Mitte 2019 gibt es für über 1000 Kettiger Haushalte schnelles Internet
Erster Spatenstich mit Randolf Stich
Im Kreis erhalten 3678 Haushalte und 218 Betriebe in 21 Gebieten Zugänge bis zu 50 Mbit/s
Kettig/Kreisgebiet. Sieben Lose gewann die Deutsche Telekom und das, obwohl die Kettiger Kirmes schon mehr als zwei Wochen vorbei ist. Gewonnen hat die Telekom ja auch nicht an der Losbude, sondern bei einer Ausschreibung des Landkreises Mayen-Koblenz für den Ausbau schnellen Internets für 3678 Haushalte und 218 Gewerbebetriebe in insgesamt 21 „weißen Flecken“.
Jetzt gab es dafür in Kettig den symbolisch ersten Spatenstich, unter anderem mit Randolf Stich, Staatssekretär im Mainzer Innenministerium, das auch für Infrastruktur zuständig ist.
Ortsgemeinde Kettig wird nicht belastet
Aber warum gerade in Kettig? Weil Kettig auch gewonnen hat, denn die Gemeinde braucht für den Internetausbau keinen Cent zu zahlen, im Gegensatz zu den anderen sechs Gemeinden, die sich mit zehn Prozent beteiligen müssen. 21 Projektgebiete im Landkreis Mayen-Koblenz, die bisher als „weiße Flecken“ vom schnellen Internet abgehängt waren, werden erschlossen.
Dabei sind drei verschiedene Provider beteiligt, und daher gibt es auch drei einzelne Spatenstiche für die jeweiligen Projektgebiete. Nachdem bereits die Spatenstiche für die Provider Innogy und Innexio durchgeführt wurden, erfolgte jetzt der Spatenstich der Deutschen Telekom. Ihr Ausbaugebiet im Landkreis Mayen-Koblenz sind die Ortslagen Pfaffenheck, Siebenborn, Niederfell, Flugplatz Koblenz-Winningen, Waldesch, Dieblich-Salzheck, Kettig und der Geishügelhof in Andernach.
Kreisweit immense Kosten
Die Kosten für den gesamten Ausbau des schnellen Internets betragen kreisweit rund 1,3 Millionen Euro.
Denn es sind 11,5 Kilometer Tiefbauarbeiten, zehn Kabel- und acht Glasfaserverteiler notwendig.
Henning Schröder, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH erläuterte das Prozedere und die Finanzierung dieses Projekts: „Wir hatten für den Ausbau eine Wirtschaftlichkeitslücke von vier Millionen Euro errechnet. Dann aber für die Provider 21 Lose ausgeschrieben, von denen die Deutsche Telekom sieben gewann. In der Ausschreibung sank die Wirtschaftlichkeitslücke auf 1,3 Millionen Euro, die zu 50 Prozent vom Bund, 40 Prozent vom Land und zu zehn Prozent von den Kommunen aufgebracht werden.“
Das größte Los mit über 1000 Haushalten ist Kettig, wobei die Telekom keine Wirtschaftlichkeitsdeckung geltend macht, und alle Kosten alleine trägt.
So gab es im Kettiger Bürgerhaus auch eine kleine Feier, bei der Landrat Dr. Alexander Saftig unterstrich: „Das ist ein Übergang; wir sind mit 50 Mbit/s nicht zufrieden, sondern wollen Glasfaser bis ins Haus.“
Ein großer Fortschritt für die „weißen Flecken“
Doch davon ist man noch weit entfernt, da die Fördermittel von Bund und Land erst einmal Glasfaserkabel bis in die dafür ertüchtigten Verteilerkästen vorsehen. Von denen aus geht es dann nach alter Väter Telefonsitte mit zwei Kupferdrähtchen ins Haus. So werden in Verteilerkastennähe Datenübertragungsraten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde möglich.
Auch dies ist für die „weißen Flecken“ ein großer Fortschritt. „Wir haben in Kettig 2 bis 5 Mbit/s, da geht internetmäßig fast gar nichts“, stellte der Kettiger Ortsbürgermeister Peter Moskopp fest, und weiter: „Die Bürger drängten, dass wir uns da engagieren. Unser Dank geht an die, die für dieses Projekt gekämpft haben, vor allem, weil die Ortsgemeinde nicht belastet wird.“
Staatssekretär Randolf Stich lobte: „Es ist eine Riesenarbeit, die hier geleistet wurde“, und weiter: „Privatwirtschaftlich wäre das Projekt wegen der Deckungslücke nicht möglich, aber Bund, Land und Kommunen erfüllen ihre Aufgaben. Wir sind froh, dass die Kommunen das Projekt mitgetragen haben, ansonsten wäre der Ausbau ein Flickenteppich.“
Stich hält es für wichtig, dass die ländlichen Bereiche internetmäßig genauso versorgt werden wie die Städte. „In Rheinland-Pfalz haben wir massiv aufgeholt, über 80 Prozent der Haushalte haben 50 Mbit/s. Für die Zukunft müssen es mehr sein: Gigabit durch Glasfaser bis ins Haus, dafür werden wir im nächsten Doppelhaushalt Gelder zur Verfügung stellen“, kündigte der Staatssekretär an.
HEP
Den Förderbescheid überreichte Randolf Stich (r.) an Landrat Dr. Alexander Saftig.
Zum Internetausbau in Kettig sprach Staatssekretär Randolf Stich im Bürgerhaus.
