150 Jahre Männergesangverein Mendig
Es war einmal: Gratulation zum Chorjubiläum
Mendig. Der traditionelle Gesang eines Männerchores hat in Deutschland eine lange Tradition. Die Stadt Mendig ragt dabei deutlich hervor. Es war bereits im Jahre 1872 als der MGV Amicitia ins Leben fand. Einige Jahre später der MGV Eintracht. Beide Chöre blühten in ihrer Zeit auf und konnten zahlreiche Ehrungen durch ihre musikalischen Leistungen erreichen. Allerdings sorgten der Zeitgeist, andere berufliche Möglichkeiten und auch die neuen Medien für ein wachsendes Desinteresse am traditionellen Gesang und so war es unumgänglich, dass es zum weiteren sinnvollen Betrieb der Chöre zu einer Fusion kommen musste. So geschah es im Jahre 2006 - der MGV Mendig e.V. entstand. Jedoch war auch dessen Entwicklung personell wenig erfolgreich. Die Mitgliederzahlen schrumpften durch die normale biologische Entwicklung. Trotz der nach wie vor hohen Motivation, das klassische Liedgut eines Männerchores zu erhalten gingen die Sängerzahlen weiter zurück, sodass es nicht mehr möglich war, öffentlich aufzutreten. Trotz der zahlenmäßig negativen Entwicklung wurden die regelmäßigen Proben im Vereinslokal beibehalten, und sorgen für große Freude bei den Sängern, die so jeden Montagabend aus dem großen Fundus ihrer Erlebnisse berichten und die vergangenen Zeiten lebendig halten. Gesungen wird immer zu Beginn. Der Dirigent, Lothar Tentler hat ein Repertoire gängiger Lieder zusammengestellt, die regelmäßig geübt werden und den wunderbaren Klang des Männerchores lebendig werden lassen. Die immerhin noch 13 Aktiven sind hochmotiviert, trotz teilweise hoch betagten Lebens, den Chor 4-stimmig klingen zu lassen.
So erfüllte sich die stolze Jubiläumszahl von „150 Jahren Männerchor“ in der Stadt Mendig. Stadtbürgermeister Hans-Peter Ammel erschien mit seiner Mitarbeiterin, Bibiana Koch-Mittler zu einer der regelmäßigen Chorproben zur Gratulation. Der Vorsitzende Jörg Wienpahl berichtete kurz über die historische Entwicklung und auch die weitere Zukunft des Vereines. Stadtbürgermeister Ammel, selbst passives Mitglied des Vereines, stimmte in den folgenden Gesangsvortrag ein und würdigte anschließend das einzigartige Jubiläum, das so schnell wohl kaum wieder erreicht wird. Ein Geschenk, in Form einer willkommenen Spende der Stadt, wurde übergeben und ein kurzer geselliger Teil rundete den Abend ab.
„Als Chor sind wir einerseits dankbar dafür, dass unser stolzes Vereinsbestehen diese Würdigung erfährt, andererseits allerdings tieftraurig, dass das Interesse der gegenwärtigen Gesellschaft an der traditionellen Männerchormusik so gering ist, dass ein Weiterbestehen des Chores nicht möglich ist. Daher wird er wohl ein Teil der Geschichte dieser Stadt werden, wenn es heißt…: „Es war einmal …!“, so das Resümee des Vorsitzenden zu diesem herausragenden Jubiläum.
Pressemitteilung Stadt Mendig
