Allgemeine Berichte | 12.02.2021

Deutsches Rotes Kreuz Mittelrhein

Ersthelferin gesucht

Koblenz. Er verlässt die Wohnung pünktlich am Mittwoch, 9. Dezember letzten Jahres um 13.30 Uhr, um zu seinem Auto in der nahgelegenen Garage in der Horchheimer Höhe zu gehen und möchte zum Friseur nach Lahnstein. In der Garage am Auto angekommen verliert der Mann das Bewusstsein und fällt zu Boden. Sein Leben hängt in diesem Moment am seidenen Faden.

Nur wenige Dinge nimmt er in den nächsten Minuten bruchstückhaft wahr. Das kurze Erwachen in seinem eigenen Blut, das überall um ihm auf dem Boden ist, den Verlust der Brille und einen Mann, der ihn etwas später in eine aufrechte Sitzposition bringt. An alles andere kann er sich nicht erinnern.

Bei seinen Recherchen zum späteren Zeitpunkt erfährt er jedoch, dass es eine Frau war, die wohl genau im richtigen Moment an den Garagen vorbei geht und ihn am offenen stehenden Tor liegend entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt ist er ohnmächtig und nicht mehr ansprechbar.

Die Frau handelt besonnen und wählt umgehend den Notruf und rettet ihm damit das Leben. Denn wie sich später herausstellt, hatte sich Anfang November operativ gesetzter Bypass im Unterschenkel gelöst und eine starke Blutung verursacht.

Um kurz nach 14 Uhr geht darauf hin über die 112 der Notruf bei der Integrierten Leitstelle Koblenz ein. Im nächsten Moment piepsen und vibrieren die kleinen Melder an den Gürteln zweier Mitarbeiter des DRK-Rettungsdienstes. Die beiden Rettungsassistenten starten unmittelbar von der erst Anfang 2019 in Betrieb genommenen Rettungswache auf der rechten Rheinseite zu dem Garagenpark. Nur fünf Minuten später sind die Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes vor Ort und erkennen: Die Lage ist ernst!

Der Aufgefundene ist wach und ansprechbar aber blutet stark. Er kann sich an keinen Sturz erinnern und erste Vermutungen deuten auf eine gerissene OP-Naht hin, was die starken Blutungen erklären könnte, die ihn haben ohnmächtig werden lassen. Der Patient ist auf Grund der niedrigen Temperaturen unterkühlt. Fast schon nebensächlich wirkt die Platzwunde am Kopf.

Auf schnellstem Wege wird der 73-jährige in den Koblenzer Kemperhof transportiert, wo er notoperiert wird.

Nach mehreren Tagen auf der Intensivstation und insgesamt sieben Wochen im Krankenhaus erholt er sich bis heute und versucht das Geschehene zu verstehen und zu verarbeiten. Der Senior ist dankbar, dass im richtigen Moment die Person da war, die das einzige Richtige tat und so sein Leben rettete.

Ein Wunsch ist für den 73-jährigen jedoch bis heute unerfüllt. Er weiß nicht, wer die besagte Ersthelferin an den Garagen ist. „Ich will doch einfach nur eine Telefonnummer – nicht mal einen Namen. Ich möchte persönlich Danke sagen,“ sagt der Mann.

„Gerne möchten wir dem Herren dabei helfen die letzte Unbekannte in seinem persönlichen Glücksfall zu lösen und suchen gemeinsam mit Ihm über die Medien nach der Lebensretterin,“ sagt Amelie Kohn, Leitung der Stabstelle Kommunikation. So kann der freundliche Herr von der Horchheimer Höhe endlich einen gedanklichen Schlussstrich ziehen und den 9. Dezember in Zukunft als zweiten Geburtstag feiern.

Sollten Sie Hinweise zur Ersthelferin haben oder sich selbst als Ersthelferin wiedererkennen so melden Sie sich doch bitte beim DRK in Koblenz unter presse@drk-mittelrhein.de oder Tel. (02 61) 4 06 36 -37.

Infos zur Suche kurz zusammengefasst: 9. Dezember 2020, Ca. 13.35 bis 14 Uhr, Garagenpark, Horchheimer Höhe, 56076 Koblenz, Ersthelferin, die den Notruf wählt: Weiblich, Alter unbekannt.

Pressemitteilung des

DRK Mittelrhein

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