Ausschuss für Infrastruktur und Bau konnte sich zweimal nicht entscheiden
Erschließungsstraße im Gewerbepark Villip und Farbgebung der Turnhalle Pech unklar
Bei der Straße wollen sich die Fraktionen noch einmal mit dem Thema beschäftigen – Farbe des Fußbodenbelages in der Turnhalle Pech soll von den Tischtennisspielern mitentschieden werden
Wachtberg. Die Erschließungsstraße für die geplante Erweiterung des Gewerbepark Villip nimmt langsam Formen an.
Verkehrsplaner Diplom-Ingenieur Ulrich Hövermann vom Ingenieurbüro Stadt-Land-Plus (Boppard) stellte in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur und Bau die vorläufige Planung vor.
Die Stichstraße soll demnach knapp an der Böschung von Hausnummer 16 am Wachtberg Weg vorbei verlaufen und bei einer Länge von 110 Meter eine Gesamtbreite von zehn Metern aufweisen.
Die ebenerdige Oberfläche soll sich in drei Bereiche aufteilen, nämlich in eine 5,75 bis 5,90 Meter breite Fahrbahn, einen 2,30 Meter breiten Parkstreifen zum Längsparken mit einigen Baumscheiben dazwischen sowie einen 1,80 Meter breiten Gehweg.
Der Ausbau soll in zwei Bauabschnitten erfolgen, vor allem deshalb, weil mittendrin ein Entwässerungsbecken erst noch erstellt werden muss.
Die Stichstraße mündet in T-Form auf einen bereits vorhandenen Wirtschaftsweg, der seinerseits zum Wachtbergring führt.
Zwei Wendehämmer auf dem bisherigen Wirtschaftsweg
Dieser Wirtschaftsweg muss ebenfalls auf einer Länge von knapp 100 Metern in ähnlicher Form ausgebaut und an beiden „Enden“ mit jeweils einem Wendehammer ausgestattet werden. Auf dem einen in Richtung Wachtbergring sollen auch Sattelschlepper wenden können, der andere in Richtung Ortsmitte Villip soll etwas kleiner ausfallen, aber immer noch genügend Platz für das Wenden der Müllfahrzeuge bieten. Die Landwirte sollen künftig diesen Streckenabschnitt mitbenutzen, wobei der Anschluss zwischen Wirtschaftsweg und Neuausbau eine gewisse Herausforderung darstelle. Außerdem befürchteten einige Ausschussmitglieder, dass der dann teilweise ausgebaute Wirtschaftsweg widerrechtlich als Abkürzung vom Wachtbergring in den Gewerbepark genutzt werde.
Das könne man wohl nur mit einer entsprechenden Durchfahrtverbot-Beschilderung verhindern, glaubte der Erste Beigeordnete Jörg Ostermann. Er wies aber auch darauf hin, dass schon jetzt die Landwirte mit ihren Betriebsfahrzeugen ganz legal diesen Wirtschaftsweg vom Wachtbergring aus ansteuern dürften. Auch das Straßenverkehrsamt sehe das derzeit nicht als großes Problem an.
Verwaltung soll noch Optionen offen lassen
Nach ausgiebiger Diskussion stimmte der Ausschuss allerdings der vorgestellten Planung nicht wie vorgesehen zu, sondern nahm sie lediglich zur Kenntnis und ermächtigte die Verwaltung, die Vergabe vorzubereiten.
Allerdings mit der Option, das eine oder andere Detail noch zu verändern.
Die Fraktionen wollten das Thema nämlich noch einmal intern besprechen, bevor man abschließend entscheidet.
Auch über das endgültige Farbkonzept für den Innenraum und die Fassade der Turnhalle Pech, die derzeit energetisch saniert wird, wurde nicht endgültig beschlossen.
Das letzte Wort hat in Sachen Bodenbelag nämlich die Tischtennisabteilung des FC Pech, so der Wille des Ausschusses. Der konnte sich nicht so recht zwischen einem cremefarbigen und einem graublauen Bodenbelag entscheiden und fand es daher besser, diejenigen mitbestimmen zu lassen, die den Boden regelmäßig nutzen müssten.
Außenfassade soll einheitlich beige angestrichen werden
Die Außenfassade jedenfalls soll einheitlich beige angestrichen werden, wobei die Fenster und Türen in Anthrazit abgesetzt werden sollen, wie Michael Scholz vom Architekturbüro Haas erläuterte. Er wies auch darauf hin, dass sowohl innen als auch außen pflegeintensive Oberflächen nicht gewünscht seien und man außerdem aus technischen Gründen wegen des Wärmedämmverbundsystems der Fassade auf zu satte Fassadentöne verzichten müsse. Diese würden sich an warmen Tagen nämlich zu stark aufheizen, was wiederum zu Spannungsrissen führen könne. Für den Innenraum sei grundsätzlich eine Abstimmung mit dem vorhandenen rotbraunen Ziegelmauerwerk notwendig, wobei die vorhandenen Glasbausteinwände ebenfalls durch ein Ziegelstein-Mauerwerk ersetzt werden sollen. Da diese Wände relativ dunkel erschienen, sei es notwendig, den Sportboden hell zu gestalten, zumal ein deutlicher Kontrast zwischen Wand und Sportboden anzustreben sei.
Die Bauarbeiten für die energetische Sanierung der Turnhalle Pech seien Anfang Mai planmäßig begonnen und die Fundamente freigelegt und abgedichtet worden, berichtete Ostermann. Im Zuge der Erdarbeiten um das Gebäude habe man auch die verstopften und teilweise defekten Grundleitungen sowie das Blitzschutz-Erdungsband erneuert.
Das Nebengebäude sei bereits komplett eingerüstet, hier arbeite der Dachdecker an der neuen Eindeckung des niedrigen Daches. An der Turnhalle habe man derweil das Fassadengerüst zurückgestellt, um dem Bauunternehmer den Abbruch der Glasbausteinwände zu erleichtern. Sobald die neuen Wände fertig gemauert seien, werde das Fassadengerüst um die Turnhalle erweitert. Der Heizungsraum sei bereits komplett entkernt, bis auf den zu erhaltenden Heizkessel. Die weiteren Installationsarbeiten hätten Anfang Juni begonnen. Größere Verzögerungen gegenüber dem Bauzeitenplan gebe es derzeit keine, Mehrkosten seien ebenfalls nicht erkennbar.
JOST
