Allgemeine Berichte | 12.03.2024

Gedenkfeier zum 79. Jahrestag der Einnahme der Brücke von Remagen durch die Alliierten

Erinnerung an das „Wunder von Remagen“, die ehemalige Ludendorffbrücke und das heutige Friedensmuseum

V.li. Friedhelm Münch für Landrätin, Barbara Heimbach und Karin Keelan vom Verein Friedensmuseum, US-General Konsul Norman Thatcher Scharpf und Volker Thehos in Vertretung des Bürgermeisters. Fotos: AB

Remagen. 79 Jahre ist es her, als mit der Ludendorffbrücke über den Rhein in Remagen das militärische Schlusskapitel des Zweiten Weltkrieges eingeleitet wurde. Unzerstört fiel das monumentale Bauwerk den amerikanischen Truppen in die Hände. Doch die Kriegshistoriker sind sich heute einig, dass der amerikanische Handstreich den Zweiten Weltkrieg um Tage, vielleicht um Monate verkürzte, Tage, bei denen es für manchen Zivilisten, Soldaten und Offizier um Tod oder Leben ging. Remagens verstorbenem Altbürgermeister Hans Peter Kürten ist es zu verdanken, dass die Geschichte um die Brücke von Remagen lebendig blieb, dass die Römerstadt Remagen heute einen Kulturschatz besitzt, der in der ganzen Welt Anerkennung findet. Denn heute beherbergen die Brückentürme das Friedensmuseum, eine Gedenkstätte für den Frieden, ein Mahnmal gegen Anmaßung und sinnlose Kriegstreiberei. Vor 43 Jahren wurde der Verein Friedensmuseum – Brücke von Remagen gegründet.

Baubeginn für die Remagener Ludendorffbrücke war aber bereits im Jahr 1916. Es waren militärische Gründe, die in Remagen zum Bau einer Eisenbahnbrücke geführt hatten. Vorher hatte General Erich Ludendorff genau an dieser Stelle einen Stromübergang gefordert, um eine bessere und schnellere Verbindung zwischen Ruhrgebiet und Westgrenze zu haben. 1916 begann die Kölner Baufirma Grün und Bilfinger bei Stromkilometer 632,8 mit dem Bau einer zweigleisigen Eisenbahnbrücke. Es entstand bis 1918 ein 4642 Tonnen schweres Brückenbauwerk, dessen Besonderheit darin Bestand, dass es auf der rechten Rheinseite in einen Tunnel mündete, den man in den Felsen der Erpeler Ley getrieben hatte. Den militärischen Sinn sollte die Ludendorffbrücke allerdings nicht erfüllen, denn bei der Fertigstellung der Brücke war auch der Erste Weltkrieg beendet. Historische Bedeutung erhielt die Brücke aber erst zum Ende des Zweiten Weltkrieges, als das Bauwerk den alliierten Kräften nahezu unversehrt in die Hände fiel. Eine kleine Vorhut der 9. Amerikanischen Panzerdivision unter der Führung des deutschstämmigern US-Leutnants Karl Timmermann, geboren in Frankfurt am Main, hatte das „Wunder von Remagen“ vom Waldschlösschen aus entdeckt. Alle anderen Brücken am Mittelrhein waren von der deutschen Rückzugswehrmacht zerstört worden. Premierminister Winston Churchill wollte es nicht glauben, General Eisenhower soll ausgerufen haben „Die Brücke ist ihr Gewicht in Gold wert“, als Timmermann den Fund an das Alliierte Hauptquartier weitergab.

