Allgemeine Berichte | 04.06.2021

Caritas & Diakonie: „Verschuldung ist immer auch eine menschliche Katastrophe“

Es geht um den Menschen hinter den Schulden

Rhein-Lahn-Kreis/Westerwaldkreis. Menschen, die in finanzielle Not geraten sind, benötigen – unabhängig von ihrer Einkommenssituation – kompetente Unterstützung. Darauf weisen die Schuldnerberater*innen des Diakonischen Werkes Westerwald und des Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn e.V. anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung 2021 hin. Die Aktionswoche steht dieses Mal unter dem Motto „‚Der Mensch hinter den Schulden“.

„Soziale Schuldnerberatung, die unsere Beratungsstellen anbieten, haben den gesamten Menschen in seinem sozialen Umfeld im Blick. Das macht auch den Erfolg dieses Ansatzes aus, den zahlreiche Studien belegen“, betont Rolf Günther, Schuldner- und Insolvenzberater beim Caritasverband in Montabaur. Verschuldung schränke die Lebensgrundlage vieler Menschen ein. Das sei nicht nur ein finanzielles Problem. „Uns geht es um die Menschen hinter den Schulden, so wie es auch das Motto der bundesweiten Aktionswoche ausdrückt. Verschuldung ist immer auch eine menschliche Katastrophe“, ergänzt Sarah Jansson, Schuldner- und Insolvenzberaterin beim Diakonischen Werk Westerwald in Westerburg.

Nach Schätzungen sind – auch in Folge der Corona-Pandemie – bundesweit zwei Millionen Soloselbstständige und Freiberufler von Überschuldung bedroht. Viele Existenzen seien finanziell prekär aufgestellt. Dies betreffe mittlerweile nicht mehr nur Empfänger von Grundsicherung und im Niedriglohnsektor Beschäftigte. Jetzt drohten auch Menschen in Verschuldung zu geraten, die es vorher niemals für möglich gehalten hätten.

Übereinstimmend erklären der Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn e.V. und das Diakonische Werk Westerwald: „Bundesweit wird darüber diskutiert, inwieweit die Kapazitäten der kostenfrei arbeitenden Schuldnerberatungsstellen ausgebaut werden müssen, um der durch die Corona-Pandemie zunehmenden Anzahl verschuldeter Menschen besser helfen zu können. Dies besonders unter dem Gesichtspunkt, dass die bestehenden Stellen – auch bei uns im Westerwald - bereits vor Corona komplett ausgelastet waren.“

Auch im Westerwald haben die Beratungsanfragen in den vergangenen Monaten zugenommen, wie sowohl Caritas als auch Diakonie bestätigen. Die Beratungsstellen des Caritasverbandes und des Diakonischen Werkes Westerwald zählten im Jahr 2020 insgesamt 735 laufende Fälle sowie 603 Kurz- und Onlineberatungen.

Beide Beratungsstellen begrüßen ausdrücklich die jüngste Reform des Insolvenzrechtes, nach der es möglich ist, nach drei Jahren eine Schuldenbefreiung zu erhalten. Doch nun seien weitere Reformen notwendig: „Die Speicherfristen von Schuldendaten bei Auskunfteien müssen deutlich kürzer werden. Dass bei der Schufa Schuldendaten weitere drei Jahre nach Ende des dreijährigen Insolvenzverfahrens gespeichert bleiben, erschwert ehemals Verschuldeten den Neustart. Für sie ist es zum Beispiel schwer bis unmöglich, unter diesen Bedingungen eine neue Wohnung zu finden“, heißt es vonseiten der beiden Beratungsstellen in dem gemeinsamen Appell. Wohnen aber sei ein Menschenrecht, das Überschuldeten oder von Armut Bedrohten nicht vorenthalten werden dürfe. Daher fordern die Berater*innen von Caritas und Diakonie eine Speicherfrist bei der Schufa von höchstens einem, besser einem halben Jahr.

Die Aktionswoche Schuldnerberatung wird veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV). In ihr haben sich Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege auf Bundesebene, der Verbraucherzentrale Bundesverband und die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung zusammengeschlossen.

Weitere Infos zum Thema Schuldnerberatung erhalten Interessierte beim Diakonischen Werk Westerwald, Tel. (0 26 63) 94 30 -0, www.diakonie-westerwald.de sowie beim Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn, Tel. (0 26 02) 16 06 -14, E-Mail schuldnerberatung-ww@cv-ww-rl.de, www.caritas-westerwald-rhein-lahn.de.

Pressemitteilung des

Caritasverbandes

Westerwald-Rhein-Lahn e. V.

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