Leid erfahren mussten, an die zutiefst erschütterten und verletzten Menschen, einer vom Krieg zerrütteten Gemeinschaft und an große familiäre Tragödien, entstanden durch den herben Verlust geliebter Familienangehöriger, die plötzlich und zumeist unerwartet aus dem Leben gerissen wurden.
Der heutige, moderne Sozialverband Vdk wurde im Jahre 1946 in Neuwied gegründet. Bereits am 1. Juli 1949 entstand in der damaligen Gemeinde Lorscheid die Ortsgruppe VdK-Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Rentner – welcher im Jahre 1969 nach der Zusammenlegung der drei Gemeinden in den „VdK Ortsverband St. Katharinen“ umbenannt wurde. Somit liegt die Keimzelle des heutigen Sozialverbandes VdK bei den Menschen, die auf Grund der Geschehnisse sich zu Ziel gesetzt hatten, für die Kriegsgeschädigten und Hinterbliebenen eine angemessene Versorgung durchzusetzen.
Die Geschehnisse des vergangenen Jahrhunderts sollten uns heute mehr als Mahnung genug sein.
Pressemitteilung
VdK OV St. Katharinen