Bei der Gedenkfeier zum Jahrestag der Einnahme der Brücke von Remagen am vergangenen Donnerstag im Foyer der Rheinhalle konnte die Vorsitzende des Verein Brücke von Remagen, Karin Keelan neben zahlreichen Gästen auch den Kreisbeigeordneten Friedhelm Münch in Vertretung für Landrätin Cornelia Weigand, den ersten Beigeordneten der Stadt Remagen Voker Thehos in Vertretung für Bürgermeister Björn Ingendahl, die Vertretungen amerikanischer Delegationen, den US-General Konsul Norman Thatcher Scharpf, Todd Alex Johnson vom American Legion Department France, Vertreter der Bundeswehr und des Innenministeriums, ukrainische Gäste vom blau-gelben Kreuz aus Köln mit Olesya Schmidt, die ukrainische Künstlerin Irina Garshina mit Prof. Eckhard Freyer, SchülerInnen der Barbarossaschule Sinzig und das Ensemble der Musikschule Remagen um Frank von Häfen willkommen heißen. Der ukrainische General-Konsul Vadym Kostiuk habe sich leider wegen Krankheit entschuldigen lassen müssen. Ein Veteran habe einmal gesagt, so Karin Keelan, „Nicht die Überlebenden sind die Helden, sondern die, die gegen den Nationalsozialismus gekämpft haben und gestorben sind“. Keelan nannte auch den Krieg in der Ukraine. „Die UkrainerInnen sind die wahren Helden und Heldinnen. Sie kämpfen für uns den Kampf der Freiheit. Auch das Friedensmuseum Remagen trage zu Freiheit, Demokratie und Frieden bei.

Friedhelm Münch betonte den ausdrücklichen Gruß an die US-Streitkräfte, die Freunde seit Jahren. Es sei ein Glück, dass die Amerikaner, die Alliierten, „uns vom Nationalsozialismus befreit haben“. Münch verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die USA ein verlässlicher Partner für die Ukraine bleiben werde. Es sei vor allem auch wichtig, jungen Menschen die Geschichte näher zu bringen, denn „wer die Geschichte nicht kennt, der wiederholt ihre Fehler“.

Jeder Tag Krieg ist ein Tag Krieg zuviel

Volker Thehos grüßte auch im Namen des Bürgermeisters die Gäste. Es sei ein Glück gewesen, dass die Amerikaner 1945 die Brücke hätten in kurzer Zeit erobern können. Jeder Tag Krieg sei ein Tag Krieg zuviel. Thehos verlieh seinem Wunsch Ausdruck, dass die Ukraine und der Nahe Osten bald nicht mehr im Krieg leben müssen.

US-General Konsul Norman Thatcher Scharpf, der zum ersten Mal in Remagen weilte, betonte die Freundschaft zwischen den Deutschen und den Amerikanern, die es zu pflegen gelte, ebenso wie die Menschenrechte.

Max Schmitz verlas einen kleinen Beitrag eines deutschen Veteranen aus der Südpfalz. Mit Schlagworten benannte er die vielen Grausamkeiten des Krieges, die bei den Menschen starke Spuren hinterlassen hätten.

Die Gäste vom blau-gelben Kreuz Köln betonten, dass sie sich zum Ziel gesetzt hätten, die Urkaine zu unterstützen. 1945 hätten die Amerikaner den langjährigen Frieden gebracht. „Den wünschen wir uns auch für die Ukraine. Die Ukraine kämpft für Freiheit und Meinungsfreiheit. Wir müssen uns Hand in Hand für die Demokratie einsetzen.

In verschiedenen Sprachen bereicherten die SchülerInnen der Barbarossaschule mit Friedenssprüchen die Gedenkfeier und die Musikschule Remagen rundete die Gedenkfeier mit musikalischen Beiträgen ab. Nach einer kleinen Stärkung zogen die Gäste der Gedenkfeier gemeinsam zum Friedensmuseum, wo zum Gedenken an die Kriegsopfer Kränze an der Gedenktafel niedergelegt wurden.

AB

Das Foyer der Rheinhalle war gut besucht.

Das Foyer der Rheinhalle war gut besucht.

Erinnerung an das „Wunder von Remagen“, die ehemalige Ludendorffbrücke und das heutige Friedensmuseum

V.li. Friedhelm Münch für Landrätin, Barbara Heimbach und Karin Keelan vom Verein Friedensmuseum, US-General Konsul Norman Thatcher Scharpf und Volker Thehos in Vertretung des Bürgermeisters. Fotos: AB

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