Allgemeine Berichte | 20.06.2018

„Förderverein Gedenkstätte KZ-Außenlager Cochem“ soll gegründet werden

Erinnerung an NS-Opfer erhalten

Die Initiativgruppe mit (vorn von links) Diakon Michael Thomiczny, Jurist und Gedenkarbeiter Joachim Hennig, Mariette Nölle, Rupertus Woehl und Reiner Welches (Ortsbürgermeister Bruttig-Fankel) sowie (hinten von links) Pastoralreferentin Veronika Raß und Zeitzeuge Karl Welches.privat

Cochem. Lange hat es gedauert, bis sich in Cochem und Umgebung der regionalen Geschichte in der NS-Zeit gestellt wurde. Zwar gab es den einen oder anderen Forscher vor Ort, der sich besonders mit dem KZ-Außenlager in Treis und Bruttig beschäftigte, aber sie fanden kaum Resonanz in der Region. Das hat sich in den vergangenen Monaten deutlich geändert. Angestoßen durch einen Verbund, der Gedenkstätten ehemaliger KZ-Außenlager in Baden-Württemberg vereint, haben sich die Landeszentrale für politische Bildung in Mainz mit ihrem Gedenkstättenreferat und die Kreisverwaltung Cochem-Zell zu einer Arbeitsgruppe „KZ-Außenlager Kochem“ zusammengefunden. Mit dabei sind ein Projekt der Universität Trier und die Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit im heutigen Rheinland-Pfalz (LAG). Die Arbeitsgruppe soll aufbauend auf den bisherigen Veröffentlichungen bis Ende 2018 für den Landkreis eine Konzeption für die Gedenkarbeit zu diesem Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof entwerfen. Das Projekt „Gedenkstätte“ findet schon jetzt überregionale Beachtung und wird vom Landtag in seiner Entschließung „Nie wieder - Gedenkkultur in Rheinland-Pfalz fördern und erhalten“ ausdrücklich begrüßt.

Jetzt haben sich auch Einzelpersonen zusammengefunden, um mit einem Förderverein die Gedenkarbeit vor Ort zu unterstützen. Auf Einladung einer aus Wirfus stammenden Gymnasiallehrerin trafen sich Vertreter der Kirchengemeinde, Pastoralreferentin Veronika Raß und Diakon Michael Thomiczny mit Zeitzeugen und anderen Interessierten zu einer solchen Initiative. Nach einer Vorstellungsrunde, bei der die Zeitzeugen eindrucksvoll von den damaligen Geschehnissen berichteten, waren sich alle schnell über die Gründung eines Fördervereins einig. Mit diesem soll die Erforschung, Dokumentation und Verbreitung von Informationen über das Lager mitgestaltet werden. Besondere will der zu gründende Verein mit Zeitzeugen vor Ort und Informationen über die NS-Opfer und Täter über das Geschehen aufklären, an die Opfer erinnern und zu einem „Nie wieder“ mahnen. Angedacht ist als Name „Förderverein Gedenkstätte KZ-Außenlager Cochem“. Kontakt zu der Initiative unter der E-Mail-Adresse gedenken-cochem@web.de. Das nächste Treffen findet am Mittwoch, 26. Juni, um 18 Uhr im Pfarrsaal in Treis statt.

Die Initiativgruppe mit (vorn von links) Diakon Michael Thomiczny, Jurist und Gedenkarbeiter Joachim Hennig, Mariette Nölle, Rupertus Woehl und Reiner Welches (Ortsbürgermeister Bruttig-Fankel) sowie (hinten von links) Pastoralreferentin Veronika Raß und Zeitzeuge Karl Welches.Foto: privat

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