VdK-Kreisverband Neuwied
Es gab Informationen aus erster Hand
Neuwied. Zu einer Arbeitstagung trafen sich kürzlich Vorstandsmitglieder aus den Ortsverbänden des VdK-Kreisverbands Neuwied in der Caféteria des Heinrich-Hauses in Engers. Die Herbstkonferenz wurde einberufen, um die Vorstände der Ortsverbände über neue Beschlüsse und Entwicklungen aus Landes- und Kreisverband zu unterrichten, wie Kreisvorsitzender Hans Werner Kaiser in seiner Begrüßung betonte. Daneben standen die Themen „Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung“ sowie die VdK-Verbandsvorsorge im Mittelpunkt der Tagung.
Zu Beginn referierte Notar Jürgen Schmidt (Neuwied) zur „Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung“. Er wies darauf hin, dass dies zwei völlig unterschiedliche Regelungen sind. Durch eine Vollmachtserteilung an eine oder mehrere Vertrauenspersonen soll im Fall einer Geschäftsunfähigkeit, zum Beispiel durch Krankheit, eine vom Gericht angeordnete Betreuung vermieden werden. Dies betrifft unter anderem die Bereiche Gesundheitssorge, Pflegebedürftigkeit, Vertretung bei Behörden, Aufenthalt und Wohnungsangelegenheiten oder Vermögenssorge.
Er betonte, dass eine notarielle Beurkundung nicht unbedingt erforderlich ist, jedoch sollte eine solche Vollmacht stets schriftlich angefertigt sein. Anschließend ging Notar Schmidt auf die Patientenverfügung ein, besonders auf die Änderungen nach dem BGH-Beschluss vom 6. Juli 2016. Nach diesem Urteil reicht es nicht mehr aus, dass beispielsweise unnötige lebensverlängernde Maßnahmen allgemein abgelehnt werden. Vielmehr verlangt jetzt das Gericht sehr detaillierte Ausführungen zu den medizinischen Maßnahmen und Krankheiten.
Mit einer Vollmacht
Eine Patientenverfügung sollte stets in Verbindung mit einer Vollmacht stehen. Wer sich allerdings vollkommen abgesichert wissen will, kann sich bei einem Notar seiner Wahl zur Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung beraten lassen. Nach seinem Referat beantwortete Notar Jürgen Schmidt die zahlreichen Fragen der anwesenden VdK-Vorstandsmitglieder. Kreisvorsitzender Hans Werner Kaiser wies darauf hin, dass zu diesen Themen auch etliche Broschüren herausgegeben wurden, so unter anderem auch vom VdK-Landesverband Rheinland-Pfalz. Die Broschüre wird derzeit - bedingt durch das BGH-Urteil - überarbeitet und voraussichtlich Ende 2016 erhältlich sein.
Als nächstes Thema kündigte der Kreisvorsitzende die Gruppenversicherungen für VdK-Mitglieder an, wobei er zugleich betonte, dass dies keine Verkaufs-, sondern eine Informationsveranstaltung für die Vorstände der Ortsverbände darstelle. Zur Verbandsvorsorge des VdK informierte Wilhelm Hintzen, Vertriebsleiter der ERGO-Filialdirektion Köln.
Seit etwa 50 Jahren gibt es bereits diese Verbandsvorsorge durch einen Kooperationsvertrag zwischen dem Sozialverband VdK und der ERGO-Versicherung (früher Hamburg-Mannheimer). Detailliert stellte Wilhelm Hintzen die Pflegezusatz-Versicherung, die Sterbegeld-Versicherung (keine Wartezeit sowie gleichbleibende Beiträge), die Volksunfall-Versicherung (mit Rundumversorgung) sowie den Spezial-Rechtsschutz vor. Er machte ferner darauf aufmerksam, dass hierbei Personen ohne Beantwortung von Gesundheitsfragen bis zum 80. Lebensjahr aufgenommen werden.
Voraussetzung hierfür ist, dass sie VdK-Mitglied sind oder werden. Weiter führte er aus, dass neue Versicherungen stets mit dem VdK inhaltlich abgestimmt werden. Weiter informierte er zum Prozedere beim Besuch des Mitglieds, wobei das Einverständnis des Mitglieds vorliegen muss. Zum Schluss beantwortete Wilhelm Hintzen Fragen der Teilnehmer und verteilte Prospektmaterial zur VdK-Verbandsvorsorge.
Zum Schluss der Tagung vermittelte Hans Werner Kaiser den Vorstandsmitgliedern aus den Ortsverbänden in seinen Ausführungen einige Neuigkeiten aus Landes- und Kreisverband, wobei er besonders auf die bundesweite VdK-Kampagne „Weg mit den Barrieren“ einging. Weiter informierte er über Änderungen der Reisekostenordnung für die ehrenamtlichen Mitglieder beim VdK-Landesverband Rheinland-Pfalz, Hinweise zu Buchungen im ARV-Programm, den bevorstehenden 70-Jahr-Feiern auf Landes- und Kreisebene sowie der Landesverbandskonferenz am Samstag, 12. November. Neben einer Vorausschau auf die geplanten Aktivitäten des Kreisverbands im Jahr 2017 teilte er mit, dass die Mitgliederentwicklung weiter positiv verläuft und derzeit 6407 Personen in 25 Ortsverbänden dem VdK-Kreisverband Neuwied angehören.
Gute Beratung
In seinem Schlusswort lobte er die gute Beratungstätigkeit der Mitarbeiterinnen in der Kreisgeschäftsstelle und dankte Kreisgeschäftsführerin Doreen Borges und den Mitarbeiterinnen Ulla Over, Sandra Schmitz und Claudia Schnur für die Vorbereitung der Herbstkonferenz. Dank sprach er auch Kreisschatzmeister Uwe Sendker für die Arbeit vor Ort und dem Küchenteam der Caféteria des Heinrich-Hauses mit ihrer Leiterin Nadin Stocklöw für die gute Bewirtung aus.
